Tupperware, Thermomix und Co. Bei Verkaufspartys sind besonders Haushaltwaren gefragt

Verkaufspartys boomen weiter. Besonders gefragt sind derzeit Haushaltswaren wie der Thermomix von Vorwerk. Foto: dpaVerkaufspartys boomen weiter. Besonders gefragt sind derzeit Haushaltswaren wie der Thermomix von Vorwerk. Foto: dpa

Osnabrück. Verkaufspartys werden immer beliebter. Nach neuesten Zahlen des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland sind vor allem Haushaltswaren stark nachgefragt.

Tupperware, Thermomix, Putzutensilien oder hochwertige Töpfe: Verkaufspartys boomen weiter. Nach Angaben des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland (BDD) konnte die Branche ihren Umsatz um zwölf Prozent und damit 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 2015 steigern. Besonders das Segment der Haushaltswaren ist offenbar sehr begehrt: Hier gab es eine Umsatzsteigerung von 21 Prozent, wie der BDD in einer Pressemitteilung schreibt. Damit hält der Trend weiter an. Seit 2007 habe die Branche jedes Jahr durchschnittlich acht Prozent mehr Umsatz verbucht, heißt es vom BDD. Der Gesamtbranchenumsatz lag 2014 bei 15,3 Milliarden Euro. Das sei gegenüber 2013 eine Steigerung von fünf Prozent gewesen, in dem 14,6 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Zum BDD gehören mehr als 40 Unternehmen, die ihre Produkte meist bei Verkaufspartys unter das Volk bringen. Mitglieder sind zum Beispiel Vorwerk, die mit Staubsaugern aber vor allem mit der Küchenmaschine „Thermomix TM5“ gerade besonders erfolgreich sind, und das Verkaufsparty-Urgestein Tupperware. (Weiterlesen: Verkaufspartys boomen: Worauf Verbraucher achten sollten)

Exklusivität macht den Reiz aus

Über zu wenig Interesse an Verkaufspartys kann sich auch Andreas Schneck nicht beschweren. Er ist Betreiber und Geschäftsführer der Internetseite verkaufspartys.net . Er bietet damit sowohl Kunden, die sich für die Veranstaltung einer Verkaufsparty interessieren als auch Verkäufern aus der Direktvertriebsbranche eine Plattform. Auf seiner Seite werden allerdings nicht etwa Partys für Haushaltsgeräte am stärksten nachgefragt, sondern vor allem „im Bereich Erotik und Schmuck“, sagt Schneck. Allerdings räumt er ein, dass Verkäufer von Tupperware, Vorwerk und dem Haushaltwaren-Hersteller Prowin bisher nicht auf seiner Seite für Veranstaltungen werben. Zusammengenommen würden diese Anbieter einen erheblichen Umsatz mit Haushaltswaren machen, was erklären würde, warum bei ihm andere Direktvertriebssegmente stärker nachgefragt sind. Der Haushaltswaren-Hersteller Jemako dagegen sei auf seiner Internetseite vertreten und erfolgreich damit. „Das liegt auch daran, dass die Profile der Jemako-Verkäufer sehr professionell sind“, sagt Schneck. Seiner Ansicht nach ist die Exklusivität das Geheimnis des Erfolgs: „Produkte, die es weder im Laden noch online zu kaufen gibt, machen den Charme von Verkaufspartys aus. Wenn es die Waren auch bei Ebay, Amazon oder im Supermarkt um die Ecke gibt, verlieren sie meiner Erfahrung nach oft den Reiz“, erklärt Schneck. Er beobachtet zudem, dass die Menschen lieber wieder etwas gemeinschaftlich erleben, statt anonym online zu bestellen. Für viele Frauen sind Verkaufspartys ein netter Abend unter Freundinnen.


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