Studie der Uni Münster Umweltzonen verringern Feinstaubbelastung signifikant

Bei Stufe 2 sind Autos mit roter Plakette ausgeschlossen, Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette dürfen fahren. Foto:dpaBei Stufe 2 sind Autos mit roter Plakette ausgeschlossen, Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette dürfen fahren. Foto:dpa

epd Münster. Umweltzonen verringern einer Studie der Universität Münster zufolge die Feinstaubbelastung in Innenstädten nachweisbar. Die Verkehrswissenschaftlerinnen Christiane Malina und Frauke Scheffler haben meteorologische Daten und Luftverschmutzungsdaten des Umweltbundesamtes ausgewertet.

Demnach senkt die Einrichtung von Umweltzonen die sogenannten PM10-Werte in der Luft signifikant, teilte die Universität Münster mit.

Seit 2008 wurden 50 Umweltzonen in ganz Deutschland eingerichtet, um die Feinstaubbelastung in Innenstädten zu senken. Es existieren drei Stufen: Bei Stufe 1 dürfen alle Fahrzeuge mit Umweltplakette einfahren und nur solche, die gar keine Plakette haben, müssen draußen bleiben. Bei Stufe 2 sind Autos mit roter Plakette ausgeschlossen, Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette dürfen fahren. Bei Stufe 3 sind nur Autos mit grüner Plakette erlaubt. Mittlerweile gehören 48 der deutschen Umweltzonen zur Stufe 3.

In der Studie haben die Münsteraner Wissenschaftlerinnen nur die Auswirkungen von Umweltzonen der Stufen 1 und 2 errechnet, die in den ersten Jahren nach Einführung noch weiter verbreitet waren. Demnach sinkt die tägliche PM10-Konzentration in der Luft bei einer Umweltzone Stufe 1 um durchschnittlich 2,33 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bei der Stufe 2 sinkt die Feinstaubbelastung um 7,5 Mikrogramm pro Kubikmeter im Vergleich zu Innenstädten ohne Umweltzone.

Die Forscherinnen analysierten auch die Auswirkungen der gesunkenen Feinstaubwerte auf die Gesundheit der Stadtbewohner. Ihren Berechnungen zufolge sank im Beispieljahr 2010 bei Umweltzonen der Stufe 1 statistisch gesehen die Anzahl verfrühter Sterbefälle aufgrund der Feinstaubbelastung um etwa 400. Bei Stufe 2 gehen die Wissenschaftlerinnen von einer Verhinderung von 1.200 vorzeitigen Sterbefällen aus.

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