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El Niño 2015: Auswirkungen und Entstehung El Niño bedroht weite Teile der Welt

Von dpa

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Das Wetterphänomen El Niño bedroht weite Teile der Welt. Symbolfoto: dpaDas Wetterphänomen El Niño bedroht weite Teile der Welt. Symbolfoto: dpa

Genf. Das gefährliche Klimaphänomen El Niño ist nach Expertenangaben mit voller Wucht zurückgekehrt. Es werde sich zum Jahresende wahrscheinlich noch verstärken und im Südpazifik zu extremen Wetterlagen mit womöglich schlimmen Folgen für die Anrainerstaaten führen, warnte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.

„Dieser El Niño ist der stärkste seit mehr als 15 Jahren“, sagte WMO-Generaldirektor Michel Jarraud. „Die tropischen und subtropischen Zonen erleben bereits schwere Dürreperioden und zerstörerische Überschwemmungen, die den Stempel El Niños tragen.“ Ein Grund dafür, dass das Phänomen immer stärker wird, sei die Erderwärmung, die maßgeblich durch den Ausstoß von Treibhausgasen verursacht wird. „Die globalen Durchschnittstemperaturen haben neue Rekordwerte erreicht und El Niño facht diese noch weiter an.“ Maßnahmen zur Begrenzung des Anstiegs der Erderwärmung um nicht mehr als zwei Grad sollen beim Klimagipfel in Paris vom 30. November bis 11. Dezember vereinbart werden.

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Unser Planet habe sich durch den Klimawandel bereits dramatisch verändert, mahnte der WMO-Generaldirektor. Zu den Folgen gehöre „der Trend zu einem wärmeren globalen Ozean und der Verlust von arktischem Eis sowie von mehr als einer Million Quadratkilometer sommerlicher Schneedecke in der nördlichen Hemisphäre“.

El Niño 2015: Warnung vor Missernten

Humanitäre Hilfsorganisationen haben bereits mehrfach vor der Gefahr von Missernten, Hunger und Seuchen als Folge des Klimaphänomens mit dem harmlos klingenden Namen gewarnt. Der spanische Begriff steht hier für „Niño Jesús“, das Christkind. Das Phänomen wurde so genannt, weil seine Auswirkungen oft in der Weihnachtszeit vor der südamerikanischen Pazifikküste auftreten.

Besser vorbereitet

Jarraud sagte jedoch, die Welt sei heute auf das im Abstand jeweils mehrerer Jahre immer wieder auftretende Klimaphänomen „besser vorbereitet als jemals zuvor“. Weitere Maßnahmen zur besseren frühzeitigen Erfassung des Klimaphänomens und einer entsprechenden Vorbeugung vor Katastrophen sollen auf der Internationalen El-Niño-Konferenz am Dienstag und Mittwoch in New York erörtert werden.

Hervorgerufen wird das El-Niño-Phänomen durch die Veränderung von Wasser- und Luft-Strömungen in der Nähe des Äquators im und über dem Pazifik. Winde treiben feuchte Luft nicht wie sonst nach Australien und Südostasien, sondern vermehrt zur amerikanischen Westküste. Gleichzeitig wird kaltes Wasser aus der Südpolarregion verdrängt.

Wassertemperatur erhöht sich

So kommt es zu einer Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers. Dem WMO-Bericht zufolge hat der Anstieg inzwischen die Normalmarke um mehr als zwei Grad Celsius überschritten, was als gefährlich gelte. Dies habe unter anderem zur deutlichen Verstärkung der jahreszeitlich üblichen Wirbelstürme im Westen und Osten des Pazifiks beigetragen.

In Südostasien wiederum gehört eine Trockenperiode zu den Folgen, durch die es in Indonesien zu schweren Waldbränden kam. In Südasien sowie in weiten Teilen Afrikas werden wegen ausbleibender Regenfälle erhebliche Ernteeinbußen befürchtet.


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