Fructose unter Verdacht Neue US-Studie: Zucker fördert Brustkrebs und Metastasen

Ein Löffel mit Haushaltszucker: Ein Studie legt nahe, dass :herkömmlicher Zucker ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs und Lungemetastasen ist. Foto: Jens Kalaene/dpaEin Löffel mit Haushaltszucker: Ein Studie legt nahe, dass :herkömmlicher Zucker ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs und Lungemetastasen ist. Foto: Jens Kalaene/dpa

Osnabrück. Amerikanische Wissenschaftler wollen herkömmlichen Zucker als massiven Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs und Lungemetastasen ausgemacht haben. Dies sei die erste Studie, die einen solchen Zusammenhang aufzeige, betonten die Experten. Sie fordern dringend weitere Untersuchungen.

Die Forscher an der Universität Texas hatten eine Studie zu den „Auswirkungen von Zuckerkonsum“ an Mäusen durchgeführt. Dabei zeigte sich nach ihren Angaben, dass in der kontrollierten Testgruppe etwa 30 Prozent der Versuchstiere nach sechs Monaten Brustkrebs entwickelten. Gaben die Wissenschaftler den Tieren aber Zucker, stieg die Krebsrate auf maximal knapp 60 Prozent an. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Mediziner jetzt in dem Fachjournal „Cancer Research“.D ie Ursache dafür könnte darin liegen, dass Zucker bestimmte Signalwege beeinflusse und sich so auf Entzündungsprozesse im Körper auswirke, meinen die Wissenschaftler.

Metastasen

Dort heißt es auch, dass ein hoher Verbrauch von Fructose vermutlich auch zu einer größeren Wahrscheinlichkeit der Metastasierung von Krebs in den Lungen führe. Diese Erkenntnis sei bemerkenswert, da lokalisierter Krebs oft wesentlich einfacher zu behandeln sei als Krebs, der bereits Metastasen im gesamten Körper gebildet hätte, betonten die Wissenschaftler.

Fructose

Sie gehen davon aus, dass Fructose die Zutat ist, die den Krebs befördert. Fructose ist häufig ein Bestandteil von Haushaltszucker und kann auch in flüssigem Süßstoff enthalten sein. Die Mediziner schließen aus ihren Forschungsergebnissen, dass ein moderater Zuckerverbrauch von entscheidender Bedeutung für den Kampf gegen Krebs sei. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass beispielsweise in den USA der Zuckerkonsum auf über 45 Kilogramm pro Kopf und Jahr angestiegen sei.

Krebsrate steigt

Die WHO schätzt, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten die Krebsrate massiv ansteigen wird. Die Organisation vermutet, dass die jährliche Krebsdiagnose von derzeit 14 Millionen Fällen, auf etwa 22 Millionen Krebsdiagnosen jährlich ansteigen wird.Die amerikanischen Forscher erklärten, dass es wichtig sei weitere Folgestudien zu diesem Thema durchzuführen. Sollten weitere Untersuchungen die aktuellen Ergebnisse unterstützen, müsste die Bevölkerung über die Risiken von Zucker informiert werden.


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