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Windows 10 Update Windows 10 im Test: Der Wechsel lohnt – aber nicht sofort

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Osnabrück. Windows 10 ist mehr als Microsofts neues Betriebssystem, es ist die entscheidende Komponente der Zukunftsstrategie des Software-Riesen. Dafür besinnt sich der Hersteller auf seine Vergangenheit – und das ist gut so. Windows 10 für den PC im Test.

Mit Windows 8 und seiner radikal neuen Benutzeroberfläche hat Microsoft viele Kunden verprellt. Sie blieben entweder bei den älteren Versionen Windows 7 und Windows XP oder wechselten ganz zur Konkurrenz Apple. Microsoft musste also reagieren und hat wie nie zuvor auf die Nutzer und deren Rückmeldung gehört. Die wollten offensichtlich vor allem ein: Mehr Windows 7 in Windows 10.

Das Startmenü ist zurück

In Windows 10 holt Microsoft das Startmenü zurück – zum Glück! Seit Windows 95 es der Ausgangspunkt des Betriebssystems, ehe es in Windows 8 plötzlich und zum Unmut vieler Nutzer verschwand. Stattdessen gab es die für die Touch-Eingabe optimierten Kacheln. Diesen Fehler korrigiert Microsoft mit einer gelungenen Mischung: Das bekannte Startmenü ist um personalisierbare Kacheln erweitert worden. (Weiterlesen: So bekommen Sie das kostenlose Update auf Windows 10 sofort)

Gleich neben dem Startmenü finden Nutzer die zweite große Neuerung in Windows 10: Die Sprachassistentin Cortana, die Microsoft vom mobilen Betriebssystem Windows Phone nun auch auf den PC holt. Dort nimmt sie entweder per Eintippen in die Suchleiste oder mithilfe der gut gelungenen Spracherkennung die Arbeit auf. Cortana durchsucht den Computer oder das Internet nach Dateien und Informationen, öffnet auf Wunsch Programme, legt Erinnerungen an und erzählt sogar Witze; die sind jedoch so originell, dass selbst Kalauer-König Fips Asmussen nur müde schmunzeln dürfte. (Weiterlesen: So kommt die Windows 10 ISO auf USB-Stick oder DVD.)

Cortana ist noch lange nicht perfekt

Damit Cortana möglichst viele Aufgaben übernehmen kann, müssen Nutzer einige Ihre Nutzungsdaten an Microsoft übermitteln – das wird nicht jedem gefallen. Außerdem arbeitet Cortana noch lange nicht perfekt. Beim Befehl: „Schreibe eine E-Mail an meine Frau“ muss die Assistentin passen und verweist auf ein mögliches Update in der Zukunft. Per Sprachbefehl gestartete Navigationsanfragen starten trotz bestätigtem Arbeitsauftrag mehrfach nicht, in anderen Fällen streikt die integrierte Karten-App.

Dass Windows 10 und seine Programme kurz nach dem offiziellen Start noch eine Menge Ausbaupotenzial haben, zeigt auch der neue Browser Edge: Zum Start gibt es noch keinerlei Erweiterungen, wie einen Werbeblocker. Außerdem hakt es immer mal wieder beim Nachladen geöffneter Tabs und beim Schließen des Browsers. Nette Idee: In Edge hat Microsoft quasi das aus Windows 7 bekannte „Snipping Tool“ für Bildschirmfotos integriert. Dadurch können Nutzer eine Webseite mit Notizen und Kommentaren versehen und die bearbeitete Webseite speichern oder direkt per Mail versenden.

Internet Explorer ist immer noch da

Der schlanke, schlichte Edge soll den schwerfälligen und unsicheren Internet Explorer ablösen – doch bei einigen Links gesteht der Neuling ein, dass Nutzer diese besser im Vorgänger öffnen sollten. Deshalb ist der Internet Explorer auch in Windows 10 noch mit an Bord. Mit dem wenig nutzerfreundlichen Media Center hat Microsoft immerhin einen alten Zopf ganz abgeschnitten – ein überfälliger Schritt. (Windows 10 kaufen – das sind die Preise.)

Deutlich verbessert hat Microsoft den Windows Store. Der ist nun zentrale Anlaufstelle für Apps, Musik, Filme und Serien. Leider ist er in der Regel teurer als die Konkurrenz von Apple und Google. Außerdem ist das App-Angebot im Vergleich deutlich geringer. Schade ist auch, dass Microsoft die Chance zur ultimativen Softwarezentrale nicht nutzt: Zwar erhalten Nutzer die Windows-Updates nun automatisch, aber nicht transparent über den Windows Store.

Office Apps: Kostenlos - aber kostenpflichtig?

 

Verwunderlich ist Microsofts Politik beim Thema Office. Die im Store erhältlichen mobilen Ausgaben von Word, Excel und Co. sind gut gelungen - aber nur auf kleinen Bildschirmen kostenlos. Auf größeren Tablets und PCs können Nutzer ohne Office 365 Abo nur Dokumente lesen. Hier wäre ein stringenter, plattformübergreifender Zugang die richtige Entscheidung gewesen – immerhin betont Microsoft, dass Windows 10 auf allen Geräten von Smartphone bis zum PC läuft. Dann sollten Nutzer ihre Dokumente aber auch auf allen Geräte mit einheitlichen Apps abrufen und bearbeiten können. 

Das neue Info-Center in Windows 10 verschafft dem Nutzer mit einem Klick über neue Benachrichtigungen wie Mails, Tweets und Facebook-Neuigkeiten. Das gibt es bei Apple schon seit zwei Jahre.

Fazit: Wechsel lohnt sich

Fazit: Windows 10 ist der benötigte Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es zum Start an mehreren Ecken noch Luft nach oben geht. Etwas Windows 10 ist eine gelungene Mischung aus Windows 7 und Windows 8: Es paart die gewohnte, benutzerfreundliche Arbeitsumgebung von Windows 7 mit den touch-fokusierten Elementen aus Windows 8. Dadurch wirkt das neue Betriebssystem wie eine Weiterentwicklung von Windows 7. Die Frage bleibt, warum Windows 10 nicht Windows 8 geworden ist.

Dennoch dürfte Microsoft das Ziel erreichen, möglicht viele Nutzer der vergangenen beiden Version zum neuen Windows zu locken – zumal das Update kostenlos ist. Für diesen Preis lohnt sich der Wechsel allemal. (Weiterlesen: Das Surface Pro 3 im Test)


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