AOK-Studie zu Fehlzeiten Miese Stimmung am Arbeitsplatz macht krank

Miese Stimmung im Unternehmen macht die Mitarbeiter krank. Foto: Oliver Berg/ dpaMiese Stimmung im Unternehmen macht die Mitarbeiter krank. Foto: Oliver Berg/ dpa

Osnabrück. Eine schlechte Unternehmenskultur sorgt für ein deutlich höheres gesundheitliches Risiko der Mitarbeiter. Mitarbeiter in Betrieben mit als mies empfundener Unternehmenskultur fehlen deutlich häufiger und länger wegen Krankheit. Das ist das Ergebnis einer AOK-Studie.

Über körperliche Beschwerden im Zusammenhang mit der Arbeit wie Rückenschmerzen oder Müdigkeit berichteten mehr als doppelt so viele von denen, die gleichzeitig auch die Betriebsatmosphäre kritisierten (66,6 Prozent gegenüber 32 Prozent), heißt es in einer Pressemitteilung. Bei psychischen Problemen seien es 65,1 Prozent gegenüber 35,8 Prozent.

Außerdem fehlten Mitarbeiter in Betrieben mit als schlecht empfundener Unternehmenskultur deutlich häufiger und länger wegen Krankheit. Im vergangenen Jahr kam von ihnen nahezu jeder Dritte (31 Prozent) auf Fehlzeiten von mehr als zwei Wochen. In der Gruppe mit positiv wahrgenommener Atmosphäre waren es gerade mal 16,7 Prozent.

Fehlzeiten-Report

Im Rahmen des sogenannten Fehlzeiten-Reports 2016 hatte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) rund 2.000 Beschäftigte befragt. Die Unternehmenskultur wurde unter anderem an dem Führungsstil, der Mitarbeiterorientierung und der Entlohnungsgerechtigkeit gemessen. Demnach sind Mitarbeitern vor allem die Loyalität des Arbeitgebers (78 Prozent) und der Aspekt des Lobens (69 Prozent) im Arbeitsalltag wichtig. Seien diese Merkmale erfüllt, könne von einer guten und gesundheitsfördernden Unternehmenskultur die Rede sein, hieß es.

Allerdings habe die Untersuchung gezeigt, dass nur 55 Prozent der Beschäftigten glaube, dass der Arbeitgeber hinter ihnen stehe. Lediglich die Hälfte der Beschäftigten habe angegeben für gute Arbeit auch gelobt zu werden.

Klarer Zusammenhang

Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Reports betonte in einer Pressemitteilung: „Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit. Jedes Unternehmen, egal welcher Branche, sollte dieses Wissen nutzen.“


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