Bis zu sechs Monate in NRW Niedersachsen warten im Schnitt 55 Tage auf Steuerbescheid

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Ist die Steuererklärung abgegeben, kann es je nach Bundesland noch bis zu sechs Monate dauern bis der Steuerbescheid kommt. Foto: Armin Weigel/dpa (Ist die Steuererklärung abgegeben, kann es je nach Bundesland noch bis zu sechs Monate dauern bis der Steuerbescheid kommt. Foto: Armin Weigel/dpa (

Osnabrück. Nach einer Untersuchung des Bundes der Steuerzahler schwanken die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für Einkommensteuererklärungen je nach Bundesland zwischen fünf Wochen und sechs Monaten.

So müssen die Niedersachsen im Schnitt 55 Tage auf ihren Steuerbescheid warten. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Verschlechterung um einen Tag. Mit durchschnittlich 37,8 Tagen Wartezeit geht es in Hamburg am schnellsten. Bürger in Nordrhein-Westfalen warten dagegen mitunter sechs Monate auf ihren Steuerbescheid. In Bremen kann es 78,3 Tage dauern. „Es ist nicht akzeptabel, wenn Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen. Denn viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern“, betont BdSt-Präsident Reiner Holznagel. „Auch wenn die Ämter im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich etwas schneller geworden sind, darf es nicht vom Wohnort abhängen, wie schnell die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten.“

Hier geht es zum Ranking.

Mehr Service gefordert

Trotz gleicher Computerprogramme benötigen die Finanzämter für die Bearbeitung der Steuererklärungen damit unterschiedlich lange. Der BdSt-Präsident stellt klar: „Die Finanzverwaltung hat in einem aktuellen Gesetzgebungsverfahren mehr Service versprochen. Jetzt muss sie liefern! Künftig sollen Steuererklärungen häufiger automatisch bearbeitet werden – dadurch können die Durchlaufzeiten deutlich sinken. Wenn innerhalb von zehn Tagen eine Steuererklärung korrekt bearbeitet werden kann, wäre dies ein tolles Ergebnis.“

Hier noch einige wichtige Fragen und Antworten zur Steuerklärung:

Stimmt es, dass …?

…wer früher abgibt, seinen Bescheid früher bekommt?

Stimmt: Die Einkommensteuererklärungen werden grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Wer früher abgibt, bekommt im Regelfall auch früher seinen Steuerbescheid. Schneller geht es oft, wenn die Erklärungen im Frühjahr des Jahres abgegeben werden. Wer seine Einkommensteuererklärung erst im Mai oder später abgibt muss ggf. länger warten, weil in den Ämtern mehr Erklärungen eingehen.

…elektronisch übermittelte Steuererklärungen bevorzugt behandelt werden?

Stimmt nicht: Elektronisch abgegebene Steuererklärungen werden gegenüber den in Papierform eingereichten Erklärungen nicht bevorzugt. In einigen Bundesländern verkürzt sich die Bearbeitungszeit bei elektronischen Erklärungen allerdings um wenige Tage, da die Daten bereits in elektronischer Form vorliegen und nicht erst im Finanzamt erfasst werden müssen.

…die Bearbeitung von Erstattungsfällen länger dauert?

Stimmt nicht: Die Behauptung, die Bearbeitung von Erstattungsfällen wird verzögert, lässt sich nicht halten. Auch hier gilt grundsätzlich: Die Erklärungen werden in der Reihenfolge des Eingangs abgearbeitet. In einigen Bundesländern gilt sogar die Devise, dass Steuererklärungen, die erkennbar zu hohen Erstattungen führen, vorrangig bearbeitet werden sollen.

…mein Finanzamt besonders langsam arbeitet, da die Bearbeitungsdauer deutlich von den Durchschnittszahlen abweicht?

Kann stimmen: Alle Finanzämter arbeiten grundsätzlich mit der gleichen Software, dennoch können die Bearbeitungszeiten zwischen den einzelnen Finanzämtern innerhalb eines Bundeslandes erheblich abweichen. Ursachen sind zum Beispiel die unterschiedlich starke Besetzung in den Finanzämtern wegen Krankheit, Urlaubs, Elternzeit etc. oder das unterschiedliche Abgabeverhalten der Bürger.

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