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Unterschiede zum Bienenstich Was hilft bei einem Wespenstich?

Von Jörg Sanders

Ein Wespenstich kann durchaus unangenehm sein. Foto: dpaEin Wespenstich kann durchaus unangenehm sein. Foto: dpa

Osnabrück. Es gibt viele Möglichkeiten, einem Wespenstich vorzubeugen. Doch wenn es passiert ist, kann etwa eine Zwiebel Linderung verschaffen.

Im Falle eines Wespenstiches sollte der Gestochene seine Reaktion beobachten und seine Mitmenschen über den Stich informieren. Denn womöglich könnte der Gestochene allergisch reagieren und das Bewusstsein verlieren. „Hier gilt es, umgehend den Notarzt zu alarmieren“, sagt Julian Heiermann, Insektenexperte beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Menschen, die nicht allergisch auf einen Stich reagieren, müssen sich nicht weiter sorgen. „Der Stich ist zwar unangenehm, aber meistens ist der Schreck größer als der Schmerz“, sagt Heiermann. Der Gestochene könne den Stich kühlen, um einer Schwellung entgegenzuwirken. Eine halbe Zwiebel sorge mit ihren ätherischen Ölen und ihrer Verdunstungskälte für Linderung. Anders als beim Bienenstich bleibt kein Stachel zurück.

Vorbeugen statt behandeln

In Fulda hatte eine Frau die Kontrolle über ihr Motorboot verloren, weil sie aufgrund einer Wespe in Panik geriet. Sie lenkte ihr Boot auf eine asphaltierte Straße. „Wenn man sich richtig verhält, muss man keine große Angst haben“, versichert Insektenexperte Heiermann. „Eine Wespe sticht nicht aus Spaß, sondern zur Verteidigung.“

Wespen orientieren sich am Geruch – etwa von Süßspeisen. Kommt sie zu nahe, gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht nach ihnen zu schlagen. Das könnten die Tiere als Angriff deuten und sich entsprechend verteidigen. „Man sollte sie auch nicht wegpusten“, sagt Heiermann. Grund sei der CO2-Gehalt im Atem, der sie in Alarmstimmung versetze. Das Kohlendioxid sei für Wespen ein Alarmsignal.

So spüren sie es etwa im Atem eines Dachses, wenn dieser sich einem Nest nähere, sagt Heiermann. Wespen vorm Gesicht ließen sich mit einem leichten Wischen verjagen. „Das empfinden sie nicht als aggressiv“, versichert Heiermann. Zuhause sollte man möglichst wenige Speisen ins Freie bringen und mit einer Kuchenglocke abdecken. Getränke gilt es ebenfalls abzudecken. Kinder sollten aus dünnen Strohhalmen trinken, durch die keine Wespe passt.

Biene verliert Stachel

Übrigens: Ist nach einem Stich ein Stachel zu sehen, war es eine Biene und keine Wespe; denn Bienen verlieren nach einem Stich ihren Stachel und sterben. Bei Wespen und übrigens auch Hornissen bricht der Stachel nicht ab: Sie können mehrfach zustechen. Denn ihr Stachel ist ein Jagdinstrument, mit dem sie ihre Beute betäuben und letztlich töten können.


Tipps des Nabu gegen Wespen und Wespenstiche

Am Kaffeetisch und beim Grillen: Wespen stechen sobald sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie deshalb heftige Bewegungen.

Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.

Nur zwei der acht heimischen Wespenarten stehen auf Süßspeisen und Fleisch / Wurst, nämlich Deutsche Wespe und Gemeine Wespe. Es ist sinnvoll, Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Reste wegzuräumen. Nach dem Essen sollte bei Kindern der Mund abgewischt werden, um die Wespen nicht anzulocken.

Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getränke mit dem Strohhalm trinken.

Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfiehlt sich eine Ablenkfütterung. Die Schülerinnen Maike Sieler und Henrike Weidemann fanden bei einem Experiment für „Jugend forscht“ heraus, dass sich überreife Weintrauben dazu am besten eignen. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die Früchte die Wespen in Schach. Vorsicht: Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken als Ablenkung weniger gut. Sie machen die Tiere aggressiv. Vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüllten Wespenfallen rät der NABU ganz ab. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit einen qualvollen Tod. Zudem gehen nur alte Tiere in die Falle. Das aktive Volk wird nicht dezimiert.

Wespen können von Gerüchen wie Parfum, Cremes, Holzmöbelpolitur oder ähnlichen Düften angezogen werden. Außerdem fliegen Sie gerne auf bunte Kleidung.

Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengaze an Fenstern und Türen anzubringen, insbesondere an Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern.

Haben sich trotz aller Vorkehrungen Wespen ins Haus verirrt, wird ein Glas über das Insekt gestülpt und vorsichtig ein Stück Papier als Boden untergeschoben, um das Tier wieder nach draußen zu bringen.

Wespennester am Haus dürfen nicht einfach eingeschlossen werden, da sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Am verschlossenen Einflugloch müssen Sie dann mit aggressiven Wespen rechnen.

Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.

Obst rechtzeitig abernten und aufsammeln. Blattläusen mit biologischen Maßnahmen vorbeugen beziehungsweise diese bekämpfen, da die süßen Ausscheidungen der Läuse Wespen anziehen.

(Quelle: Nabu)