Deutschlandweit einmalig Verständliche Diagnose: Patientenbrief in der Paracelsus-Klinik

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Was der Arzt bei der Untersuchung erklärt, ist für medizinische Laien nicht immer verständlich. In der Paracelsus-Klinik Bad Ems gibt es für Patienten jetzt einen Brief, der Diagnose und Therapiemöglichkeiten leicht verständlich erklärt. Foto: dpaWas der Arzt bei der Untersuchung erklärt, ist für medizinische Laien nicht immer verständlich. In der Paracelsus-Klinik Bad Ems gibt es für Patienten jetzt einen Brief, der Diagnose und Therapiemöglichkeiten leicht verständlich erklärt. Foto: dpa

pm/evo Osnabrück. Die Informationen, die ein Patient vom Arzt erhält, sind für Laien oft schwer verständlich. Die Paracelsus Kliniken und die „Was hab‘ ich“ gGmbH wollen das nun ändern.

„Was hast Du denn nun?“, fragt der Partner zu Hause häufig nach dem Arztbesuch. Doch aufgrund vieler Fachbegriffe haben Patienten die Diagnose und den Therapievorschlag des Arztes oft nicht richtig verstanden. Und tatsächlich: Laut einer Studie aus dem Jahr 2003 vergessen Patienten bis zu 80 Prozent der Informationen, die ihnen der Arzt übermittelt hat, sobald sie das Behandlungszimmer verlassen. Nun erhalten die Patienten der Paracelsus Klinik in Bad Ems erstmals eine individuelle, schriftliche Erläuterung ihres Entlassungsbriefes in leicht verständlicher Sprache. Das schreibt die Klinik in einer Pressemitteilung.

Virtuelles Wartezimmer

„Die Verständnisschwierigkeiten von medizinischen Erläuterungen sind unabhängig von Bildung, Alter und Geschlecht“, wird Ansgar Jonietz, Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH in der Mitteilung zitiert. Seit 2001 haben in seiner gemeinnützigen Firma Medizinstudenten und Ärzten nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Arztbriefe übersetzt – ehrenamtlich und für die Patienten kostenlos. Was als Studentenidee begann, sei heute ein virtuelles Wartezimmer, das praktisch nie leer sei. Menschen aus ganz Deutschland schickten ihre Arztbriefe an die Internetadresse washabich.de und bekämen binnen weniger Tage eine Übersetzung in einer für Laien verständlichen Sprache.

Patient muss eigene Erkrankung verstehen

„Als Arzt weiß ich, wie wichtig es ist, ein vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Patienten zu haben“, wird Dr. Manfred Georg Krukemeyer, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei den Paracelsus Kliniken, in der Pressemitteilung zitiert. „Der mündige Patient muss seine Erkrankung verstehen, um sich gemeinsam mit dem Arzt für eine bestimmte Therapie entscheiden zu können. Als Grundlage für seine Gesundheitskompetenz benötigt er individuelle und leicht verständliche Gesundheitsinformationen.“

Deshalb habe Krukemeyer mit seinem Krankenhauskonzern ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt initiiert: Jeder Patient der Inneren Abteilung in der Klinik aus Bad Ems bekomme nun den vorläufigen Arztbrief, der nach dem stationären Aufenthalt an den weiterbehandelnden niedergelassenen Arzt geht, als übersetzten Patientenbrief nach Hause geschickt. Die Arztbriefe übersetzen demnach Mitarbeiter von „Was hab‘ ich?“, von dort wird der Brief zu den Patienten nach Hause versandt. Die Kosten trage die Klinik, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Gemeinschaftsprojekt werde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) über den Zeitraum von 21 Monaten gefördert.

Patientenbrief bald auch in Osnabrück?

Seit Projektstart im November haben bereits 40 Patienten den kostenlosen Service der Paracelsus Klinik genutzt. Die Sicherheit der übermittelten Daten hatte dabei nach Angaben der Klinik höchste Priorität. Insgesamt habe der Vorlauf annähernd drei Jahre gebraucht. „Wenn das Pilotprojekt gut angenommen wird, soll es den Patientenbrief auch an den anderen Standorten der Paracelsus-Kliniken geben und damit auch in Osnabrück“, sagt Esther Alves, Sprecherin der Paracelsus-Kliniken auf Nachfrage.


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