Zunächst in den USA Stop für E-Boards: Amazon verbannt gefährliche Hoverboards

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Amazon hat aus Sicherheitsgründen in den USA einige Modell der sogenannten „Hoverboards“ oder E-Board aus dem Programm genommen. Foto:Imago/Levine RoberstAmazon hat aus Sicherheitsgründen in den USA einige Modell der sogenannten „Hoverboards“ oder E-Board aus dem Programm genommen. Foto:Imago/Levine Roberst

Osnabrück. Kein E-Board unterm Weihnachtsbaum? Ausgerechnet kurz vor dem Weihnachtsfest soll der Onlinehändler Amazon wegen Sicherheitsbedenken begonnen haben, in den USA einige Hoverboard-Modelle aus seinem Online-Angebot zu entfernen. Anlass sollen Brände und Unfälle mit den selbstbalancierenden Elektro-Rollern in den USA und Großbritannien sein. Amazon soll die Anbieter und Händler aufgefordert haben, Sicherheitsnachweise für ihre E-Boards zu liefern.

Auch der Online-Händler Overstock.com wolle aus Sicherheitsgründen keine E-Boards mehr verkaufen, berichtete das Onlineportal Tn3. Einige Fluggesellschaften hätten bereits angekündigt, den Transport der Geräte zu verbieten.

Stein des Anstoßes scheinen vor allem die Akkus und Ladegeräte einiger Hoverboards zu sein. Sie sollen die Ursache dafür sein, dass die Geräte häufig in Flammen aufgehen. So soll es allein in den USA in den vergangenen Wochen zu zehn Ausbrüchen von Feuer bei Hoverboards gekommen sein.

Wohnungsbrände

In Alabama soll ein brandneues Hoverboard nach rund 30 Metern Fahrt in Flammen aufgegangen sein. Kurz zuvor soll ein Hoverboard sogar ein Haus in Brand gesteckt haben. Die US-Behörde für Produktsicherheit untersuche diese Fälle, hieß es. Die Londoner Feuerwehr warnte vor den E-Boards, nachdem drei Geräte beim Laden Feuer fingen und Wohnungsbrände auslösten.

Nach Angaben des Onlineportals T3n, hat Amazon Hoverboards des Unternehmens Swagway ebenso aus dem US- Sortiment verbannt wie das Phunkeeduck-Modell. Dagegen seien Hoverboards der Hersteller Jetson und Razor weiter über Amazon erhältlich. Das gelte auch für Hoverboard-Scooter kleinerer Marken.

Tödlicher Unfall

Es soll auch eine Reihe von Vorfällen geben, bei denen die E-Roller ihre Fahrer abrupt abgeworfen hätten, melden verschiedene Technikportale. Aus Großbritannien wurde sogar ein tödlicher Unfall gemeldet. Ein Teenager soll mit einem Hoverboard von einem Bus erfasst und getötet worden sein.

Das deutsche IT-Magazin „c’t“ hatte jüngst über einen Versuch mit einem 360-Euro-Hoverboard berichtet, das über den Online-Händler Amazon gekauft wurde. Das Ergebnis war beunruhigend: Das Hoverboard warf seinen Fahrer im Test nach rund 20 Minuten ab. Die c’t-Tester flogen dabei mehrfach im hohen Bogen auf die Nase.

Notabschaltungsfunktion

Die Experten des Magazins sehen die Ursache dafür in einer Art Notabschaltungsfunktion, die greift, wenn Überhitzung droht. Dann schalte sich das Hoverboard abrupt ab, die Räder blockierten - und der Fahrer fliege in hohem Bogen von seinem Board. Im Straßenverkehr sei das äußerst gefährlich.

Hierzulande sind die fahrenden Gefahrenherde übrigens nach wie vor erhältlich. Wer auf Amazon.de nach Hoverboards sucht, kann aus verschiedenen selbstbalancierenden Elektro-Scootern zu Preisen ab 330 Euro wählen, die meist aus dem Ausland versendet werden. Ob Amazon bestimmte Geräte auch hierzulande aus dem Sortiment nehmen wird, ist nicht bekannt.

Auf öffentlichen Straßen sind die „Hoverboards“ in Deutschland ohnehin verboten, berichtet das c’t - Magazin. Da es motorisiert sei und schneller als 6 km/h fahre, gelte es als

„Kraftfahrzeug“. Auf Straßen und auch Gehwege dürfe man somit mit einem E-Board nicht fahren. Bei Missachtung des Verbots drohe ein Bußgeld über mindestens 50 Euro.


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