Tipps für Mondsüchtige Mondfinsternis 2015: So gelingen Fotos vom Blutmond

Von dpa

Fotografen warten im Juni 2011 auf dem Großen Feldberg im Taunusauf die totale Mondfinsternis. Foto: dpaFotografen warten im Juni 2011 auf dem Großen Feldberg im Taunusauf die totale Mondfinsternis. Foto: dpa

Bochum/Frankfurt. Montagfrüh ist am Himmel über Deutschland ein seltenes Phänomen zu erleben – der Blutmond. Wer den rot leuchtenden Mond fotografieren will, braucht dafür keine Profi-Ausrüstung. Ordentlich Zoom und ein Stativ reichen schon aus.

Ein besonderes Naturschauspiel steht an: Montagfrüh (28. September) um 3.07 Uhr tritt der Vollmond in den Erdschatten und wird verdunkelt. Eine totale Mondfinsternis. Aber wo kann man das Ereignis am besten beobachten und welche Ausrüstung braucht man zum Fotografieren?

Für die Fotoausrüstung gilt: Eine Digitalkamera mit einem großen Zoomfaktor reicht schon aus. Der Photoindustrie-Verband empfiehlt eine System- oder Spiegelreflexkamera mit einem Teleobjektiv. „Auch wenn der Mond groß aussieht, muss die Kamera die Distanzen überbrücken. Das kann kein Smartphone und kein kleiner Zoom“, sagt Sprecherin Constanze Clauß. Damit die Kontraste der Mondfläche auf den Fotos gut zu sehen sind, rät sie zu einer Gegenlichtblende. Damit werden störende Lichtquellen abgeschirmt.

Stativ nicht vergessen

Wichtig ist das Stativ. Die kleinste Erschütterung kann das komplette Foto unscharf machen. Clauß empfiehlt zudem einen Fernauslöser. „So ist ausgeschlossen, dass die Fotos verwackeln, wenn man auf den Auslöseknopf drückt.“ Notfalls hilft auch der Selbstauslöser.

Und was ist die beste Belichtungszeit? „Ich würde eine Langzeitbelichtung empfehlen. Und eventuell eine Belichtungsreihe. Der Mond scheint dunkler als bei Vollmond“, sagt Prof. Susanne Hüttemeister vom Zeiss Planetarium Bochum. Die Astronomin kann auch den Blutmond-Effekt erklären. „Das liegt daran, dass mehr rotes Licht durch die Erdatmosphäre dringen kann als blaues. Das streut mehr.“

Keine Schutzbrille nötig

Ist der Himmel klar, dann ist die Finsternis überall in Deutschland zu sehen – am besten dort, wo möglichst wenig Stadtlicht scheint. Und man braucht kein Fernglas und keine Schutzbrille – im Gegensatz zur Sonnenfinsternis. Aber: Frühes Aufstehen ist angesagt. Um 3.07 Uhr beginnt die erste Phase der Finsternis. „Um 4.47 Uhr ist der Höhepunkt erreicht. Eine halbe Stunde davor und danach ist die totale Finsternis zu erkennen“, sagt Susanne Hüttemeister. Pünktlich zur Morgendämmerung ist das Naturspektakel zu Ende. Wer den Termin am Montag verpasst, muss sich bis zur nächsten Chance auf Blutmondfotos einige Jahre gedulden. Die nächste Mondfinsternis, die auch in Deutschland gut zu beobachten ist, steht erst im Januar 2019 an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN