Ab Herbst im klinischen Einsatz Forscher entwickeln Test zur Früherkennung von Borreliose

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Durch einen Zeckenbiss können Krankheiten wie etwa Lyme-Borreliose übertragen werden. Foto: dpaDurch einen Zeckenbiss können Krankheiten wie etwa Lyme-Borreliose übertragen werden. Foto: dpa

Osnabrück. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien entwickeln einen Test, der frühzeitig eine Borrelien-Infektion nachweisen soll. Er könnte schon im Herbst eingesetzt werden.

Deutschlandweit gab es im vergangenen Jahr nach Angaben des Robert-Koch-Instituts fast 6000 Infektionen mit Borreliose . Übertragen wird die Krankheit, die durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi verursacht wird, durch Zeckenstiche. Experten vermuten, dass fast jede dritte Zecke in Deutschland mit Borrelien befallen sein könnte. Allerdings führt nicht jeder Stich einer infizierten Zecke auch zur Übertragung der Krankheit auf den Menschen. Etwa einer bis sechs von 100 gestochenen Menschen infiziert sich mit Borrelien. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht, deshalb ist der Schutz vor einem Zeckenstich die einzige Möglichkeit, sich auch vor einer Erkrankung zu schützen. (Weiterlesen: So schützen Sie sich vor Zecken)

Schwierige Diagnose

Die Diagnose einer Borreliose ist oft schwierig. Vor allem dann, wenn die typischen Anzeichen wie Wanderröte oder Nervenschmerzen ausbleiben. Es gibt zwar einen Antikörpertest, doch das menschliche Abwehrsystem entwickelt oft erst mit Verzögerung Antikörper gegen eine erstmalige Infektion mit Borrelien, sodass der Antikörpertest negativ ausfallen kann, obwohl eine Infektion vorliegt. Darüber hinaus muss ein positiver Antikörpertest nicht bedeuten, dass gerade eine aktuelle Erkrankung vorliegt. Die Antikörper können auch noch durch eine frühere, unbemerkte Infektion im Blut des Patienten sein. (Weiterlesen: Einheimische Mücken können Borreliose übertragen)

Aktuelle Infektion besser erkennen

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien entwickeln zurzeit einen neuen Test zur Früherkennung von Lyme-Borreliose, der genau diese Probleme lösen soll. In Zukunft soll durch den Test eine aktuelle Infektion besser zu erkennen sein und damit gesunde Menschen mit Borrelien-Antikörpern im Blut nicht unnötig mit Antibiotika behandelt werden, schreibt die Medizinische Uni Wien in einer Pressemitteilung . „Die derzeitige Standard-Laboruntersuchung ist leider oft nicht in der Lage, die frühe aktuelle Infektion mit Borrelien nachzuweisen“, wird Hannes Stockinger, Leiter des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie und des Zentrums für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien, in der Mitteilung zitiert. Mit einem dem neuen Test könnten künftig früher als sonst die richtige Therapie eingeleitet werden. Nach Angaben der Forscher könne der Test, der sich „Ixodes-Kit“ nennt, noch im Herbst 2016 in den klinischen Einsatz gelangen.


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