Sonos Play:1 ohne Bluetooth? Im Test: Sonos Play:1 gegen Bose Soundtouch 10


Osnabrück. Die Streaming-Lautsprecher Sonos Play:1 und Bose Soundtouch 10 bilden den gehobenen Einstieg in die Welt des Multiroom-Audio. Im Test nutzt Herausforderer Bose eine der größten Schwachstellen von Sonos aus. Aber reicht das?

  • Marktführer Sonos punktet mit vielen Musikanbietern und Einmesssystem für optimierten Klang
  • Bose setzt auf Bluetooth, Speicherplätze wie beim Radio und eine Fernbedienung
  • Im Internet kostet der getestete Sonos Play:1 in Schwarz rund 200 Euro, der Bose Soundtouoch 10 rund 170 Euro (Stand: 22.12.15).

Bei Multiroom-Audio schicken Nutzer ihre Musik vom Smartphone, Tablet oder PC an vernetzte Lautsprecher im ganzen Haus. Die Einrichtung erfolgt jeweils mit einer App des Herstellers. Beide Apps sind kostenlos und für Android, iOS, Mac und Windows verfügbar. (Zum Testduell: iPhone 6S gegen iPhone6)

Spotify und Co.: Klarer Vorsprung für Sonos

Das Prinzip hinter Sonos Play:1 und Bose Soundtouch 10 ist identisch: Nutzer melden sich in der Hersteller-App mit ihren Zugängen bei den Musikdiensten an und verwenden die App fortan an als zentrale Plattform für die Wiedergabe. Bei den Quellen innerhalb der App hat Sonos aber klar die Nase vorne.

Spotify, Deezer, Google Play Music, Tidal, Amazon Music Library, Rdio, Soundcloud, last.fm und seit Kurzem auch Apple Music – mehr als 30 Anbieter hat Sonos über seine App im Programm. Bei Bose gibt es vier Quellen: Spotify, Deezer, Internetradio und den vor allem in den USA beliebte Radiodienst SiriusXM. Weitere Anbieter sollen laut Bose in den kommenden Monaten dazukommen. 1:0 für den Sonos Play:1.

Ausstattung: Sonos Play:1 ohne Bluetooth

Beide Boxen sind zwar handlich, aber nicht für den mobilen Einsatz gedacht; sie brauchen Strom und haben keinen Akku. Etwas mehr Flexibilität bietet der Sonos Play:1, der auch für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit gedacht ist, wie das Badezimmer.

Wichtiger Unterschied: Der Bose Soundtouch 10 hat im Vergleich zum Sonos Play:1 eine Bluetooth-Schnittstelle. Das bedeutet, dass Nutzer auch ohne Bose-App Musik an den Lautsprecher senden können. Außerdem hat der Soundtouch 10 eine AUX-Buchse für externe Quellen wie MP3- oder CD-Player.

Der Bose Soundtouch 10 spricht mit seinem Konzept auch Nutzer an, die für Musik und Radio nicht jedes Mal zum Smartphone greifen wollen. Deshalb hat Bose dem Soundtouch 10 nicht nur eine kleine Fernbedienung beigelegt, sondern auch die Box mit sechs Kurzwahltasten versehen. Die können Nutzer über die Soundtouch-App mit Radiosendern oder Streamingdiensten belegen – schöne Idee. Und der Ausgleich für die Bose-Box. 1:1.

Klang: Sonos dank Trueplay vorne

Der Sonos Play:1 und der Bose Soundtouch 10 liefern guten Klang, vor allem für ihre kompakte Bauform. Auch bei großer Lautstärke beschallen sie einen Raum ziemlich pegelfest und ohne große Verzerrungen. Überraschenderweise hält sich der Bose-Lautsprecher beim Bass ziemlich zurück.

Eigentlich hat die Marke den Ruf, in den tiefen Regionen eher zu übertreiben. Der Soundtouch 10 spielt dagegen unaufgeregt, nüchtern und mitunter etwas dumpf auf. Der Sonos Play:1 klingt dynamischer, offener und löst Details feiner auf. Und Sonos hat noch ein Ass im Ärmel: Trueplay.

Mit Sonos‘ Trueplay messen (bislang nur) Apple-Nutzer über das Mikrofon ihres iOS-Geräts die Raumbeschaffenheit aus, in dem der Play:1. Die Messwerte werden danach ausgewertet und der Klang des Lautsprechers angepasst. Ziel: Der bestmögliche Klang, egal an welchem Aufstellort. Im Test brachte das Einmessen mit Trueplay eine spürbare Klangverbesserung. Dabei stand der Sonos Play:1 mal hinter einem Vorhang, mal neben Büchern in einem Regal und mal frei vor einer Wand. Punkt für den Sonos Play:1: 2:1.

Fazit: Sonos Play:1 schlägt Bose Soundtouch 10

Der Sonos Play:1 klingt einen Tick klarer als der Bose Soundtouch 10 und hat dank Einmesstechnik Trueplay einen technologischen Vorteil. Außerdem stehen in der Sonos-App (noch) deutlich mehr Musikdienste zur Auswahl. Damit setzt sich Multiroom-Platzhirsch Sonos gegen den Herausforderer Bose durch. Aber Bose macht beim Soundtouch 10 vieles richtig.

Die Box nutzt mit seiner Bluetooth-Schnittstelle die größte Schwäche des Play:1 aus und punktet außerdem mit den praktischen Kurzwahltasten, der Fernbedienung sowie dem AUX-Eingang. Der Bose Soundtouch 10 richtet sich damit an Nutzer, die zum Musikhören nicht immer die Hersteller-App öffnen oder überhaupt das Smartphone nutzen wollen. Diese Zielgruppe anzusprechen, könnte sich für Bose als cleverer Schachzug herausstellen. (Weiterlesen: Apple Music - was ist gut, was nervt?)


Die beiden US-Hersteller Sonos und Bose bieten ihre Streaming-Lautsprecher jeweils in drei Größen an (Sonos Play:1, Play:3 und Play:5; Bose Soundtouch 10, Soundtouch 20 und Soundtouch 30). Lautsprecher lassen sich leicht über die jeweilige App in das heimische System einbinden. Dann können Nutzer selbst entscheiden, ob auf allen Lautsprechern synchron ein Lied, oder je Box ein anderes Lied läuft.

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