Neue Ashley Madison-Daten Frau erfuhr live im Radio von Seitensprung-Account des Mannes

Nutzer des Seitensprungportals Ashley Madison sind alarmiert. Foto: ReutersNutzer des Seitensprungportals Ashley Madison sind alarmiert. Foto: Reuters

Osnabrück . Hacker haben erneut massenhaft Daten aus dem Seitensprungportal Ashley Madison veröffentlicht. Das Datenpaket soll etwa doppelt so groß wie das Vorherige sein. Ein australischer Radiosender, der eine Hörerin in einer Livesendung über den Account ihres Mannes bei dem Seitensprungportal informiert hatte, erntete dafür einen Shitstorm.

Die beiden Moderatoren des australischen Radiosenders „Nova 96.6“ hatten ihren Hörern angeboten, die Daten ihrer Partner durchzugeben. Sie würden dann live im Darknet nachschauen, ob unter den Daten ein Account bei dem Seitensprungportal „Ashley Madison“ registriert sei, berichtet der „Guardian“.

Während der Sendung habe sich eine Ehefrau aus Blacktown im australischen Bundesstaat New South Wales gemeldet und die Daten ihres Ehemanns durchgegeben, so die Zeitung. . Der Frau war aufgefallen, dass ihr Mann auf die Nachricht von dem Datenklau bei dem Seitensprungportal Ashley Madison merkwürdig reagiert hatte. Zu ihrem Entsetzen teilten ihr die Moderatoren in aller Öffentlichkeit mit, dass ihr Ehemann tatsächlich bei dem Seitensprungportal registriert sei.

Weiterlesen: Hack bei Ashley Madison: Wie können Nutzer herausfinden, ob sie betroffen sind?

Zuhörer waren empört

Die Anruferin und Mutter zweier Kinder war fassungslos. Über die Moderatoren brach noch während der Sendung ein Shitstorm herein. Hörer kritisierten: „Wir möchten nicht Zeugen sein, wenn Sie in ihrer Sendung ein Leben zerstören. Das ist nicht witzig. Das ist furchtbar.“

Noch bevor das Gespräch mit der gehörnten Ehefrau, die Jo genannt wurde, zu Ende war, kam einer der beiden Moderatoren immerhin zu der Einsicht, „dass er nicht mehr sicher sei, ob das wohl so gut war. Ich habe jetzt doch ein schlechtes Gefühl“, sagte er. „Tut mir leid, dass das passiert ist, Jo.“

Das aktuell veröffentlichte zweite Datenpaket ist nach Angaben der Webseite Motherboard etwa 20 Gigabyte groß und damit doppelt so umfangreich wie das am Dienstag veröffentlichte . Trusted Sec, ein Unternehmen für Internetsicherheit, schätzt es als echt ein.

Hacker fordern Schließung

Am Dienstag hatte eine Hackergruppe, die sich Impact Team nennt, die Daten von rund 32 Millionen Nutzern des Seitensprung-Portals ins Darknet gestellt. Die Gruppe hatte die Daten bereits vor mindestens einem Monat gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht, sollte das „Betrüger“-Portal nicht „umgehend und dauerhaft“ geschlossen werden.

Impact Team wirft Ashley Madison unter anderem vor, das Geschlechterverhältnis auf dem Portal falsch darzustellen. Tatsächlich seien rund 95 Prozent aller Nutzer Männer.


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