Tipps vom ADAC Worauf Sie beim Enteisen des Autos achten sollten

Viele Autofahrer, die nicht in der Garage parken, mussten auch gestern Morgen wieder kratzen. Foto: Jörn MartensViele Autofahrer, die nicht in der Garage parken, mussten auch gestern Morgen wieder kratzen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Winter ist in Deutschland endgültig angekommen. Alle Autofahrer, die keine Garage haben, fluchen nun wieder, weil sie ihren Wagen enteisen müssen. Der ADAC verrät, worauf Sie dabei achten sollten.

Viele Autofahrer, die im Winter regelmäßig ihr Auto freikratzen müssen, haben Tricks, wie es am schnellsten geht. Einige davon können aber mehr schaden als nützen. Johannes Boos vom ADAC erklärt, was Autofahrer tun und was sie besser lassen sollten.

Das sollten Sie tun:

  • Zeit nehmen: Stellen Sie sich notfalls Ihren Wecker eher, um das Auto richtig zu enteisen. „Wer in Stress gerät und möglicherweise zu spät zu Termin oder zur Arbeit kommt, macht schnell Fehler. Das erhöht die Unfallgefahr“, so Boos.
  • Komplett freikratzen: Autofahrer sollten die Scheiben komplett freikratzen und nicht nur ein Guckloch in die Windschutzscheibe. „Zum einen müssen Sie ein Ordnungsgeld bezahlen, wenn die Polizei Sie erwischt. Zum anderen ist das Fahren auf diese Weise einfach viel gefährlicher“, sagt Johannes Boos. Zudem müsse der Schnee vom Dach und Eisstücke entfernt werden, damit der nachfolgende Verkehr nicht gefährdet werde.
  • Gutes Werkzeug besorgen: Wer einen vernünftigen Eiskratzer kauft, kann sich die Arbeit ein wenig erleichtern. „Ein guter Eiskratzer besteht aus stabilem Kunststoff und hat drei Seiten“, so Boos. Mit der Sägezahnkante werde als erstes das Eis grob entfernt, mit der glatten Seite die Scheibe komplett vom Eis befreit und mit der Gummilippe die Restfeuchtigkeit beseitigt. „Am besten funktioniert es, wenn man den Eiskratzer in einem flachen Winkel hält und nur leichten Druck ausübt“, so der ADAC-Mitarbeiter. Das Auto wird am besten von außen zur Mitte und oben nach unten von Schnee und Eis befreit. „Bloß keine kreisenden Bewegungen machen. Dadurch kann die Scheibe zerkratzen.“
  • Türschlossenteiser in der Tasche: Viele Autofahrer machen den Fehler, den Türschlossenteiser im Auto liegen zu lassen. „Im Fall eines Falles bringt dem Fahrer das natürlich gar nichts“, so Boos. Deshalb gehöre der Türschlossenteiser unbedingt in die Tasche und nicht ins Auto.
  • Gummidichtung präparieren: Häufig lassen sich nach einer frostigen Nacht die Türen nur schwer öffnen – trotz Türschlossenteiser. Das kann daran liegen, dass die Gummidichtungen in der Tür aneinandergefroren sind. Wer häufiger Probleme damit hat und frostige Nächte erwartet, kann die Dichtungen mit einem speziellen Fettstift präparieren.

Das sollten Sie lieber nicht tun:

  • Warmes Wasser auf die Windschutzscheibe: „Wir raten davon ab, warmes oder gar heißes Wasser auf die gefrorene Windschutzscheibe zu gießen“, so Boos. Dadurch könnte die Scheibe reißen. Ähnliches gilt für eine Wärmflasche auf dem Armaturenbrett.
  • CD statt Eiskratzer: CD-Hüllen sind als Ersatz-Kratzer nicht geeignet. Der ADAC rät davon ab und empfiehlt stattdessen handelsübliche Kratzern aus stabilem Kunststoff.
  • Enteisersprays: Enteiserspray befreien das Auto schnell und zuverlässig von Eis, doch es gibt auch Nachteile: „Aus Umweltschutzgründen sollten Autofahrer nicht jeden Tag ihren Wagen mit den Sprays vom Eis befreien“, so Boos. Darüber hinaus seien die Sprays teuer. Selbstgemischte Sprays könnten zwar oft die Scheibe enteisen, sie dafür aber sehr schmutzig machen.

0 Kommentare