Tipps von Flirtcoach Nina Deißler Das sind die häufigsten Fehler beim Flirten


Osnabrück. Ein Flirt ist oft der erste Schritt auf dem Weg zu einer neuen Beziehung. Was Männer und Frauen dabei alles falsch machen können, erklärt Flirtcoach Nina Deißler.

Etwa 16 Millionen Singles gibt es in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts. Viele von ihnen sind das nicht freiwillig und würden diesen Zustand gerne ändern. Dafür melden sie sich oftmals bei Partnerbörsen im Internet an, oder versuchen jemanden in der Realität kennenzulernen. Dass dabei einiges schief gehen kann, erklärt Deutschlands bekanntester Flirtcoach Nina Deißler. Sie hat uns verraten, was Männer und Frauen am häufigsten falsch machen.

Männer:

  • Schlechte Selbstvermarktung: „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“, sagt Nina Deißler und meint damit, dass Männer zwar in ihrem Online-Dating-Profil schreiben, was ihnen gefällt – sie damit aber 95 Prozent aller Frauen abturnen. „Wenn ein Mann zum Beispiel 45 ist und er schreibt, dass er eine junge, schlanke, sportliche Frau zwischen 25 und 35 sucht, finden selbst die Frauen, die so sind das platt und ignorieren ihn“, sagt der Flirtcoach. Also: Besser überlegen, was eine potenzielle Partnerin ansprechen könnte.

  • Die Kumpelschiene: Männer haben beim Flirten häufig das Problem, dass sie Angst haben, abgelehnt zu werden. „Dann wollen sie den Frauen alles recht machen und geraten ganz schnell auf diese Kumpelschiene“, sagt Nina Deißler. Das bedeutet nicht, dass sie nicht höflich und freundlich sein sollen – sie sollten aber nicht ihre eigenen Bedürfnisse komplett zurückstellen.

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  • Status kommunizieren: Das andere Extrem sind laut Nina Deißler Männer, die den ganzen Abend erzählen, was für tolle Kerle sie sind: „Ganz nachdem Motto: mein Haus, mein Auto, meine Yacht.“ Das ist auch nicht besser.

  • Schlechte Einstellung: Gerade kleine Männer unter 1,75 Meter haben es beim anderen Geschlecht oft schwerer. Viele bringt das zur Verzweiflung, weiß Nina Deißler: „Dann merken sie gar nicht, dass nicht ihre mangelnde Größe, sondern ihre Verzweiflung ihnen im Weg steht.“ Wenn kleinere Männer charmant, witzig und selbstbewusst seien, sei ihre Größe oftmals gar nicht mehr wichtig. „Kleine Männer haben vielleicht nicht die Auswahl aus 100 Prozent der Frauen, aber vielleicht immerhin aus 10 Prozent. Wenn ich aber rumrenne mit einem langen Gesicht und alle Frauen blöd finde, weil sie mich nicht wollen, dann vergraule ich auch die noch“, sagt der Flirtcoach. Es kommt also auf die Ausstrahlung an – nicht auf die Größe.

Frauen:

  • Schlechte Selbstvermarktung: Ähnlich wie Männer beschreiben sich auch Frauen in ihrem Online-Dating-Profil meist nicht „zielgruppengerecht“, so Nina Deißler. „Die Frauen setzen oft weibliche Kriterien an, wenn sie sich selbst beschreiben: Sie erzählen viel zu viel von sich und beschreiben oft viel zu ausgiebig, was sie interessiert. Das interessiert aber meist die Männer nicht so sehr“, erklärt der Flirtcoach.

  • Falsche Zurückhaltung: „Frauen machen oft den Fehler, dass sie zu subtile, gar keine oder missverständliche Signale an die Männer senden“, meint Nina Deißler. Deutsche Frauen fühlten sich zwar gleichberechtigt und selbstbewusst, sobald es aber um das Thema Flirten und Liebe gehe, fielen sie in ganz alte Rollenmuster und Klischees zurück. Der Flirtcoach nennt ein Beispiel: „Eine Frau sitzt irgendwo in einer Bar und ein Mann kommt rein. Sie guckt ihn an und plötzlich erwidert er den Blickkontakt. Was macht die deutsche Frau als erstes? Sie guckt in ihre Handtasche und fühlt sich peinlich berührt, weil der Mann gesehen hat, dass sie guckt. Das ist doch nicht emanzipiert. Der Mann wird wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, zu ihr zu gehen. Er denkt ja, sie hat kein Interesse.“

  • Schlechte Einstellung: Gerade korpulente Frauen haben es beim anderen Geschlecht oft schwerer. Aber ähnlich wie bei kleinen Männern sei es oft die negative Ausstrahlung, die potenzielle Partner abschrecke, nicht ein paar Kilos zu viel. „Wenn ich mit einer schlechten Einstellung losgehe, dann ist es mein griesgrämiger Gesichtsausdruck, der potenzielle Partner abschreckt und nicht mein dicker Hintern“, sagt Nina Deißler.

Nina Deißler, Jahrgang 1974, ist Marketingfachwirtin und systemischer Coach. Seit 1999 ist sie als Beraterin im Bereich Partnerschaft und Partnersuche tätig. Sie gilt als Deutschlands berühmtester Flirtcoach.

Sie ist Autorin zahlreicher Bücher zum Thema, ihr neuestes heißt „ Beziehungsstatus: kompliziert – Die absolute Wahrheit über Männer, Frauen, Sex und Liebe“. Es ist am 1. Februar im Verlag Knaur erschienen.

Zurzeit ist sie regelmäßig als Liebesexpertin in der Sendung „Mein Nachmittag“ im NDR Fernsehen zu sehen. Nina Deißler ist seit 2008 mit dem Musiker Claudius Mach verheiratet.

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