Sommerzeit 2016 Studie: Zeitumstellung erhöht Risiko für Schlaganfall

Die zweimalige Zeitumstellung im Jahr auf Sommerzeit oder Winterzeit erhöht offenbar das Risiko für Schlaganfälle. Foto:Imago/Science LibraryDie zweimalige Zeitumstellung im Jahr auf Sommerzeit oder Winterzeit erhöht offenbar das Risiko für Schlaganfälle. Foto:Imago/Science Library

Osnabrück. Die zweimalige Zeitumstellung im Jahr auf Sommerzeit oder Winterzeit erhöht offenbar das Risiko für Schlaganfälle. Nach Untersuchungen finnischer Forscher erhöht sich die Rate der ischämischen Schlaganfälle in den ersten beiden Tagen nach dem Übergang zur Sommerzeit um acht Prozent. Allerdings pendelt sie sich nach ihren Erkenntnissen schon nach weiteren zwei Tagen wieder auf normale Werte ein.

Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Arten von Schlaganfällen: Am häufigsten kommt der ischämische Schlaganfall vor. Er macht 85 Prozent aller Fälle aus. Der ischämische Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich durch ein Blutgerinnsel verschlossen wird (Hirnthrombose oder Hirnembolie). In etwa jedem fünften Fall geht es um einen hämorrhagischen Schlaganfall- eine Hirnblutung.

Innere Uhr gestört

Der Hauptautor der Studie Jori Ruuskanen von der Universität Turku betonte, frühere Studien hätten gezeigt, dass eine Störung der sogenannten Inneren Uhr der Menschen das Risiko für einen ischämische Schlaganfall erhöhe. „Wir wollten herausfinden, ob auch die Zeitumstellung den Menschen einem höhere Schlaganfall-Risiko aussetzt.“ Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftler beim jährlichen Treffen der American Academy of Neurology.

Grundlage ihrer Untersuchung waren Daten aus zehn Jahren Forschung. Etwa 3.000 Probanden wurden in der Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit untersucht. Dabei verglichen die Forscher die Raten für Schlaganfälle mit den Daten von knapp 12.000 Patienten, die zwei Wochen vor der Zeitumstellung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Rate der ischämischen Schlaganfälle in den ersten beiden Tagen nach dem Übergang zur Sommerzeit um acht Prozent erhöhte. Nach weiteren zwei Tagen sank diese Rate aber wieder auf normale Werte.

Risiko nach Krebs

Ein anderes Ergebnis der Untersuchung: Menschen mit Krebs haben nach der Zeitumstellung ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ähnliches gilt nach Angaben der Forscher auch für Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Bei diesen steigt in der zweitägigen Übergangszeit das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden um 20 Prozent.

„Durch die Zeitumstellung wird unsere innere Uhr beeinflusst und aus diesem Grund schlafen wir schlechter“, betonte Ruuskanen. Nun müssten weitere Studien durchgeführt werden, um die Beziehung zwischen diesen Zeitumstellungen und dem Schlaganfalls-Risiko vollständig zu verstehen und herauszufinden, ob es Möglichkeiten gebe das Risiko zu reduzieren.

Sommerzeit kommt bald

Die nächste Zeitumstellung erwartet uns am in der Nacht zum Sonntag, 27. März. Um Punkt zwei Uhr findet die Zeitumstellung auf die Sommerzeit statt, dabei wird der Zeiger eine Stunde (also auf drei Uhr) nach vorne gerückt. Wir haben dann die kürzeste Nacht des Jahres, eine Stunde Schlaf wird uns gestohlen


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