Freizeitsport in neuer Dimension 3-D-Minigolfanlage mit Schwarzlicht-Beleuchtung

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Dortmund. Das etwas andere Minigolf-Vergnügen gibt es jetzt in Dortmund - eine Minigolf-Anlage in Schwarzlicht.

Ein passionierter Minigolfer hat es nicht leicht. Sicher, es gibt eine Bundesliga, in der sich die Profis tummeln und sich hier ihre Sporen und Auszeichnungen verdienen. Sie müssen regelmäßig trainieren, um ihren Mitbewerbern immer einen Tick voraus sein zu können, wie in jedem anderen Leistungssport auch, keine Frage. Doch wie sieht es bei den Menschen aus, die sich ausschließlich in ihrer Freizeit dem Vergnügen „Minigolf“ hingeben? Wer sich hier als begeisterter Anhänger dieser Sportart outet, wird schnell belächelt oder gar für uncool gehalten.

Spiel macht einfach Spaß

Und doch, spätestens wenn am Ferienort eine dieser 18-Loch-Anlagen zum Mitspielen einlädt, schnappt sich fast jeder Urlauber gerne so einen Schläger und puttet den Ball über den Parcours. Einen großen Spaß bereitet das Minigolf-Spielen ja allemal, egal ob groß oder klein – erst recht, wenn die Generationen und Geschlechter hier gegenseitig ihre Kräfte messen können. Wenn doch nur das Image nicht so altbacken und angestaubt wäre...

18 Bahnen in der Sporthalle

Eine gute Idee, etwas Farbe, Kreativität und das Wissen um physikalische Gesetzmäßigkeiten – das war für die beiden Unternehmer Sven Petersen und Frank Spalke die Lösung, um dem Minigolf zu neuen Ehren zu verhelfen. „In Berlin hatte ich so etwas Ähnliches gesehen und war sofort von den Möglichkeiten fasziniert“, sagt Projektleiter Sven Petersen. In der freien Natur oder in einer gewöhnlichen Sporthalle 18 Bahnen spielen zu müssen? Das kam für den Kameramann aus Berlin nicht infrage. Der Clou des Ganzen: Statt einer gewöhnlichen Beleuchtung sollte die Anlage allein mit ultraviolettem Licht illuminiert werden. Ultraviolettes Licht? Ganz genau! Besser bekannt ist es aber als „Schwarzlicht“. Dem nicht genug, gleichzeitig soll die Tiefenwirkung des Gesehenen komplett umgekehrt werden. Um derartige ungewohnte dreidimensionale Effekte sichtbar zu machen, muss der Vordergrund visuell nach hinten rücken und alles, was sich bildlich hinten befindet, muss optisch nach vorne rücken.

Farbe geht durch ein Prisma

„Chromadeph“ lautet daher das Zauberwort. Je nach Farbe wird ein Lichtstrahl anders gebrochen, wenn er durch ein Prisma umgelenkt wird. Mit einer entsprechend ausgerüsteten Brille treffen so die Lichtstrahlen im menschlichen Auge jeweils an unterschiedlichen Stellen auf die Netzhaut. Eben jene Differenzen werden vom Gehirn nicht erkannt, denn für gewöhnlich geht das Gehirn von geraden Lichtstrahlen aus, die an nur einem einzigen Brennpunkt auf die Retina treffen. Das Hirn erkennt nicht, dass die einzelnen Komponenten des Lichtstrahls unterschiedliche Brechungsindices haben. Ein optischer Makel, der allerdings eine angenehme Seite hat: so rechnet sich das Gehirn einen eigenen 3-D-Effekt zusammen. Allerdings eignet sich nicht jede Farbe für derlei 3-D-Bilder: Ganz vorne befinden sich rote Objekte, dahinter grüne oder blaue Motive. Am deutlichsten tritt der Effekt bei roten und schwarzen Farben zutage.

Erste Anlage in Köln

Bereits vor wenigen Monaten eröffneten die beiden Jungunternehmer in Köln ihre erste 3-D-Minigolfanlage mit Schwarzlicht-Beleuchtung – nomen est omen „Glowing Rooms 3D Schwarzlicht-Minigolf“ lautet der Name ihres Unternehmens. Von den visuellen Effekten und Impressionen waren die Besucher oft so beeindruckt, dass sie vor lauter Begeisterung glatt das Spielen vergessen haben. Schnell kam bei Sven Petersen und seinem Kompagnon daher der Gedanke auf, auch im Ruhrgebiet eine weitere derartige Minigolfanlage zu bauen. In Dortmund wurden sie fündig. Am östlichen Rande der Fußgängerzone verwandelten die beiden ein ehemaliges Geschäft für Brautmoden in eine weitere Sportanlage von „Glowing Rooms 3D Schwarzlicht-Minigolf“.

Künstler machen die Bilder

Künstlerische Unterstützung fanden sie bei den Künstlern Eugen Schramm, Thomas Klukas und Andreas Bruhn, die ihre Bildideen künstlerisch umgesetzt haben. „Hut ab! Was die drei geschaffen haben, ist aller Ehren wert“, schwärmt Sven Petersen. Viereinhalb Monate haben sie die Bilder gemalt, immer mit der Chromadeph-Brille auf der Nase, um die erwünschten Wirkungen exakt darzustellen. Längst ist die Begeisterung auch auf die Besucher übergesprungen. Die ganze Anlage ist erst seit Ende Mai geöffnet, doch erste Stammgäste gibt es bereits, die hier regelmäßig keine ruhige Kugel auf der gut 450 Quadratmeter großen Anlage schieben. Bei der Konzeption half Sven Petersen seine Ausbildung als Kameramann. Die drei Räume sind wie ein spannender Kinofilm aufgebaut: eine gute Einleitung, ein packender Hauptteil und ein unvergessliches Finale.

Eintritt in die Fantasielandschaft

Das Entree entführt die Minigolfer nach Pandora, einer farbenprächtigen Fantasielandschaft. Wilde Tiere lugen aus Urwäldern, fast wäre der Besucher auf die rot leuchtenden Käfer getreten. Zwei junge Frauen putten gerade den Ball über die Bahn, kein leichtes Unterfangen, wenn die Dimensionen samt der Hindernisse nicht mehr so leicht zu erkennen sind. Vorsichtig tasten sie sich zur nächsten Bahn. Mit Bedacht wird der eine Fuß langsam vor den anderen gesetzt. Schließlich lässt sich mit der 3-D-Brille kaum noch erkennen, ob der tiefe Riss im Boden nur aufgemalt oder am Ende doch real ist. In diesem Raum warten die Freizeitsportler gerne, bis auch sie an der Reihe sind, denn hinter jedem Baum wartet eine kleine Überraschung. Wo sonst zeigen sich kleine Igel, die eine Gasmaske aufgesetzt haben, oder ein Säbelzahntiger sorgt für Gänsehaut. Der Übergang zum zweiten Teil, dort wo die Zwerge nach Gold und Edelsteinen schürfen, ist trotz Brille nicht ganz so leicht zu finden. „Manchmal irren einige Besucher durch den Raum, weil sie den Übergang zum zweiten Raum einfach nicht finden“, verrät Sven Petersen, so perfekt habe die Künstler den 3-D-Effekt in Szene gesetzt. Doch am Ende finden auch sie den Einstieg zum Stollen, erschrecken leicht, wenn der Zwerg freundlich aus einem anderen Stollen lugt oder zwei Gnome dreidimensional ihren Zwist mit Hammer und Schild austragen.

Motive aus dem Weltraum

Für das Finale hat Sven Petersen nicht zu viel versprochen. Die perspektivische Wirkung von roter und schwarzer Farbe ist wirklich nicht zu verachten – erst recht, wenn Motive und Bilder aus dem Weltraum als Sujet dienen. Oft sind die Aktiven von den Bildern an den Wänden so fasziniert, das sie nach ihrem Spiel noch länger verweilen, sich hinsetzen und sich jedes Detail der Malereien anschauen. Offiziell heißt dann immer, „wir haben den Ausgang nicht gefunden“... schmunzelt der Projektleiter Sven Petersen. Ende des Jahres werden auch in Düsseldorf die Räume glühen, wenn auch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt eine mit Schwarzlicht beleuchtete Minigolfanlage eröffnet werden soll.


Adresse: Glowing Rooms Dortmund, Heiliger Weg 7 – 9, 44135 Dortmund, Tel. 0231 / 95 48 73 58, Internet: http://www.glowingsrooms-dortmund.de, mail: kontakt@glowingrooms-dortmund.de


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