Wegen ungeklärter Honorare Kinderärzte werden neue Kinderrichtlinie zunächst nicht umsetzen

Obwohl die verbesserte Richtlinie zur Früherkennung bei Kindern gestern in Kraft getreten ist, werden die Ärzte die darin festgelegten verbesserten

            
 Leistungen zunächst nicht anbieten.Foto:Imago/ Westend61Obwohl die verbesserte Richtlinie zur Früherkennung bei Kindern gestern in Kraft getreten ist, werden die Ärzte die darin festgelegten verbesserten Leistungen zunächst nicht anbieten.Foto:Imago/ Westend61

Osnabrück. Obwohl die verbesserte Richtlinie zur Früherkennung bei Kindern am 1. September in Kraft getreten ist, werden die Ärzte die darin festgelegten verbesserten Leistungen zunächst nicht anbieten. Das bestätigte der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder-und Jugendärzte, Hermann-Josef Kahl, am Donnerstag in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Zur Begründung verwies Kahl darauf, dass sich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung GKV und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) noch nicht auf die Arzthonorare für die neuen Leistungen g eeinigt hätten. „Solange das aber so ist, sind sie im ambulanten Bereich auch noch keine Kassenleistung.“ Der Verband habe deshalb noch am Donnerstag ein Rundschreiben an alle Kollegen geschickt und darauf hingewiesen, dass sie aus juristischen Gründen mit den neuen Leistungen warten müssten, bis die Honorarfrage geklärt sei.

Noch ein halbes Jahr?

Wann das so weit sei, konnte Kahl nicht sagen. „Das Einzige, was ich weiß, ist, dass das Honorar spätestens ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Richtlinie festgelegt sein muss“, meinte er. Eltern und Kinder müssten also möglicherweise nur zwei Wochen, vielleicht aber auch ein halbes Jahr warten.

Altes Untersuchungsheft

Mit dem Inkrafttreten der neuen Regelungen am 1. September sollte auch eine neue Fassung des „Gelben Heftes“ in den Praxen ausgegeben werden. Darin sollten sich Eltern vor der Untersuchung informieren und eigene Fragen notieren können. Ärzte sollten dort dokumentieren, wenn bei der Beurteilung der Entwicklung des Kindes die vorgegebenen Kriterien hinsichtlich Grob- und Feinmotorik oder der emotionalen Kompetenz nicht erfüllt werden. Nach Angaben von Kahl werde in den Praxen bis zur Klärung der Honorarfrage nun mit dem alten Untersuchungsheft weitergearbeitet.


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