Internationalen Weltkatzentag Katzen und Recht: Fragen und Antworten

Man kann sie lieben oder hassen: Acht Fragen und Antworten für die Besitzer der rund 11,8 Millionen Katzen in deutschen Haushalten. Foto: dpaMan kann sie lieben oder hassen: Acht Fragen und Antworten für die Besitzer der rund 11,8 Millionen Katzen in deutschen Haushalten. Foto: dpa

Osnabrück. Man kann sie lieben oder hassen: An Katzen scheiden sich die Geister und zerbrechen manchmal auch gutnachbarschaftliche Beziehungen. Die Arag hat acht Fragen und Antworten für die Besitzer der rund 11,8 Millionen Katzen in deutschen Haushalten zusammengestellt.

Wer haftet für von Katzen verursachte Unfälle? Wenn zum Beispiel ein Fahrradfahrer stürzt, weil er einer Katze ausweicht, kann er den Halter der Katze haftbar machen. Zumindest Theoretisch: Tierhalter haften nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch für die Missetaten ihrer Schützlinge. Der Haken: Er muss das Tier zweifelsfrei identifizieren können. Nicht immer gleingt das, wie ein 2004 vor dem Osnabrücker Landgericht verhandelter Fall belegt: Die Richter legten den beiden Zeugen sowie dem Opfer einige Fotos von verschiedenen Katzen aus der Nachbarschaft vor, doch einwandfrei identifizieren konnte den vierbeinigen Unfallverursacher keiner der Befragten. Schließlich waren sie sich nicht einmal mehr über die Farbe der Katze einig. Daraufhin wurde der Fall zu den Akten und die Schadensersatzforderung des Radfahrers auf Eis gelegt (Landgericht Osnabrück, Az.: 2 O 33/04).

Einbruch durch die Katzenklappe: Zahlt die Versicherung? Eine Katzenklappe, die den Tieren Tag und Nacht den Zugang zu Haus und Garten gewährt, ist ohne Frage praktisch. Außer, man wird Opfer eines Einbruchs. Weil nämlich Einbrecher eine Katzenklappe nutzten, um die Tür aufzubrechen, kann es passieren, dass die Hausratversicherung nicht für den Schaden und die gestohlenen Gegenstände aufkommen muss(AG Dortmund, Az.: 433 C 10580/07).

Nachbars Garten als Katzenklo. Was kann man tun? Wenn die Katze Nachbargrundstücke als Toilette missbraucht, droht Ärger. Juristisch ist die Sache aber recht eindeutig: Der Nachbar muss es dulden, wenn Katzen sein Grundstück mit Kot verschmutzen. Der Grund: Es liegt in der Natur des Tieres, auf Streifzug zu gehen. Sogar die Beschmutzung von Spielgeräten eines Kindes muss hingenommen werden. Wehren kann sich der geplagte Grundstückseigentümer erst dann, wenn sich sein Grundstück als stilles Örtchen für gleich mehrere Tiere aus der Nachbarschaft etabliert (Amtsgericht Neu-Ulm, Az.: 2 C 47/98)./98).

Wie viele Katzen darf man halten? Das hängt auch vom Nachbarn ab: Wer frei lebende Katzen hält, die regelmäßig draußen auf Jagd gehen, muss damit rechnen, dass er maximal zwei der wilden Stubentiger halten darf. In einem konkreten Fall hatten sich die Nachbarn über den Dreck in ihren Gärten beschwert, der von vier frei laufenden Katzen verursacht wurde. Die Richter entschieden, dass dieser Dreck nicht zumutbar sei und selbst für ländliche Gegenden zu viel war. Der Katzenliebhaber musste daraufhin zwei der Tiere abschaffen (LG Lüneburg, Az.: 4 S 48/04).

Wenn Mieter zu viele Tiere halten: Animal Hoarding kann mit Tiersammel-Sucht oder Tierhorten übersetzt werden. Es beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Pflege und Hygiene. Letzteres beeinträchtigt dann auch Nachbarn und Mitmieter. Eine sehr hohe Anzahl von Tieren lässt sich dann auch nicht mehr mit der vertraglichen Regelung „Hauskatzen erlaubt“ vereinbaren. Im vorliegenden Fall begehrte die Vermieterin eines Einfamilienhauses die Räumung des Wohnraums durch die Mieter, da diese hier 15 Katzen gehalten hatten. Nachdem die Mieterin der Aufforderung, die Tiere zu entfernen, nicht nachgekommen war, erhielt sie schließlich die fristlose Kündigung. Die Vermieterin forderte die Herausgabe des gemieteten Hauses vor Gericht ein und bekam Recht (LG Aurich, Az.: 1 S 275/09).

Kratzer im Lack durch Nachbars Katze: Wer zahlt? Die Beweislast für Lack- und Karosserieschäden liegt grundsätzlich beim Autobesitzer! In einem konkreten Fall verdächtigte ein Fahrzeugbesitzer die Katze seines Nachbarn, Kratzer auf seinem Autodach hinterlassen zu haben. Einen ausreichenden Beweis hatte er allerdings nicht. Daraufhin verweigerten ihm die angerufenen Richter den Schadensersatz (Amtsgericht Aachen, 5 C 511/06).

Katzen verkratzen das Parkett: Wer zahlt? Wenn Katzen das Parkett in einer Mietwohnung verkratzen, muss die Haftpflichtversicherung nicht in jedem Fall zahlen. Werden zu viele Haustiere in einer Mietwohnung gehalten. Kann die Leistungsübernahme aufgrund übermäßiger Benutzung der Mietsache ausgeschlossen sein. In diesem Fall hatte eine Katzenliebhaberin in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung drei der Stubentiger für mehrere Stunden unbeaufsichtigt gelassen, die regelmäßig den Parkettfußboden der Wohnung als Katzenklo missbrauchten. Dies hatte zur Folge, dass nach Auszug der Mieterin nicht nur der Parkettboden ausgetauscht, sondern die darunter liegende Betondecke abgefräst werden musste. Die Haftpflichtversicherung weigerte sich, den Schaden zu übernehmen. Ihre Begründung, der auch die angerufenen Richter folgten: Die Wohnung sei durch die große Anzahl der Tiere übermäßig genutzt und beansprucht worden (Oberlandesgericht Saarbrücken, Az.: 5 W 72/13).

Kann Katzenfüttern im Hof verboten werden? Ja, die Arag-Experten weisen Katzenbesitzer darauf hin, dass es durchaus vom Vermieter untersagt werden kann, seine Katzen im Hof des Mietshauses zu füttern, statt in den eigenen vier Wänden. Zumindest, wenn sich andere Nachbarn dadurch gestört fühlen oder die begründete Angst haben, dass durch den Geruch des Katzenfutters Ratten angelockt werden könnten (OVG Rheinland-Pfalz, Az.: 6 A 1211/00).