Süße ohne Nebenwirkungen Erythrit und Reissirup: Die besten Zucker-Ersatzstoffe


Osnabrück. Zucker-Ersatzstoffe gibt es viele - doch die meisten von ihnen haben Nebenwirkungen, auf die man gerne verzichten würde. Mit Erythrit und Reissirup sind mittlerweile zwei Süßungsmittel auf dem Markt, die man uneingeschränkt empfehlen kann. Und Erythrit ist sogar völlig kalorienfrei.

Ob Sorbit, Maltit oder Xylit, ob also zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis, das Problem ist immer dasselbe: die Hygroskopie. Der Begriff beschreibt die Stoffeigenschaft, Feuchtigkeit aus der Umgebung zu binden. In Pillendosen oder Kleidungsstücken sind Beigaben mit dieser Fähigkeit sehr erwünscht; und auch Sorbit und Co. sorgen in vielen Lebensmitteln dafür, dass sie nicht austrocknen. Im Verdauungstrakt allerdings führt diese Eigenschaft irgendwann zu Problemen. (Weiterlesen: Machen Süßstoffe doch dick?)

Sorbit, Maltit oder Xylit gehören zur Gruppe der Zuckeralkohole, und die meisten dieser Stoffe kommen aufgrund ihrer Molekülgröße noch in recht großer Menge im Dickdarm an. Dort ziehen sie Feuchtigkeit an - und das führt, je nach Menge, zu Durchfall.

Weiteres Problem: Die Zuckeralkohole werden von den Dickdarmbakterien vergoren und sorgen bei einer bakteriellen Dysbalance im Darm schnell für Blähungen. Die sind nicht nur lästig, sondern auch ein wichtiges Zeichen dafür, dass man Zuckeralkohole meiden sollte. Denn Vergärungsprozesse, die kurzfristig für Blähungen sorgen, sorgen langfristig für eine noch stärkere bakterielle Dysbalance im Darm. (Weiterlesen: Experte: Lightprodukte können vernünftig sein)

Erythrit - der erste Zuckeralkohol ohne Nebenwirkungen

Lange Jahre gab es keinen Zuckeralkohol auf dem Markt, der nicht bei Einnahme einer höheren Menge oder einem empfindlichen Verdauungstrakt für derartige Probleme sorgte. In den letzten Jahren wurde das erwähnte Xylit sehr hoch gehandelt; anders als die anderen Zuckeralkohole, die fast ausschließlich industriell genutzt werden, ist es im Handel erhältlich und kann von jedem zum Süßen genutzt werden. Doch auch Xylit ist wie erwähnt in der Lage, dem Darm erhebliche Probleme zu bereiten. Ganz im Gegensatz zu Erythrit.

In körniger Form ist es optisch von normalem Haushaltszucker nicht zu unterscheiden, und im Gegensatz zu den verwandten Zuckeralkoholen wird es aufgrund seiner geringen Molekülgröße zu 90 Prozent im Dünndarm resorbiert. Um von Erythrit Durchfall und Blähungen zu bekommen, müsste man tatsächlich raue Mengen verzehren. (Weiterlesen: Warum es schwer ist, weniger Zucker zu essen)

Der zweite und für viele entscheidende Vorteil von Erythrit: Es enthält - anders als Xylit, Maltit oder Sorbit - überhaupt keine Kalorien. Der Blutzuckerspiegel wird auch nicht durch andere Mechanismen angehoben, Erythrit ist also derzeit das wohl beste Süßungsmittel.

Es gibt auch Stevia ohne bitteren Beigeschmack

Dafür verantwortlich ist natürlich auch der Geschmack. Erythrit hat eine ähnliche Konsistenz wie Zucker und schmeckt auch ähnlich, besitzt allerdings eine geringere Süßkraft. Der auffälligste Unterschied: Pur gegessen hinterlässt Erythrit ein leichtes Kältegefühl auf der Zunge. Mischt man es in Speisen, merkt man davon aber nichts mehr.

Wer kalorienfrei und gesund süßen will, für den kommt neben Erythrit derzeit eigentlich nur das zu Unrecht viel bekanntere Stevia infrage. Gegenüber dem Zuckeralkohol Erythrit hat das allerdings zwei entscheidende Nachteile. Erstens fehlt dem Stoff das Volumen, weshalb er sich nicht zum Backen eignet. Zweitens hat Stevia oft einen sehr bitteren Beigeschmack. (Weiterlesen: Softdrinks mit Stevia enthalten immer noch viel Zucker)

Der lässt sich allerdings vermeiden, indem man das richtige Produkt kauft. Und das erkennt man an einem möglichst hohen Anteil von Rebaudiosid-A. Die verschiedenen Anteile von Stevia heißen Glykoside, Rebaudiosid-A ist unter ihnen das süßeste und am wenigsten bittere. Wer ein Stevia-Präparat mit rund 97 Prozent Rebaudiosid-A kauft, kann sicher sein, den bitteren Beigeschmack zu vermeiden.

Reissirup - das ideale Süßungsmittel mit Kalorien

Schließlich gibt es noch ein weitgehend unbekanntes und ideales Süßungsmittel für alle, die einen Energieträger ohne Nebenwirkungen suchen: Reissirup. Der hat eine vergleichbare Konsistenz wie Honig, und der Geschmack erinnert zum Glück überhaupt nicht an Reis, sondern eher an Karamell.

Reissirup hat weniger Kalorien als Haushaltszucker, schmeckt auch weniger süß und ist gerade für Sportler und Diabetiker hervorragend geeignet. Denn erstens enthält Reissirup keinen Fruchtzucker, der den Darm gerade beim Sport belastet, ebenfalls zu Blähungen und Durchfall führen kann und den Insulinspiegel indirekt stark in die Höhe treibt. Zweitens hat Reissirup einen hohen Anteil von Mehrfachzuckern, die anders als Haushaltszucker für eine langsame, konstante Energiezufuhr sorgen und den Insulinspiegel damit nicht so schnell in die Höhe schießen lassen.

Der Nachteil aller vorgestellten Süßungsmittel: Sie haben ihren Preis. Ein halbes Kilo Erythrit kostet unter dem bekanntesten Namen „Sukrin“ in Reformhäusern knapp zehn Euro. Weiter unten im Regal - oder im Internet - findet man aber auch günstigere Varianten.

Reissirup gibt es ebenfalls in Reformhäusern und mittlerweile auch in dm-Filialen. 600 Gramm kosten knapp fünf Euro. Für 30 Gramm Stevia mit 97 Prozent Rebaudiosid-A schließlich muss man in der Regel deutlich mehr als zehn Euro zahlen. Da die Süßkraft aber enorm hoch ist, reicht die Menge normalerweise auch für mehrere Monate.


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