Schon 80 Anzeigen gegen Hetzer? Geheime Facebook-Gruppe kämpft gegen Hass-Postings

Geheimbund erklärt Hetzern den Kampf. . Foto:Imago/Westend61Geheimbund erklärt Hetzern den Kampf. . Foto:Imago/Westend61

Osnabrück. In Österreich soll eine geheime Gruppe von Facebook -Nutzern Hass-Postings sammeln und dann Arbeitgeber und Behörden informieren. Der Geheimbund lasse Hetzer im Internet nicht mehr ungestraft davonkommen, berichten mehrere Medien. Auch der Fall eines 17-jährigen Österreichers, der jüngst nach einem Hassposting seinen Arbeitsplatz verlor, soll auf das Konto dieser Gruppe gehen.

Die Aktion gegen den 17-jährigen Hetzer soll nach einem Bericht der österreichischen Zeitung „Heute“ nur eine von vielen gewesen sein: Angeblich haben die 300 Mitglieder der geheimen Gruppe schon 80 Anzeigen erstattet.

17-Jähriger nach Post gefeuert

Der Fall des 17-jährigen Österreichers hatte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt: Der Auszubildende bei einem Autohändler hatte ein Bild, das ein syrisches Flüchtlingskind in Feldkirchen zeigt, das bei 36 Grad glücklich durch Wasserfontänen der Feuerwehr lief, mit den Worten kommentiert: „Flammenwerfer wäre da die bessere Lösung.“ Sein Arbeitgeber wurde offenbar von der Gruppe auf das Hassposting aufmerksam gemacht und feuerte ihn.

Geheimbund mit intensiven Check

Wie „Heute“ weiter berichtet, werden Nutzer, die dem Geheimbund beitreten wollen, zunächst einem intensiven Check unterzogen. Die Gruppe sei auch deshalb „geheim“, weil sie von anderen Nutzern nicht ohne Einladung auf Facebook entdeckt werden könne.

Anzeigen der Gruppe

Einer der Gründer des Geheimbunds sagte der Zeitung: „Wer uns beitreten will, muss beim Administrator eine Freundschaftsanfrage stellen und wird dann überprüft.“ Ziel der gewaltlosen Glorious Bastards sei es, menschenverachtende Postings aufzuspüren, die Hetzer beim Verfassungsschutz anzuzeigen und gegebenenfalls auch den Arbeitgeber zu informieren.

Auf Facebook wird die Aktion heftig diskutiert: Die einen finden das Vorgehen gut, die anderen sprechen von Denunziantentum.


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