Schwacher Sommer Pilzsammler hoffen auf eine gute Ernte im Herbst

Von dpa

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Wegen der Hitze ist die Ausbeute für Pilzsammler bisher eher mau. Foto: dpaWegen der Hitze ist die Ausbeute für Pilzsammler bisher eher mau. Foto: dpa

Braunschweig. Die leckeren Pilze in Wäldern und auf Wiesen zieren sich noch ein wenig. Zu heiß und trocken war der Sommer. Vergiftungen gibt es trotzdem schon.

Der Sommer war schwach, doch der Herbst ist noch nicht verloren: Pilzsammler in Niedersachsen könnten in diesem Jahr doch noch zum Zug kommen. „Wie es weitergeht, wird von Niederschlag und Temperatur abhängen“, sagt Pilz-Fachmann Harry Andersson aus Braunschweig. Mittlerweile gebe es schon erste Anfragen zu vermeintlichen Vergiftungen. „Die Saison läuft an.“

Ausbeute bisher eher mau

Die Ausbeute sei wegen des heißen Wetters bislang eher mau gewesen. „Um nicht zu sagen, es war gar nichts los.“ Dabei hätten Steinpilze, Champignons und Täublinge durchaus schon aus dem Boden schießen können. Andersson ist Sachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Ein generelles „Pilz-Wetter“ gebe es nicht, erklärt Andersson. Manche Sorten mögen es feucht und warm, dem Maronen-Röhrling geben hingegen tiefe Temperaturen bis zu null Grad eine Art Wachstumsimpuls. Dann kann es schnell gehen. Bei einem ganz jungen Pilz seien schon alle Zellen angelegt. Bei ausreichend Feuchtigkeit saugen sie sich innerhalb weniger Tage zu ganzer Größe mit Wasser voll.

Sechs schwere Knollenblätterpilzvergiftungen

Beim Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen gibt es trotz der heißen Sommermonate nicht weniger Anfragen als sonst. „Wir haben leider schon sechs schwere Knollenblätterpilzvergiftungen in den vergangenen Wochen“, sagte Co-Leiter Andreas Schaper. Der Verzehr eines solchen Pilzes könne zum Tod führen oder eine Lebertransplantation nötig machen. „Das ist richtig gefährlich.“ Insgesamt gab es beim Giftinformationszentrum-Nord allein im August mehr als 75 Anfragen wegen Pilz-Vergiftungen und Verdachtsfällen.

Bestimmungskurs besuchen

Wie geht es jetzt weiter im Jahr? Im September sollten Steinpilze, Pfifferlinge, Perlpilze und Täublinge zu finden sein, erklärt Pilz-Kenner Andersson. Auch Baumbewohner wie die „Krause Glucke“ und verschieden Arten von Champignons haben dann Saison. „Später im Herbst kommen dann Maronenröhrlinge, Lärchenröhrlinge, der Violette Rötelritterling und viele andere dazu.“ Auch Arten mit ausgefallenen Namen wie der „Rauchgraublättrige Schwefelkopf“ sind dabei. Zum Jahresende kommt der Austern-Seitling aus dem Boden.

Wer als Laie Pilze suchen will, sollte unbedingt zuvor einen Bestimmungskurs besuchen, um Vergiftungen vorzubeugen. Danach kann man entweder nach bestimmten Arten suchen und sich im Internet nach deren Lebensraum erkundigen. Oder man schaut nach, welche Pilze im nächsten Wald zu finden sind.


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