Kommentar Hartz-IV-Reform zulasten Alleinerziehender und ihrer Kinder

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Die Bundesregierung will Alleinerziehenden Geld streichen, wenn ihre Kinder tageweise beim anderen Elternteil zu Besuch sind sind. Foto:imago/Westend61Die Bundesregierung will Alleinerziehenden Geld streichen, wenn ihre Kinder tageweise beim anderen Elternteil zu Besuch sind sind. Foto:imago/Westend61

Osnabrück Die Bundesregierung will Alleinerziehenden Geld streichen, wenn ihre Kinder tageweise beim anderen Elternteil sind. Eine entsprechende Regelung findet sich in dem Gesetzentwurf zur Hartz-IV-Reform. Das könnte in den Familien Konflikte um Geld und Umgangsrecht verschärfen.

Erklärtes Ziel der Hartz-IV-Reform ist es eigentlich, Bürokratie abzubauen. Den Mitarbeitern im Jobcenter und den Leistungsbeziehern soll der Alltag erleichtert werden. Mit der geplanten Neuregelung beim Umgangsrecht erreicht man aber genau das Gegenteil: Denn um die Vatertage von den Leistungen der Mutter – und umgekehrt – korrekt abzuziehen, müssten die Beteiligten akribisch Buch führen.

Auch in den Ämtern kann von Erleichterungen dann nicht die Rede sein: Die Bearbeitung der Anträge auf Erstattung des Mehraufwandes dürfte sehr aufwendig sein. Sollte die Neuregelung also in Kraft treten, bedeutet das für die Behörden vor allem mehr Arbeit und zusätzliche Kosten.

Am schlimmsten aber sind die möglichen Folgen für die betroffenen Kinder: Denn mit jedem Tag, den es bei dem anderen Elternteil verbringt, müssen die alleinerziehenden Mütter oder Väter mit einem geringeren Haushaltbudget klarkommen. Ihre Fixkosten wie Telefon, Strom, Versicherung und Vereinsbeiträge bleiben aber gleich.

So wird das Zusammensein des Kindes mit dem anderen Elternteil für die Alleinerziehenden, die ohnehin oft an der Armutsgrenze leben, zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung. Die auch politisch gewünschte Beteiligung beider Eltern an der Erziehung des Kindes ist gefährdet.


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