Risiko für Lungenerkrankungen Rauchen während der Schwangerschaft verändert Erbgut des Kindes

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Rauchen während der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind das Erbgut schädigen. Foto: imago/Westend61Rauchen während der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind das Erbgut schädigen. Foto: imago/Westend61

Osnabrück. Dass Schwangere nicht rauchen sollten, ist schon lange bekannt. Einer neuen Studie zufolge schaden die Mütter ihren Kindern damit aber nicht nur während der Schwangerschaft, sondern beeinflussen auch nachhaltig ihr Erbgut.

Seit Jahren ist bekannt, dass Rauchen während der Schwangerschaft nicht nur der Mutter, sondern auch dem ungeborenen Kind schadet. Diese Kinder sind häufig kleiner und leichter, als Kinder von Nichtraucherinnen. Zudem sind ihre Lungen oft nicht vollständig entwickelt. Später haben sie ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken und sind anfälliger für Infektionen und allergische Reaktionen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) rauchen etwa 13 Prozent der Frauen zu Beginn einer Schwangerschaft. Nur etwa ein Viertel von ihnen hört im Laufe der Schwangerschaft damit auf. (Weiterlesen: Endlich rauchfrei! – So gelingt der Rauchstopp)

Erbgut wird durch Rauch verändert

Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Hemholtz-Zentrums für Umweltforschung, des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universität Heidelberg zeigt nun aber, dass rauchende Mütter ihren Kindern nicht nur während der Schwangerschaft schaden, sondern das Erbgut der Kinder durch den Zigarettenrauch dauerhaft verändert wird. Nach Angaben der Forscher beeinflussen die Folgen des Tabakrauchs die Zellentwicklung des Kindes im Mutterleib. Diese sogenannten epigenetischen Veränderungen hätten sowohl bei den rauchenden Müttern als auch im Nabelschnurblut der neugeborenen Kinder nachgewiesen werden können, erklärt Irina Lehman vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Das zeige, dass die Veränderungen schon im Mutterleib auftreten und die Genregulation des noch ungeborenen Kindes beeinflussen. Die Schäden können bei Kindern von Raucherinnen etwa das Risiko für Lungenerkrankungen, Diabetes, Asthma und Fettsucht erhöhen. „Durch diese Entdeckung beginnen wir jetzt, die Mechanismen zu verstehen, die dazu führen, dass das Rauchen zu so unterschiedlichen Krankheiten führen kann“, so Genomforscher Roland Eils. (Weiterlesen: Bis zur Geburt unbemerkt schwanger – Ist das möglich?)

622 Mütter und Kinder begleitet

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten aus einer früheren Studie aus. Seit 2006 begleiteten Forscher des UFZ 622 Mütter und Kinder, um zu untersuchen, welche Umweltfaktoren ungeborene Babys beeinflussen. Im Rahmen der Studie wurden die Schwangeren auf Umweltbelastungen untersucht und später auch die Gesundheit der Kinder analysiert. Sie verglichen dabei Daten von Müttern, die geraucht haben mit solchen von Müttern, die nicht geraucht haben. Ergebnis: Auch noch Jahre nach der Geburt war der negative Einfluss des Tabakrauchs bei den Kindern nachweisbar. Die Forscher räumen allerdings ein, dass nicht ganz klar sei, ob dieser Umstand allein auf die Rauchbelastung während der Schwangerschaft zurückzuführen sei. Schließlich seien die meisten Kinder von Rauchern auch nach der Geburt Zigarettenqualm ausgesetzt.

Die Ergebnisse der Forscher sollen Ansatzpunkte für neue Therapieoptionen von umweltbedingten Erkrankungen liefern. „Je besser wir verstehen, was durch die Umweltbelastung fehlgesteuert wird, desto besser können wir auch darauf reagieren. Im Fall von Tabakrauch ist allerdings das Vermeiden der Belastung immer noch die beste Alternative“, fasst Lehmann zusammen. (Weiterlesen :Weniger Frühgeburten durch Rauchverbote)


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