Küchengeräte mit Kochfunktion Zu laut: Thermomix bei Stiftung Warentest nur Platz 4

Von Eva Voß

Statussymbol in der Küche: der Original-Thermomix von Vorwerk. Foto: dpaStatussymbol in der Küche: der Original-Thermomix von Vorwerk. Foto: dpa

Osnabrück. Er gilt als das ultimative Küchengerät und hat eine eingeschworene Fan-Gemeinde: der Thermomix. Bei einem Vergleich der Stiftung Warentest landete der Thermomix allerdings überraschend nur auf Platz 4.

Ein Dämpfer für den Platzhirsch: Die Stiftung Warentest hat verschiedene Küchengeräte mit Kochfunktion in den Punkten Kochen, kalte Speisen, Lautstärke, Handhabung, Reinigung und Sicherheit miteinander verglichen und ist zu einem für Thermomix -Fans überraschenden Ergebnis gekommen – denn das Gerät landet nur auf Platz vier und erhält das Gesamturteil „befriedigend“. Testsieger ist der Cooking Chef KM069 von Kenwood. Mit einem Preis von etwa 1120 Euro ist der sogar noch zehn Euro teurer als das Gerät von Vorwerk. Platz 2 ging an den Artisan Cook Processor von Kitchen Aid (ab 950 Euro), auf Platz 3 landet die Maschine Prep & Cook von Krups (ab 660 Euro). (Weiterlesen: Was ist eigentlich ein Thermomix?)

Hoher Geräuschpegel

Vor allem die offenbar sehr hohe Lautstärke dürfte den Thermomix seinen Platz auf dem Siegertreppchen gekostet haben: „Beim Mahlen von Mandeln maßen die Prüfer für kurze Zeit einen Schallleistungspegel von fast 97 Dezibel am Thermomix“, schreibt Stiftung Warentest. Bei diesem Geräuschpegel seien in der Küche keine entspannten Gespräche mehr möglich, so die Tester weiter. In dieser Kategorie schnitt der Platzhirsch von Vorwerk am schlechtesten von allen getesteten Geräten ab. Doch auch bei der Zubereitung von warmen und kalten Speisen habe der Testsieger von Kenwood bessere Ergebnisse erzielt.

Lautstärke missfiel Testern schon 2010

Bei einem früheren Vergleich der Stiftung Warentest im Jahr 2010 erhielt der Thermomix ebenfalls das Urteil „befriedigend“, damals wurde auch vor allem die Lautstärke des Geräts bemängelt.

Statussymbol in der Küche

Seit einigen Jahren gilt der Thermomix als das neue Statussymbol in der Küche, obwohl es das Gerät bereits seit 1961 gibt – damals allerdings noch ohne die Aufwärmfunktion. Kaufen können interessierte Kunden die Küchenmaschine allerdings nur über den Direktvertrieb. Das bedeutet, der Kunde kann mit Vorwerk einen Termin vereinbaren, zu dem dann eine Beraterin (meist sind es Frauen) ins Haus kommen und den Thermomix vorführen. Wer überzeugt ist, kann ein Gerät bestellen – muss aber oft mit einer Wartezeit von bis zu acht Wochen rechnen. Trotzdem ist Vorwerk sehr erfolgreich mit seiner Küchenmaschine. Alle 38 Sekunden, so das Unternehmen, wird irgendwo auf der Welt ein Thermomix verkauft. Knapp 200.000 Geräte hat die Firma 2013 in Deutschland verkauft, weltweit waren es in dem Jahr rund 840.000. Der Geschäftsbereich Thermomix erzielte im Jahr 2013 mit 17 Prozent Plus einen Umsatz von 800 Millionen Euro weltweit, und ist damit der Geschäftsbereich mit dem dynamischsten Wachstum bei Vorwerk, so das Unternehmen. (Weiterlesen: Der Thermomix: Das Statussymbol in der Küche)


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