Medizinischer Durchbruch? Britische Forscher könnten erstmals HIV geheilt haben

Die rote Schleife gilt als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken. Foto: dpaDie rote Schleife gilt als Symbol der Solidarität mit HIV-Positiven und Aids-Kranken. Foto: dpa

Osnabrück. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre die Entdeckung eine Sensation: Britischen Forschern könnte es gelungen sein, einen HIV-positiven Patienten zu heilen. Weitere Tests sollen folgen.

Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO 36,7 Millionen Menschen HIV-positiv. In Deutschland wird die Zahl der Infizierten auf etwa 44000 geschätzt. Während weltweit vor allem arme Menschen im südlichen Afrika gefährdet sind, sich anzustecken, sind in Deutschland homosexuelle Männer die am stärksten gefährdete Gruppe, schreibt der Berufsverband Deutscher Internisten auf seiner Homepage. Zu den berühmtesten Erkrankten zählen der „Queen“-Sänger Freddie Mercury , der 1991 an der Erkrankung starb und der US-Star Charlie Sheen , der seine HIV-Erkrankung im vergangenen Jahr öffentlich machte.

Medizinischer Durchbruch?

HIV ist eine Immunschwäche-Krankheit, die bisher nicht heilbar war. Britische Forscher haben laut einem Online-Bericht der Zeitung „Independent“ nun einen Patienten so weit geheilt, dass keine Viren mehr im Blut nachweisbar waren. Sie warnen aber zugleich davor, die neue Therapie vorschnell als Durchbruch zu feiern. Zuerst hatte die Zeitung „The Sunday Times“ über den möglichen medizinischen Durchbruch berichtet.

Die bislang angewendeten Therapien konnten zwar die HI-Viruszellen im Körper zerstören, allerdings nicht die sogenannten Schläferzellen. Dies soll nun durch die neue Therapie der britischen Forscher gelungen sein. Der Patient müsse nun allerdings weiter überwacht werden, um festzustellen, ob die Viren auch dauerhaft verschwunden sind. (Weiterlesen: EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu)

HIV-Infektion verläuft in vier Phasen

Übertragen wird der HI-Virus durch ungeschützten Sex, verunreinigte Spritzen und früher auch durch verunreinigte Blutkonserven. Die Erkrankung lässt sich in vier Phasen unterteilen. In der akuten Phase, die etwa zwei bis sechs Wochen nach Ansteckung beginnt, haben Betroffene häufig grippeähnliche Symptome. In der zweiten Phase, der sogenannten Latenzphase, vermehrt sich das Virus im Körper. Diese Phase dauert im Durchschnitt etwa zehn Jahre, wobei der Zeitraum individuell sehr unterschiedlich sein kann. Manche Erkrankte entwickeln bereits einige Monate nach der Infektion mit HIV Aids, andere Patienten haben sich schon den 1980er Jahren infiziert und bis heute kein Aids entwickelt. In der dritten Phase, die als Vorstufe von Aids gilt, treten wieder grippeähnliche Symptome wie in der ersten Krankheitsphase auf, allerdings verschwinden diese nicht wieder. Das liegt am bereits deutlich geschwächten Immunsystem. Erst ab der vierten Phase der Erkrankung spricht man von Aids. Diese Phase ist erreicht, wenn bei einem schweren, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auftreten. Das sind etwa eine besondere Form der Lungenentzündung oder Pilzinfektionen. Die vierte Krankheitsphase führt in der Regel zum Tod. Da die medizinische Versorgung von HIV-Infizierten in den Industrienationen immer besser geworden ist, wird Aids hierzulande immer seltener. Ein großes Problem sind HIV und Aids allerdings weiterhin im südlichen Afrika.


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