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Tipps von Gartenfreunden So machen Sie Ihren Balkon und Garten winterfest

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Osnabrück. Auch der ambitionierteste Hobbygärtner muss ich so langsam damit abfinden, dass sich der Sommer dem Ende zu neigt. Damit der Garten oder Balkon im nächsten Jahr wieder genauso schön aussieht, gibt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde ein paar Tipps.

Ob Blumenkübel, Gartenkräuter oder Geranien: Im Frühling und Sommer zieren viele Bäumchen und Blümchen unseren Garten oder den Balkon. Damit diese auch im nächsten Jahr noch schön aussehen und ihren Zweck erfüllen, müssen sie im Winter vor Frost geschützt werden. Worauf besonders zu achten ist und was viele Hobbygärtner immer wieder falsch machen, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde :

Kübelpflanzen einräumen

Kübelpflanzen, die kurzzeitige Nachtfröste vertragen, werden im Oktober eingeräumt. Oft treten Anfang Oktober schon Nachtfröste bis -5 Grad Celsius auf. Dann erhalten Bleiwurz (Plumbago), Myrte (Myrthus), Oleander (Nerium) und Olive (Olea) einen möglichst geschützten Standort bis strengere Fröste einen Aufenthalt im Winterquartier notwendig machen. Einige Kübelpflanzen vertragen – vorausgesetzt sie sind abgehärtet – für kurze Zeit Nachtfröste bis zu -10 Grad Celsius und können lange im Freien bleiben. Dazu gehören Lorbeer (Laurus), Granatapfel (Punica) oder die Hanfpalme (Trachycarpus). Sie stehen den Winter über besser an einem windgeschützten Ort im Freien als in zu dunklen und zu warmen Räumen. Achten Sie beim Einräumen der Kübelpflanzen auf Schädlingsbefall und vor allem auf Nacktschnecken an Topfunterseiten oder in Untersetzern. Geeignete Maßnahmen wie Absammeln, das Entfernen stark befallener Blätter oder der Einsatz eines geeigneten Schädlingsbekämpfungsmittels schützen vor unliebsamen Überraschungen im Winterquartier.

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Einheimische und winterharte Gehölze auf dem Balkon

Gehölze überleben bequem und ohne viel Mühe den Winter auf Balkon oder Terrasse. Ab Mitte August sollten die dafür vorgesehenen Pflanzen nicht mehr gedüngt worden sein, damit ihr Holz ausgereift und sie später frostfest sind. Töpfe und Kübel werden jetzt an einem geschützten Ort aufgestellt und die Gefäße mit Schilfmatten, Luftpolsterfolie und Jutegewebe geschützt. Wintergrüne Pflanzen benötigen auch während der kalten Jahreszeit Feuchtigkeit. Das kann einmal Schnee sein, der auf das Substrat geschaufelt wird. In niederschlagsarmen Jahren sollten sie bei frostfreiem Wetter jedoch regelmäßig gegossen werden. Auch winterharte Kübelpflanzen sollten vor Frost geschützt werden. Bei den winterharten Gewächsen sind vor allem die Wurzeln in den Gefäßen gefährdet, da die Gefäßwände nicht besonders gut vor eindringendem Frost schützen. Auf der Kübeloberseite reichen ein paar Zweige Nadelreisig als Winterschutz aus. Als Wurzelschutz werden die Gefäße am besten mit Schilfmatten oder Styropor, das mit Jutegewebe eingepackt werden kann, umhüllt. Mit etwas Geschick und ein paar Accessoires wie Zapfen, Fruchtstände und große Schleifen lassen sich gleichzeitig dekorative Arrangements zaubern.

Wasserbehälter im Winter leeren

Regentonnen, Vogeltränken und andere Wasserbehälter sollten jetzt vollständig geleert werden, damit sie bei starken Frösten nicht leiden und eventuell undicht werden. Gefäße, die nicht fest mit dem Boden verankert sind, werden am besten umgedreht. An Betonbecken und solchen aus Mauerwerk kann Wasser bei starkem Frost großen Schaden anrichten. Auch diese werden entleert und den Winter über wasserdicht abgedeckt. Eine Ausnahme bilden große Fischbecken und -teiche mit einer Wassertiefe von mindestens 80 Zentimetern. Hier sorgen Sie mit einem Bündel Schilfrohr oder zusammengebundenen Zweigen für eisfreie Stellen.

Kräuter winterfest machen

Mediterrane Garten- und Küchenkräuter wie Oregano, Salbei, Estragon und Thymian überstehen den Winter gut im Garten. Sie sollten Ihnen das aber erleichtern und für ausreichend Winterschutz sorgen. Etwas Laub um die Büsche gehäuft, ist bereits ein guter Schutz. Für stärkere Minusgrade sollten Sie Nadelreisig bereithalten, mit dem die Pflanzen bei Bedarf locker abgedeckt werden. Petersilie kommt auch ohne Abdeckung über den Winter. Sie kann aber länger geerntet werden, wenn die Beete vorsichtig mit Vlies abgedeckt werden. Sollten Stangen der Wurzelpetersilie übrig sein, können sie diese eintopfen und zum Austreiben in die Wohnung stellen. Rosmarin mag es sonnig, warm und trocken – frostige Nächte dagegen bekommen ihm weniger gut. Winterfeste Sorten wie ‚Arp‘ halten kurzfristig Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius aus. Die meisten Ausfälle gibt es jedoch bei anhaltendem Frost. Dabei leiden die immergrünen Flachwurzler nicht so sehr unter der Kälte: Vielmehr vertrocknen sie – wie viele immergrüne Gehölze – weil sie über ihre Blätter zwar Wasser verdunsten, aus dem gefrorene Boden aber keinen Nachschub ziehen können. Abhilfe schafft ein alter Weidenkorb, bei dem der Boden entfernt wurde. Dieser wird umgekehrt über den Strauch gestülpt und bis zur Hälfte mit Laub oder Stroh gefüllt. Das reduziert die Verdunstung und schützt vor strengen Frösten. Bei frostfreiem Wetter und Trockenheit das Wässern nicht vergessen.

Wie können Geranien überwintern?

Neigt sich im Oktober die Geranienblüte dem Ende zu, ist es an der Zeit, die Balkonbepflanzung abzuräumen. Die robusten und mehrjährigen Geranien, die botanisch korrekt Pelargonien sind, lassen sich mit wenigen Handgriffen vorbereiten, um sie für den nächsten Frühling einzuwintern. Dazu benötigt man einen Eimer oder eine Holzkiste, Zeitungspapier, eine Gartenschere und eine Handschaufel. Mit der Schaufel werden die Pflanzen einzeln vorsichtig aus dem Blumenkasten gehoben. .Die Erde wird gründlich von den Wurzeln abgeschüttelt und alle Triebe mit der Gartenschere auf eine Länge von 10 cm gekürzt. Einzelne Blätter können an den Stängeln verbleiben. Nun wird jede Pflanze locker in Zeitungspapier eingerollt und nebeneinander in den Eimer oder die Kiste platziert. Je lichtärmer der Winterstandort ist, desto kühler sollte er auch sein. Stehen die Pflanzen zu warm, treiben sie zu früh aus. Ideal sind 5 bis 10 Grad Celsius. Gegossen wird nicht, nur die Triebe werden ab und zu besprüht, um sie feucht zu halten.

Wie überwintert ein Mottenkönig am besten?

Sie müssen Ihren Mottenkönig (Plectranthus) nicht wegwerfen. Es ist durchaus möglich, den Mottenkönig über Jahre weiter zu pflegen. Da es sich – wie sein zweiter deutscher Name Harfenstrauch bereits vermuten lässt – um einen Halbstrauch handelt, können Sie die Pflanze überwintern. In einem hellen Raum bei Temperaturen von etwa 13 bis 18 Grad Celsiu sollte das gelingen. Ideal wäre ein kühler Wintergarten. Gießen Sie wenig, austrocknen darf der Ballen jedoch nicht. Die langen Triebe können vor dem Einräumen in das Winterquartier kräftig gekürzt werden.

Wie mache ich einen großen Eukalyptusbaum passend fürs Winterquartier?

Um großer Eukalyptusbäume passend fürs Winterquartier zu machen, ist ein leichter Rückschnitt im Herbst möglich. Besser ist es aber, wenn durch Entspitzen schon während des Sommers die Pflanzen in einer bestimmten Größe gehalten werden, damit im Herbst nicht zu viel Blattmasse weggeschnitten werden muss. Das Überwintern von Eukalyptus ist etwas schwierig, da die Pflanzen als Immergrüne einen besonders hellen Standort brauchen. Der sollte zudem nicht wärmer als 15 °C, aber auch nicht kälter als 5°C sein. Stimmen die Faktoren nicht, kommt es schnell zu Blattfall, der die ganze Pflanze schwächt, oder es greifen Schimmelpilze an. Auch beim Gießen ist Sorgfalt angebracht. Es gilt die alte Gärtneregel: nicht zu viel und nicht zu wenig.

Wie überwintere ich mein Wandelröschen?

Wandelröschen (Lantana-camara-Hybriden) überwintern am besten hell bei 10 Grad Celsius, zum Beispiel in einem Treppenhaus oder im Wintergarten. Der Platz kann auch etwas dunkler sein. Dann wirft die Pflanze jedoch die Blätter ab. Unter 8 Grad sollte die Temperatur aber nicht sinken. Gegossen wird nur sehr vorsichtig, der Ballen darf jedoch nie komplett austrocknen. Ab Februar wird das Wandelröschen dann wieder so hell und warm wie möglich aufgestellt. Vorher kann es stark zurückgeschnitten werden. Damit die Pflanze schön buschig wächst, werden die Neutriebe mehrmals entspitzt: aus den Blattachseln treiben jeweils zwei neue Seitentriebe aus. Wer aus Platzgründen einen Rückschnitt schon im Herbst vornehmen muss, sollte dies vorsichtig tun: Die Pflanze wird geschwächt und hat schlechtere Chancen zu überwintern.

Neue Blütenpracht im Frühjahr

Wer sich im ab Januar oder Februar bereits eine zarte Blütenpracht wünscht, sollte die Blumenzwiebeln für Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Narzissen schon jetzt setzen. Möglich ist das bis etwa November – aber vor dem ersten Bodenfrost. Bei Tulpen sollte man das Pflanzen sogar so lange wie möglich hinauszögern. Denn dann bleibt Wühlmäusen wenig Zeit für einen Leckerbissen, erklärt der Zentralverband Gartenbau. Außerdem mögen Tulpen keine warmen Bodentemperaturen.

  • So helfen Sie Igeln durch den Winter

Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, wie der Naturschutzbund (Nabu) auf seiner Internetseite schreibt. Die Alttiere beginnen dann ihr Winternest zu bauen und Jungigel versuchen noch weiter an Gewicht zuzulegen. Das ideale Winterquartier besteht für die Tiere aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder eben in Reisighaufen. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten kann man zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen. Wer Tieren einen dauerhaften Platz bieten möchte, kann den Reisighaufen mit einer Basis aus Feldsteinen versehen, rät der Nabu.


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