Studie: 20 Prozent weniger Muskelkraft Männer heute viel schwächer als ihre Väter

Der ältere Herr dürfte beim Armdrücken im Vorteil sein. Laut einer Studie ist die Greifkraft junger Männer niedriger als vor 30 Jahren. Foto: imago/Westend61Der ältere Herr dürfte beim Armdrücken im Vorteil sein. Laut einer Studie ist die Greifkraft junger Männer niedriger als vor 30 Jahren. Foto: imago/Westend61

Osnabrück. Eine neue Studie zeigt: Junge Männer von heute können nicht mehr so kräftig zupacken wie ihre Väter und Großväter vor 30 Jahren. Frauen in dem Alter haben dagegen die gleiche Griffstärke wie einst ihre Mütter. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler der Winston-Salem State University im US-Bundesstaat North Carolina durchgeführt haben.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher die Kraft in Armen und Händen ihrer 20 bis 34-Jährigen Versuchsteilnehmer gemessen. Zunächst wurde registriert, wie die Teilnehmer mit der ganzen Hand zugreifen können- danach kam es auf die Stärke des Griffs an. Anschließend sollten die Frauen und Männer zeigen, wie stark sie kneifen können. Die Ergebnisse der 237 Probanden verglichen die Forscher dann mit den Resultaten einer Erhebung aus dem Jahre 1985.

Das Ergebnis

Das Ergebnis war niederschmetternd: Die Griffstärke des heutigen Mannes lag bei 98 Pfund (49 Kilogramm), 1985 lag der Durchschnitt bei 117 Pfund (58,5 Kilogramm). Dabei schnitten die Männer zwischen 30 und 34 Jahren (5,5 Kilogramm weniger) noch deutlich besser ab als die Vergleichsgruppe zwischen 25 und 29 (12,5 Kilogramm weniger).

Armdrücken

„Die Handkraft der männlichen Teilnehmer ist um 12 Kilogramm geringer, als die der Männer in den 80er Jahren“, stellen die Forscher in dem Wissenschaftsmagazin „Journal of Hand Therapy“ fest. In Prozenten ausgedrückt seien das 20 Prozent weniger Kraft als noch vor 30 Jahren. „Beim Armdrücken kann der Durchschnittsmann von damals den Durchschnittsmann von heute ganz klar schlagen“, hieß es.

Die Muskelkraft der Frauen sei dagegen im Vergleich zu der früheren Untersuchung sogar etwas gestiegen. Frauen zwischen 30 und 34 Jahren könnten ebenso kraftvoll zupacken wie ihre Mütter. Frauen zwischen 30 und 34 packten sogar etwas fester zu als ihre Mütter oder Großmütter. Im Schnitt erreichen Frauen eine Greifstärke von 37,5 Kilogramm - genauso viel wie Frauen aus dem Jahr 1985.

Die Ergebnisse sind auch deshalb von großer Bedeutung, weil die Muskelkraft in den Händen ein guter Indikator für die Muskelkraft des gesamten Körpers sei, betonen die Wissenschaftler. „Männer sind offenbar heute schwächer.“

Gesellschaftlicher Wandel

Nach Ansicht der Forscher ist das eine Folge des gesellschaftlichen Wandels. Die Fähigkeit kräftig zu zupacken werde in der postindustriellen Wissensgesellschaft kaum noch benötigt. Während die Väter noch Arbeiten verrichtet hätten, bei denen Krafteinsatz erforderlich war, müssten die Söhne häufig nur noch die Finger auf der Computer-Tastatur bewegen. Die Muskeln würden so automatisch an Kraft verlieren.

Dem Motto „Selbst ist die Frau“ folgend hätten die Frauen dagegen, ihre Kraft behalten oder sogar noch ausbauen können. Auch das sei symptomatisch für die gesellschaftlichen Entwicklung, meinen die Forscher. .

Da der Großteil der Probanden Studenten aus North Carolina waren, ist die Untersuchung allerdings nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.Andererseits kommen auch andere Studien zu einem ähnlichen Ergebnis.


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