Toxisches Schocksyndrom (TSS) Tampon zu lange nicht gewechselt: Junge Frau stirbt fast

Tampon neun Tage lang in Vagina vergessen: Frau stirbt fast an Toxischem Schocksyndrom (TSS).  Foto: imago/Science Photo LibraryTampon neun Tage lang in Vagina vergessen: Frau stirbt fast an Toxischem Schocksyndrom (TSS). Foto: imago/Science Photo Library

Osnabrück. Die 20-jährige Studentin Emily Pankhurst aus dem britischen Maidstone hat im Prüfungsstress neun Tage lang einen Tampon in ihrer Vagina vergessen. Sie zog sich eine schwere Blutvergiftung zu. Die Ärzte kämpften drei Tage lang um ihr Leben. Emily postete ihre Geschichte jetzt auf Facebook, um andere Frauen zu warnen.

Wie die „Daily Mail“ berichtet, befand sich die junge Kriminologie-Studentin der „University of Canterbury“ wegen ihrer Prüfungen dermaßen im Stress, dass sie den Tampon, den sie wegen ihrer einsetzenden Menstruation eingeführt hatte, schlicht vergaß. Anfangs habe sie sich nur nicht gut gefühlt, ihr Bauch sei aufgebläht gewesen, so die junge Studentin. Ihr Unwohlsein habe sie zunächst auf den Prüfungsstress zurückgeführt. Erst nach neun Tagen habe sie den inzwischen tiefschwarz verfärbten Tampon entdeckt. „Es war furchtbar. Mir war total übel“, berichtet Pankhurst der „Daily Mail“.

Schock-Diagnose

Emily begann zu lallen und verlor das Bewusstsein. Beim Arzt erhielt sie die Schock-Diagnose: Durch den vergessenen Tampon hatte sie ein Toxisches Schocksyndrom (TSS). Drei Tage lang kämpften die Ärzte um ihr Leben. Sie kam auf die Intensivstation und wurde dort künstlich ernährt und mit Antibiotika behandelt. Außerdem erhielt sie starke Schmerzmittel. Hätte sie den Tampon nur wenige Stunden später bemerkt, würde sie wahrscheinlich nicht mehr leben. Ihren eigenen Angaben zufolge fällt der jungen Frau das Laufen noch immer schwer.

Tampon -Krankheit

Wie Emily mitteilte, sei sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen, um anderen zu helfen, auf ihre Gesundheit zu achten. Denn die wenigsten Frauen wissen über die umgangssprachlich auch „Tampon-Krankheit“ genannte Infektion Bescheid. Bei TSS handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit dem Bakterium Staphylococcus aureus. Sie kann zu einem schweren Organ- und Kreislaufversagen führen. Wenn dieses Bakterium über eine offene Wunde oder die Gebärmutter in den Blutkreislauf kommt, bildet es ein Gift, das einen Schock im Körper auslöst und für die betroffene Person tödlich sein kann.

Typische Symptome

Die meisten bisher bekannten TSS-Fälle entstanden während der Periode. Zwar können die Bakterien theoretisch durch jede Wunde in den Körper eindringen, doch häufig gelangen die Erreger über Tampons in den Organismus, vor allem wenn diese zu lange im Körper bleiben. Typische Symptome sind neben hohem Fieber auch Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall, Juckender Hautausschlag sowie ferner Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Dass die Krankheit tödlich enden kann, zeigt der Fall der 13-jährigen Jemma-Louise Roberts aus Großbritannien, über den das Internetportal Heilpraxis.net berichtet. Das Mädchen aus dem Großraum Manchester starb vor wenigen Monaten am toxischen Schocksyndrom. Vor einigen Jahren sorgte der TSS-Fall einer Prominenten für Schlagzeilen: Damals verlor das ehemalige Vogue-Model Lauren Wasser ein Bein, obwohl sie sich ihren eigenen Angaben zufolge an die Regeln gehalten und ihre Tampons regelmäßig gewechselt hatte. Die US-Amerikanerin ist sich sicher, dass falsches Material und mangelnde Aufklärung schuld an allem sind.

Hinweis auf Packung

Mittlerweile ist der Hinweis zu TSS auf jeder Tampon-Packung angeführt. Lauren Wasser macht sich seitdem außerdem für eine Veränderung der Materialien bei Tampons stark. Manchen Experten zufolge würden Tampons aus 100 Prozent Baumwolle ein deutlich geringeres Risiko darstellen. Der Großteil der Produzenten – auch in Deutschland – verwendet allerdings einen Mix aus Viskosefaser und Baumwolle, oder pure Viskose.

Was kann man nun tun, um TSS zu vermeiden?

  • Tampons max. 4-6 Stunden im Körper belassen.
  • Vor dem Einführen oder Entfernen eines Tampons immer sorgfältig die Hände waschen
  • In der Nacht besser auf Binden oder eine Menstruationskappe umsteigen
  • Supersaugfähige Tampons aus synthetischen Materialien vermeiden.
  • Tampons aus 100 Prozent Biobaumwolle reduzieren angeblich das Risiko, dass sich Bakterien bilden können, die das toxische Schocksyndrom verursachen


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