Internationaler Männertag Auf dumme Art sterben: Warum der Darwin-Award meist an Männer geht

Der Preis ist benannt nach Charles Darwin (Foto), dem Erfinder der natürlichen Auslesen. Hinter dieser Namensgebung steckt der Gedanke, dass Menschen, die sich aus Dummheit selbst töten, damit die Verbreitung ihres Erbguts verhindern. Foto: dpaDer Preis ist benannt nach Charles Darwin (Foto), dem Erfinder der natürlichen Auslesen. Hinter dieser Namensgebung steckt der Gedanke, dass Menschen, die sich aus Dummheit selbst töten, damit die Verbreitung ihres Erbguts verhindern. Foto: dpa

Osnabrück. Seit 1994 wird der Darwin-Award posthum an Menschen verliehen, die auf sehr dumme Art ums Leben gekommen sind. Die Preisträger sind fast immer Männer.

Am 19. November ist der Internationale Männertag. Im Vergleich zu Frauen trinken Männer mehr Alkohol, rauchen häufiger, leben insgesamt ungesünder und sterben im Durchschnitt sieben Jahre früher. Letzteres könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass sie risikobereiter sind. (Weiterlesen: Studie: So dusselig bringen sich nur Männer um die Ecke)

Darwin-Award

Das zeigt auch die Bilanz des Darwin-Awards. Der wird nämlich überdurchschnittlich häufig an Männer vergeben. Der Preis wurde als erstes 1994 in den USA posthum an Menschen vergeben, die auf besonders dumme Art und Weise gestorben sind. Voraussetzung ist allerdings: Der Preisträger muss an seinem Tod selbst schuld gewesen sein. Die Auszeichnung erinnert an Charles Darwin (1809-1882), den Erfinder der natürlichen Auslese. Hinter dieser Namensgebung steckt der Gedanke, dass Menschen, die sich aus Dummheit selbst töten, damit die Verbreitung ihres Erbguts verhindern.

Darwin-Preis in Deutschland

In Deutschland betreibt Marco Kratzenberg aus Ascheberg bei Münster seit sechs Jahren das Webblog „Darwin-Preis“. Der Journalist sammelt dabei Meldungen aus der Zeitung oder von der Polizei und stellt sie auf seine Internetseite. Früher habe er auch Rankings wie den „Darwin-Preis des Monats oder des Jahres“ erstellt, doch habe zu viel Zeit gekostet.

„Ein Klassiker sind junge Leute, die mit einem Selfie-Stick auf einen Bahnwaggon klettern und dann der Oberleitung zu nahe kommen“, sagt Kratzenberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Er bestätigt, dass vor allem junge Männer durch dumme Unfälle ums Leben kommen: „Sehr viele Dinge, die in dem Zusammenhang passieren, sind hormongesteuert. Männer wollen andere beeindrucken und machen waghalsige, aber dumme Sachen. Im schlimmsten Fall geht das dann tödlich aus.“ Als Beispiel nennt er 22-Jährige, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Landstraße gegen einen Baum prallen und sterben. Das komme fast nur bei Männern vor. (Weiterlesen: Blitz tötete Wanderer: Lag es am Selfie Stick?)

Frauen sind eher unaufmerksam

Meldungen über dumme Unfälle von Frauen fänden sich zwar auch auf seiner Seite, das komme aber deutlich seltener vor und Hauptgrund sei bei ihnen meist Unachtsamkeit. „Ein klassisches Beispiel für den tödlichen Unfall einer Frau ist etwa, dass eine Joggerin Kopfhörer im Ohr hatte und einfach um die Schranken an einem Bahnübergang gelaufen und direkt vor einen Zug geraten ist“, so Kratzenberg. Allerdings, schränkt der Journalist ein, gebe es etwas, dass Frauen genauso risikofreudig mache, wie Männer: Alkohol. „Wenn Frauen durch einen selbst verschuldeten und dummen Unfall sterben und nicht Unachtsamkeit der Grund für den Unfall ist, kann man sich so gut wie sicher sein, dass Alkohol im Spiel war.“

Unfallopfer nicht bloß stellen

Kratzenberg betont, dass es ihm bei seinem Blog nicht darum gehe, die Unfallopfer bloßzustellen, sondern darum, andere davor zu bewahren, auch solche Dummheiten zu machen. „Wenn es nach mir ginge, sollten alle Jugendlichen meinen oder ähnliche Blogs lesen“, sagt der Journalist. Auch betont noch einmal: „Es geht nur um Unfälle, an denen die Opfer selbst schuld sind.“


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