Smileys tragen Heiligenschein: Für die Netzgeneration: Die Bibel mit Emojis übersetzt

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Ein Emoji mit Heiligenschein in der neuen „Emoji-Bibel“. Credit: @Bible Emoji https://twitter.com/Bible/MediaEin Emoji mit Heiligenschein in der neuen „Emoji-Bibel“. Credit: @Bible Emoji https://twitter.com/Bible/Media

KNA/wam Washington. „Bible Emoji“ heißt die neueste Übersetzung der Heiligen Schrift. Ende Mai ist sie als eBook für Apple-Geräte erschienen. In „Der Schrift für die Netzgeneration“ sind Schlüsselbegriffe in der Bibel durch Emojis ersetzt. So steht der Engel-Emoji mit Heiligenschein für „Gott“.

Die Bibel in einer „Emoji-Übersetzung“ trägt den Titel „Scripture 4 Millennials“ („Heilige Schrift für die Generation Millenium“). Für 2,99 Dollar (Tageskurs: 2,67 Euro) kann sie als eBook bei Apple heruntergeladen werden.

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Am Anfang war das Wort. Kurz nach der Wende des zweiten Jahrtausends kam das Emoji. So heißen die bunten Symbole, die in SMS-Kurznachrichten, WhatsApp-Botschaften und auf Twitter die Kommunikation verdichtet haben. Seitdem erfreuen sich die Smileys, Herzen, Engel und Sternchen größter Beliebtheit. Nicht nur bei der um das Jahr 2000 herum geborenen „Generation Millenium“. Es war von daher nur eine Frage der Zeit, bis das Emoji Einzug in die Welt des Glaubens hielt.

Übersetzer unbekannt

Der Übersetzer oder die Übersetzerin verbirgt sich selber hinter einem Emoji mit Sonnenbrille. Über seine Identität ist wenig bekannt. Nicht einmal sein Aufenthaltsort lässt sich genau bestimmen. Er könnte in Australien sitzen, weil er der dortigen Ausgabe des britischen „Guardian“ ein Interview gegeben hat. Da er die 66 Bücher der anglikanischen „King James“-Bibel zur Grundlage nahm, spricht auch etwas für Kontakte zum Vereinigten Königreich.

Der Person hinter dem Sonnenbrillen-Emoji kommt die Konfusion nur gelegen. Schließlich soll es nicht um das eigene Ego gehen, sondern um die zeitgemäße Verbreitung der guten Nachricht. Zum Vorgehen sagt Mr. oder Mrs. Emoji: „Ich wollte es so machen, wie man einen Bibelvers twittern und per SMS schicken würde, indem man die Zahl der Buchstaben verringert.“ So wurden vor allem Schlüsselbegriffe durch Emojis ersetzt, Symbole, wie sie in Chats verwendet werden. Die Bezeichnung „neue Übersetzung“ ist deshalb wohl auch leicht übetrieben,.Die „Emoji Bibel“ ist wohl eher der Versuch, sich an den Sprachgebrauch der Internet-Generation anzunnähern.

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Verse in Emojis übersetzt

Über ein halbes Jahr dauerte es, die heilige Schrift mit Hilfe von 80 gebräuchlichen Emojis einzudampfen. Der „coole Dude mit der Sonnenbrille“ ging dabei methodisch vor. Übersetzte Bibelverse wurden zunächst via Twitter einem großen Publikum zugänglich gemacht und mit Hilfe der Netzgemeinde verbessert. So sorgte das Symbol für Gott gleich beim Eingangsvers im Alten Testament „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ für Verwirrung, weil es manchen User eher an einen Engel erinnerte. Für den Himmel stehen drei Sterne, für die Erde eine Weltkugel. Für das Wort Zeit hat der Übersetzer eine Armbanduhr genommen. Die Sanduhr, die es auf der Emoji-Tastatur auch gibt , hat er verschmäht. l

Es sei „ein toller und spaßiger Weg“, auf diese Weise die frohe Botschaft zu teilen, kommentierte der annonyme Übersetzer sein Werk. Das überwiegend positive Echo scheint ihm recht zu geben. Religionslehrer halten die „Emoji-Bibel“ für eine gute Idee, um das Interesse von Schülern für religiöse Themen zu wecken. Natürlich gibt es auch Stimmen, die in der App nicht viel mehr als schnöde Geldmacherei sehen.

Frieden und Liebe verbreiten

Der Verfasser selbst sagte dem „Guardian“, er habe keine bestimmte Agenda verfolgt. Er möchte nicht einmal verraten, ob er selber überhaupt Christ ist. „Ich denke, wir sollten uns mehr darum kümmern, Frieden und Liebe zu verbreiten und weniger darum, mit welcher Kirchenzugehörigkeit wir das tun,“ sagt er.

Was den irdischen Vertrieb anbelangt, hakt es noch ein wenig. Grund ist die babylonisch anmutende Software-Vielfalt. Bisher liegt die „Emoji“-Bibel nur in einer Version für das Apple-Betriebssystem vor. Eine Android-Variante befindet sich in Vorbereitung. Mit der Amazon-Plattform gibt es grundlegende Probleme: Sie kennt keine Bildsymbole.


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