Unfallversicherung und Steuerersparnis Warum sich die Anmeldung der Haushaltshilfe lohnt

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Die Deutschen beschäftigen Haushaltshilfen meist schwarz – obwohl eine Anmeldung unter Umständen auch Geld sparen kann. Foto: dpaDie Deutschen beschäftigen Haushaltshilfen meist schwarz – obwohl eine Anmeldung unter Umständen auch Geld sparen kann. Foto: dpa

Osnabrück. Vier von fünf Haushaltshilfen arbeiten laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft schwarz. Dabei bietet die legale Beschäftigung Vorteile für beide Seiten.

In deutschen Privathaushalten arbeiten die meisten Putzhilfen schwarz. Schätzungsweise rund 80 Prozent der insgesamt 3,6 Millionen Haushaltshilfen arbeiteten außerhalb eines legalen Beschäftigungsverhältnisses, obwohl in den vergangenen Jahren Regelungen für legale Arbeitsverhältnisse eingeführt wurden, berichtet die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ und verweist damit auf eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der IW-Studie zufolge waren im vergangenen Jahr in etwa neun Prozent aller Privathaushalte Putz- oder sonstige Hilfen tätig. Von ihnen arbeitete mit 80 Prozent die überwiegende Mehrheit zwar schwarz, aber immerhin sei die Anzahl der illegal arbeitenden Hilfen in den vergangenen zehn Jahren um 600000 bis 800000 gesunken, hieß es. Die Zahl der Haushaltshilfen in legalen Mini-Jobs sei zwischen 2005 und 2015 um fast 200000 auf heute 300000 gestiegen. „Wer seine Haushaltshilfe nicht anmeldet, riskiert eine Strafe von bis zu 5000 Euro“, sagt Andreas Narozny von der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS), zu der auch die Minijobzentrale gehört. (Weiterlesen: Dienstleistungen aus dem Netz sind mehr und mehr gefragt)

Vorteile für Arbeitgeber

Dabei hat die Anmeldung von Haushaltshilfen Vorteile für beide Seiten. Viele Arbeitgeber befürchten womöglich, dass die Beschäftigung einer Putzhilfe oder eines Gärtners im privaten Haushalt zu teuer wird, sobald sie offiziell angemeldet ist. Doch die Summe der pauschalen Abgaben des Arbeitgebers an die Minijob-Zentrale beträgt maximal 14,9 Prozent vom Arbeitsentgelt der Haushaltshilfe. „Dafür ist die Putzfrau oder der Gärtner dann auch gesetzlich unfallversichert“, so Narozny. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Verletzt sich eine nicht angemeldete Haushaltshilfe bei der Arbeit, übernimmt zwar die Unfallversicherung zunächst die Kosten der Behandlung, holt sie sich aber gegebenenfalls beim Arbeitgeber wieder. Ist die Putzhilfe dagegen angemeldet, ist der Arbeitgeber vor Regresszahlungen sicher. Darüber hinaus kann der Arbeitgeber seine Ausgaben für die Haushaltshilfe von der Steuer absetzen. Jährlich können 20 Prozent oder höchstens 510 Euro von der Steuerlast abgezogen werden. „Mitunter zahlt der Arbeitgeber auf diese Weise sogar weniger für seine Putzfrau, als wenn sie nicht angemeldet wäre“, erklärt Narozny. Beispiel: Eine Haushalthilfe erhält einen Monatslohn von 300 Euro. Inklusive Abgaben für Renten- und Unfallversicherung steigen die Kosten für den Arbeitgeber auf knapp 339 Euro. Da er aber 510 Euro jährlich für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen kann, kostet den Arbeitgeber die Haushaltshilfe nur noch 296,50 Euro monatlich.

Vorteile für Arbeitnehmer

Der Minijobber selbst profitiert ebenfalls davon, in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert zu sein. Schließlich passieren im Haushalt die meisten Unfälle. Stürzt die Putzhilfe zum Beispiel beim Fensterputzen von der Leiter, übernimmt die Unfallversicherung etwa die Kosten beim Arzt oder im Krankenhaus. Darüber hinaus erwerben die Minijobber durch ihre Anmeldung Rentenansprüche sowie das Recht auf bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Sind nach einem Arbeitsunfall Reha-Maßnahmen erforderlich, werden die Kosten von der Rentenversicherung übernommen.

So melden Sie Ihre Haushaltshilfe an

Die Anmeldung einer Haushaltshilfe ist ganz einfach, wie Andreas Narozny erklärt: „Auf unserer Homepage steht ein Formular zum Download bereit, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen ausfüllen müssen. Anschließend schicken Sie das Formular mit beiden Unterschriften an uns. Um alles Weitere kümmert sich die Minijobzentrale.“ Warum bislang nur wenige Privathaushalte die Möglichkeit nutzen, ihre Putzhilfe anzumelden, weiß auch die Minijobzentrale nicht: „Wir vermuten, es ist eine Mischung aus fehlendem Unrechtsbewusstsein und Unwissenheit“, sagt Narozny. Wer wissen möchte, welche Kosten durch die Anmeldung der Haushaltshilfe entstehen, kann das auf der Internetseite der Minijobzentrale ausrechnen lassen . (mit epd)


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