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Wann muss ich Winterreifen aufziehen? Winterreifenpflicht in Deutschland 2016: Wie sind die Regeln?

Winterreifenpflicht 2016: Ab wann die Winterreifenpflicht in Deutschland gilt. Wann muss ich meine Reifen im Winter wechseln? Hier gibt es Antworten. Foto: dpaWinterreifenpflicht 2016: Ab wann die Winterreifenpflicht in Deutschland gilt. Wann muss ich meine Reifen im Winter wechseln? Hier gibt es Antworten. Foto: dpa

Osnabrück. Von wann bis wann gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht? Sobald es im Oktober kälter wird, gehören Winterreifen an das Auto – bis Ostern, sagen Experten. Aber wie genau ist die Regelung zur Winterreifenpflicht? Hier gibt es die Antworten.

Experten empfehlen seit Jahren, die Winterreifen von Oktober bis Ostern am Auto zu lassen. Kritiker stellen dem entgegen, dass es in Zeiten des Klimawandels eine recht veraltete Ansicht ist, bereits im Oktober die Winterreifen aufziehen und sie dann bis in den Frühling hinein am Wagen lassen zu müssen. Jedes Jahr, wenn es Richtung Winter geht und der Reifenwechsel angesagt ist, ist die Verunsicherung groß: Ab wann muss ich die Winterreifen aufziehen? Gibt es eine Winterreifenpflicht? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten dazu. (Weiterlesen: Wann ist die Zeitumstellung 2016 auf Winterzeit?)

Wann muss ich Winterreifen aufziehen?

In der Straßenverkehrsordnung (StVo) ist kein spezieller Zeitraum für das Aufziehen von Winterreifen angegeben. In der Version der StVo von 2010 wird lediglich eine „situative Winterreifenpflicht“ vorgeschrieben. Sie sieht vor, dass bei „winterlichen Wetterverhältnissen“ wie Glatteis und Schneematsch oder Reifglätte die Verwendung von Matsch- und Schnee-Reifen (M+S-Reifen) Pflicht ist. Als Kennzeichnung dieser M+S-Reifen befindet sich entweder ein „M+S“ oder eine Schneeflocke mit drei Bergspitzen auf dem Reifen. Die M+S-Kennzeichnung reicht ab 2018 übrigens nicht mehr aus: dann gilt nur noch das Zeichen mit der Schneeflocke als zulässig.

Gibt es einen festen Zeitraum für die Winterreifenpflicht in Deutschland?

In Deutschland gibt es für die Winterreifenpflicht keinen festen Zeitraum. Es kommt auf das Wetter an, ob Winterreifen am Auto Pflicht sind, oder nicht. Expertenmeinungen wie die vom ADAC empfehlen Autofahrern aber, Winterreifen nach der sogenannten „O-bis-O-Regel“ zu montieren: Demnach sollen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern Winterreifen auf dem Auto bleiben.

So kann man sich relativ sicher sein, beim ersten und auch beim letzten Schneefall die richtigen Reifen am Fahrzeug zu haben. Da die Temperaturen bereits im Oktober oft schon auf unter 15 Grad fallen, müssen Fahrzeughalter auch keinen übermäßigen Verschleiß ihrer Pneus befürchten.

Warum sollte ich Winterreifen aufziehen?

Für viele Autohalter ist der zweimalige Reifenwechsel im Jahr nervig. Doch es gibt gute Gründe dafür, im Winter auf entsprechende Winterreifen umzurüsten. Schon bei Temperaturen von unter sieben Grad kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Die Gummimischungen von Sommerreifen verhärten sich bereits bei Temperaturen im niedrigeren Plus-Bereich und verlieren ihre Haftung auf den Straßen, wie Tests des ADAC ergaben. (Weiterlesen: Warum der halbjährliche Reifenwechsel sinnvoll ist.)

Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich bei niedrigeren Temperaturen Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen. Daher haben sie auch die Bezeichnung als Matsch- und Schnee-Reifen. Grundsätzlich sollten die Pneus eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP ersetzen keinen Winterreifen.

Mit welchen Geldbußen müssen Autofahrer im Winter mit Sommerreifen rechnen?

Mit dem Bußgeldkatalog vom 1. Januar 2014 gibt es auch verschärfte Strafen für Fahrzeughalter, die gegen die Winterreifenpflicht verstoßen. Wer bei entsprechender Witterung ohne Winterreifen unterwegs ist und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Bei einer Behinderung des Verkehrs riskiert der Fahrer ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro und einen Punkt. Für die Gefährdung im Straßenverkehr gibt es für nicht an die Wetterverhältnisse angepasste Reifen eine Strafe von 100 Euro und einen Punkt. Ist ein Unfall die Folge von falscher Bereifung, beträgt das Bußgeld 120 Euro und es gibt einen Punkt im Verkehrszentralregister.

Haben Autofahrer im Winter mit Sommerreifen noch Versicherungsschutz?

Ist das Fahrzeug in der Winterzeit nicht mit den richtigen Reifen ausgestattet, riskiert der Autohalter nicht nur Geldbußen, sondern auch den Versicherungsschutz. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sagt aber, dass der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen bleibt, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. (Weiterlesen: Viele Winterreifen haben bei Nässe Probleme.)

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Fahrer aber in Mithaftung nehmen, wenn ein Unfall auf eine falsche Bereifung des Autos zurückzuführen ist. Wenn der Vollkaskoschutz den Schaden am eigenen Auto abdecken soll, kann die Versicherung die Zahlung ebenfalls kürzen, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war.

Wie lange kann ich meine Winterreifen nutzen?

Neureifen werden meist mit acht Millimeter Profiltiefe ausgeliefert und haben dann den besten Grip. Laut Gesetz muss die Profiltiefe bei mindestens 1,6 Millimeter liegen, daher könnten einige kalte Jahreszeiten mit den Winterreifen überstanden werden. Der ADAC empfiehlt allerdings, die Reifen bereits bei einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen, da sie unterhalb dieser Grenze laut Test des Automobilclubs ihre Wintereigenschaften verlieren. Dementsprechend frühzeitig sollten die Winterreifen ausgetauscht werden.

Worauf sollte ich beim Kauf von Winterreifen achten?

Die Reifen sollten nicht älter als zwei Jahre sein. Das Produktionsjahr ist an den letzten Ziffern der sogenannten DOT-Nummer auf der Seite abzulesen. Von Billig-Angeboten raten Experten ab.

Taugen Ganzjahresmodelle genauso?

Die StVo bezieht bei den „M+S-Reifen“ auch Ganzjahresmodelle mit ein. In den Herbst- und Wintermonaten setzen Autofahrer aber besser auf gute Saisonreifen, statt mit aktuellen Ganzjahrespneus einen Kompromiss einzugehen. Diesen Schluss lässt ein gemeinsamer Test von ADAC und Stiftung Warentest zu, bei dem insgesamt 28 Winter- und vier Ganzjahresreifen für Klein- und Mittelklassewagen auf Schnee und Eis, nasser und trockener Fahrbahn geprüft wurden. Von den reinen Winterreifen schnitten immerhin acht mit „gut“ und damit am besten ab. Die Ganzjahresreifen legten dagegen durch die Bank eine schwache Leistung an den Tag: Hier gab es je zweimal „ausreichend“ und „mangelhaft“ – alle vier Modelle seien keine Empfehlung, so das Fazit der Experten beim Test 2014.

Wie werden Sommerreifen am besten gelagert?

Die abgezogenen Sommerreifen sollten den Winter über trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Am besten werden die Reifen gestapelt und abgedeckt in der Garage aufbewahrt. Die Sommerreifen können aber auch am Felgenloch aufgehängt werden. Direkt nach dem Abmontieren sollte der Fahrzeugbesitzer die Position der Reifen auf dem Gummi mit Kreide schreiben, damit der Wechsel im nächsten Frühjahr schneller von der Hand geht. (Weiterlesen: Wann sollte man Sommerreifen aufziehen?)


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