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15 Kilo Nutella für Fan-Artikel Verbraucherzentrale warnt vor Ferrero-Werbeaktion zur EM 2016

Von Eckhard Stengel

15 Kilogramm Nutella für einen Ball. Foto: dpa15 Kilogramm Nutella für einen Ball. Foto: dpa

Bremen. Mehr als 15 Kilogramm Nutella müssten Fußballfans bis Ende Juni kaufen, wenn sie bei einer Punktesammelaktion des Süßwarenherstellers Ferrero zur Fußball-Europameisterschaft 2016 einen Ball gewinnen wollen. Die Verbraucherzentrale Bremen hält diese Werbekampagne für „unverantwortlich“, wie sie am Montag mitteilte.

„Love Brands – Tolle Prämien zur EM 2016“: So heißt die Ferrero-Aktion, bei der die Käufer von Nutella, Hanuta und anderen Konzernprodukten seit Ende Februar Treuepunkte sammeln können. Pro 450-Gramm-Glas Nutella zum Beispiel gibt es zwei Punkte. Wer 35 Punkte in sein Sammelheft geklebt hat, bekommt als Prämie zwei bedruckte Gläser („Torjäger“ / „Stürmer“); bei 70 Punkten winkt ein Fußball mit den aufgedruckten Unterschriften der deutschen Nationalmannschaft; 100 Punkte bringen ein mobiles Handyladegerät.

Fünf Kilo Fett

Zumindest der Fußball sei ja tatsächlich sportlich, meint die Verbraucherzentrale Bremen. Aber dafür müssten zum Beispiel 35 Gläser oder 15,75 Kilogramm Nutella gekauft werden. Darin enthalten seien fast neun Kilogramm Zucker und fünf Kilogramm Fett. Der Brennwert liege bei 86.150 Kilokalorien. Zum Vergleich: Ein zehnjähriges Kind brauche täglich etwa 2.000 Kilokalorien. Geringer wird der Nusscreme-Verbrauch pro Kopf nur, wenn sich mehrere Fußballfans beim Sammeln zusammentun.

Verbraucherzentrale: „Unverantwortlich“

Annabel Oelmann, die Chefin der Verbraucherzentrale Bremen, nennt die Werbeaktion unverantwortlich: „Fachleute warnen seit Jahren vor zunehmendem Übergewicht bei Kindern. In Deutschland gilt jedes siebte Kind als zu dick – Tendenz steigend.“

Oelmann hat auch einen Alternativvorschlag parat: Wer wegen der bevorstehenden WM einen neuen Fußball haben möchte, sollte lieber zu einem Spielgerät aus fairem Handel greifen. „Ein solcher Ball ist deutlich preisgünstiger, ohne den zusätzlichen Kauf von Zucker- und Fettbergen erhältlich und kommt den Menschen in Entwicklungsländern zugute.“

Allerdings trägt er keine aufgedruckten Fußballer-Unterschriften.

Ferrero wehrt sich

Ferrero fühlt sich zu Unrecht angegriffen. „Der Süßwarenkonsum ist seit Jahren stabil geblieben“, teilte der Konzern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Werbeaktionen hätten lediglich zur Folge, dass sich die Marktanteile der Hersteller verschieben. Außerdem müsse ja nicht alles gleich verzehrt werden: „Nutella beispielsweise hat eine Mindesthaltbarkeit von einem Jahr.“


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