Stiftung Warentest prüft E-Mail-Anbieter Datenschutz: Alternativen bei Messenger, Cloud und Mails

Threema (M), iMessage (r) oder Twitter (l) sind mögliche Alternativen zu Whatsapp. Auch mit diesen Apps lassen sich Texte und Bilder versenden. Foto: dpa/Andrea WarneckeThreema (M), iMessage (r) oder Twitter (l) sind mögliche Alternativen zu Whatsapp. Auch mit diesen Apps lassen sich Texte und Bilder versenden. Foto: dpa/Andrea Warnecke

Frankfurt. Spätestens sei Whatsapp seine Nutzer-Daten an Facebook weitergegeben hat, suchen viele Kunden nach alternativen Messengern, Clouds und Mails. Ein Überblick.

Seit dem Streit um die Weitergabe von Whatsapp-Daten an Facebook wird wieder intensiv über den Schutz der eigenen Daten in Chat-Programmen oder sozialen Netzwerken debattiert. Die Stiftung Warentest nahm jetzt auch E-Mail-Anbieter unter die Lupe und riet mit Blick auf den Datenschutz zu zwei kleinen Anbietern. Alternativen zu den US-Riesen gibt es jedenfalls in allen Bereichen.

Messenger-Programme: Die meist genutzten Chat-Programme für Smartphones, Tablets & Co. – wie Whatsapp, iMessage oder der Facebook-Messenger – stammen von US-Anbietern. Für Empörung sorgte bei Datenschützern zuletzt, dass Whatsapp nach den neuen Nutzer-Regeln unter anderem die Handynummer an Facebook weitergibt. Der Messengerdienst gehört seit zwei Jahren zu dem sozialen Netzwerk. Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik am Datenschutz bei den großen Anbietern. So schnitten im vergangenen Jahr Whatsapp und der Facebook-Messenger in einer Untersuchung des Stiftung Warentest am schlechtesten ab. Wer seine Daten sicherer übertragen möchte, kann aber auch auf einen anderen Anbieter setzen. Stiftung Warentest empfahl damals Hoccer aus Deutschland und Threema aus der Schweiz. Ein großer Nachteil der Dienste ist, dass sie nicht so weit verbreitet sind wie die der bekannten US-Anbieter. Die deutschen E-Mail-Anbieter GMX und web.de mit nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Kunden starteten nun auch einen eigenen Messenger-Dienst. Die Smartphone-App wird dazu um den Service „FreeMessage“ erweitert. Die Unternehmen versichern, dass Nachrichten, Fotos und Videos mit einer sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor dem Zugriff Dritter geschützt seien.

E-Mail-Anbieter: Auch dabei bieten die großen Namen wie Gmail von Google, Yahoo oder auch Outlook von Microsoft nicht unbedingt den besten Schutz. Eine Alternative sind die Anbieter der „E-Mail made in Germany“-Initiative. Sie versprechen eine verschlüsselte Datenübertragung und garantieren, Daten nur auf Servern in Deutschland zu speichern. Zu der Initiative gehören die Anbieter GMX, t-online, Web.de, freenet, 1&1 und Strato. Die Stiftung Warentest kürte in ihrem jüngsten Test die kleinen Anbieter Mailbox.org und Posteo zu Testsiegern. Sie punkten demnach unter anderem mit umfangreichen Verschlüsselungsfunktionen.

Cloud-Dienste: Es ist zweifelsohne sehr praktisch, Bilder oder andere Daten in einem Online-Speicher abzulegen und so von überall aus darauf zugreifen zu können. Bekannte Anbieter wie Dropbox, Google mit dem Dienst Google Drive, Microsoft mit Skydrive, Apple mit der iCloud oder die Deutsche Telekom mit ihrem Mediencenter bieten den Speicher oft bis zu einer gewissen Kapazität gratis an. Auch hier sollten Verbraucher darauf achten, wo die Server des Anbieters stehen. In Europa sind die Daten sicherer als in den USA. Wirklich guten Schutz vor dem Ausspähen persönlicher Daten durch Dritte bringt nur eine Verschlüsselung persönlicher Dateien, bevor diese zu Online-Speicherdiensten hochgeladen werden. Hierfür gibt es verschiedene Programme, die oft auch kostenlos genutzt werden können. Sie chiffrieren die unverschlüsselten Daten auf dem Computer, bevor sie in dem Ordner der Online-Speicherdienste landen, von dem sie dann automatisch ins Netz geladen werden.

Soziale Netzwerke: Bei sozialen Netzwerken ist es schwierig, auf Dienste aus Europa auszuweichen: Es gibt schlicht keine ernstzunehmenden Alternativen zu US-Anbietern wie Facebook, Instagram oder Twitter. Die einzige Möglichkeit hier ist genau aufzupassen, welche persönlichen Daten in den Netzwerken landen – oder sich ganz aus den Netzwerken zu verabschieden.


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