Tipps für Fotografen Meteorologen erwarten gute Sicht auf Sternschnuppen

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Eine Sternschnuppe leuchtet am Nachthimmel. Foto:dpaEine Sternschnuppe leuchtet am Nachthimmel. Foto:dpa

Osnabrück. Für Hobbyfotografen, die die Sternschnuppen Schnuppen im Foto festhalten möchten, gibt es hier einige Tipps vom Fachmann.

Chancen stehen gut

Die Aussichten für eine gute Sicht auf das Himmelsschauspiel stehen nicht schlecht: „Zum einen ist am 14. August Neumond, die letzte Sichel ist also kaum noch zu erkennen und das Mondlicht überstrahlt so die Sternschnuppen nicht. Zum anderen erwarten uns verbreitet laue und gering bewölkte Nächte“, erläutert der Meteorologe Thomas Kunze von Meteogroup.

Grundsätzlich habe man in diesen Tagen überall zumindest die Chance, die Sternschnuppen zu erblicken, in den meisten Regionen sogar sehr gute. Allerdings sorgten südlich von diesem Hoch liegende Tiefausläufer noch für teils dichtere Bewölkung. „So könnte es in der kommenden Nacht zum Mittwoch vor allem im Westen und Nordwesten durch teils dichtere Wolkenfelder etwas problematischer mit der Sternschnuppenbeobachtung werden“, meint Kunze.

Extraservice für Himmelsgucker

Damit sich unsere Leser möglichst zeitnah und zuverlässig informieren können, wie es um die Bewölkung in unserer Region in den besonders spektakulären Sternschnuppennächten von Mittwoch auf Donnerstag sowie von Donnerstag auf Freitag steht, werden uns die Wetterexperten der Meteogroup an diesen beiden Tagen zeitnah mit einer speziellen Vorhersage für die jeweilige Nacht versorgen. Sie finden diese Prognosen an den beiden Tagen jeweils etwa ab circa 18 Uhr auf unserer Webseite.

Tipps für Fotografen

Andreas Hänel, Leiter der Planetariums am Schölerberg in Osnabrück, hat unterdessen noch einige Tipps für Hobbyfotografen parat. Der Astronom hat selbst schon oft mit der Kamera Jagd auf Sternschnuppen und andere Himmelskörper gemacht. Aus Erfahrung weiß er, dass Aufnahmen von Sternschnuppen nur mit einer Kamera gelingen, die manuelle Einstellungen ermöglicht (meist Spiegelreflexkamera oder Systemkamera). Auch wenn das Fotografieren der Sternschnuppen grundsätzlich einfach sei: „Die Handykamera reicht sicher nicht“, betont er.

Und das sind aus seiner Sicht die wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der Aufnahmen:

  • Eine lange Belichtungszeit (z.B. 30 Sekunden)
  • Eine hohe Empfindlichkeit (möglichst mehr als ISO 800
  • Manuelle Entfernungseinstellung (auf unendlich oder mit Live-View) – die Automatik ist meist überfordert.
  • Blende möglichst weit öffnen (etwa 1.8, 2.8 oder 3.5). Lichtstarke Objektive sind allerdings oft teuer.
  • Eine möglichst kurze Brennweite (z.B. bei Zoomobjektiven

Hänel empfiehlt, die Kamera so auf eine Unterlage zu legen, dass sie nach oben zum Himmel zeigt. Noch besser sei es natürlich, ein Stativ zu benutzen. Hilfreich sei zudem ein Draht- bzw. Fernauslöser. Im Notfall könne aber auch ein Selbstauslöser eingesetzt werden. (Weiterlesen: Zehn einfache Tipps für Fotos von Sternen)

Der Astronom rät außerdem, mit der Belichtungszeit und der Scharfeinstellung etwas zu experimentieren. Der Grund: „An einem hellen Ort (etwa in der Stadt) kann es sein, dass bei 30 s die Bilder schon überbelichtet sind, dann sollte eine kürzere Belichtungszeit gewählt werden“, sagt der Experte.

Dann stelle er die Kamera auf Serienbildfunktion und arretiere den Fernauslöser:„Die Kamera fotografiert dann fortlaufend bis der Akku leer, die Speicherkarte voll, die Nacht zu Ende oder der Beobachter zu müde ist“, sagt Hänel. Gleichzeitig warnt er vor all zu großen Erwartungen: „Ich habe am Wochenende auf diese Weise während zwei Stunden mit zwei Kameras ca. 360 Fotos gemacht, auf zweien waren Sternschnuppen – so ist die Ausbeute.“

Treffpunkt Sternwarte

Hobbyfotografen, die Rat brauchen, können am Mittwoch (12.08) ab 22.30 Uhr auch zur Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück (NVO) auf dem Oldendorfer Berg bei Melle kommen. Sie werden dort auf Hänel und andere Experten treffen, die ihnen Tipps geben können. Voraussetzung sei allerdings, dass das Wetter klar sei, betont der Astronom.

Lesen Sie hier: Spektakulärste Sternschnuppennacht des Jahres 2015

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