ADAC und Stiftung Warentest Viele Winterreifen haben bei Nässe Probleme

Von dpa

Zum Monatsende wechseln viele Autofahrer auf Winterreifen. Doch nicht alle Winterreifen bieten auch bei Nässe ausreichend Stabilität. Foto: dpaZum Monatsende wechseln viele Autofahrer auf Winterreifen. Doch nicht alle Winterreifen bieten auch bei Nässe ausreichend Stabilität. Foto: dpa

München. Viele Winterreifen weisen Schwächen bei nasser Fahrbahn auf. Das zeigt ein Test von ADAC und Stiftung Warentest. Gute Reifen bestechen deshalb durch Ausgewogenheit.

Stiftung Warentest und ADAC ließen 35 Winterreifen für Klein- und Mittelklassewagen nach unterschiedlichen Kriterien prüfen. Ein Ergebnis: Überzeugend bei allen Witterungsbedingungen können Winterreifen nicht sein. Der Grund: Für gute Performance bei Nässe sind tiefe längliche Rillen gefragt, auf Schnee sorgen eher Querrillen für Grip. Tiefe Längsrillen können zudem das stabile Kurvenverhalten auf trockener Fahrbahn beeinträchtigen. (Weiterlesen: Die wichtigsten Fragen zum Reifenwechsel im Winter)

Ausgewogene Mischung ist wichtig

Die Hersteller geraten bei Produktentwicklung an dieser Stelle in einen Zielkonflikt, erklärt der ADAC. Bestmögliche Performance bei Nässe steht demnach im Widerspruch zu nahezu allen übrigen Merkmalen eines leistungsstarken Winterreifens. Auf eine ausgewogene Mischung beider Anforderungen kommt es demnach an. Das bekommen jedoch nicht alle Hersteller zufriedenstellend hin.

Immerhin fünf Reifen erfüllten laut ADAC bei Trockenheit, Nässe, Eis und Schnee „anspruchsvolle Mindestanforderungen“ und wurden mit „gut“ bewertet. Vier der getesteten Pneus erhielten die Note „mangelhaft“. Sie hatten bei Nässe sehr große Schwächen gezeigt. (Weiterlesen: Zehn häufige Irrtümer zum Thema Autos im Straßenverkehr)

Die Noten im Detail

Unter den 16 geprüften Winterreifen für Kleinwagen in der Dimension 165/70 R14 T überzeugten drei mit „gut“: Goodyear UltraGrip 9, Michelin Alpin A4 und Dunlop Winter Response 2. Die drei Testsieger kosten zwischen 168 und 332 Euro für einen Vierer-Satz. Die übrigen Noten in der Kategorie: neunmal „befriedigend“, einmal „ausreichend“ und dreimal „mangelhaft“.

Für Wagen der unteren Mittelklasse wurden 19 Reifen in der Dimension 205/55 R16 H getestet. Nur zwei bekamen dabei die Note „gut“. Das waren der Continental WinterCont. TS 850 und der Yokohama W.drive V905, die preislich zwischen 256 und 520 Euro für vier Stück liegen. Gleich 16 Reifen dieser Kategorie erhielten die Note „befriedigend“, einer war „mangelhaft“.

Schnäppchen im Mittelfeld

Wer seine Fahrgewohnheiten gut kennt, kann laut ADAC im Mittelfeld durchaus Schnäppchen machen. Unter den mit „befriedigend“ benoteten Reifen seien demnach zweckmäßige Produkte zu finden, die oft deutlich günstiger als die „guten“ sind. Reifen mit leichten Schwächen auf Schnee und Eis können für Autofahrer passen, die in schneearmen Regionen wohnen oder winterliche Straßen generell meiden, nennt der Autoclub ein Beispiel.


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