Buchungen auf Vorjahresniveau Trotz „Nein“: Deutsche Urlauber sagen „Ja“ zu Griechenland

Von Waltraud Messmann

Touristen besuchen den Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen. Foto:dpaTouristen besuchen den Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen. Foto:dpa

Osnabrück. Die deutschen Urlauber lassen sich durch das „Nein“ der Griechen zu den Sparvorgaben der internationalen Geldgeber nicht abschrecken:

Nach Angaben des Deutsche ReiseVerbands (DRV) ist Griechenland bei den Deutschen als Reiseziel nach wie vor sehr gefragt. Auch nach dem Volksentscheid würden sie gebuchte Urlaubreisen in das Krisenland nicht stornieren. Hellas zähle in diesem Sommer erneut zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, betonte der DRV.

Nach Angaben des Verbandes verbringen derzeit zwischen 200.000 und 250.000 Gäste ihren Urlaub in dem Mittelmeerland. Wenn in den nächsten Tagen und Wochen weitere Bundesländer in die Sommerferien starteten, würden es täglich mehr. Laut DRV haben viele Bundesbürger ihren Urlaub auf eine der zahlreichen griechischen Inseln oder an die Strände des Peleponnes im Voraus als Pauschalpaket bei den Reiseveranstaltern gebucht. „Und sie bleiben bei ihren Reiseplänen.“

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Eine objektive Gefährdung oder Leistungseinschränkungen sei nach Ansicht des Verbandes nicht gegeben und auch nicht zu erwarten. Gerade Pauschalreisegäste seien bestens abgesichert, betonte der DRV.

Nach Auswertungen der GfK-Marktforscher liegt die Zahl der Vorausbuchungen für Veranstalterreisen nach Griechenland im Zeitraum von Januar bis einschließlich Mai 2015 auf Höhe des sehr guten Vorjahreszeitraums. Seit Mai habe es sogar noch einen kräftigen Buchungszuwachs gegeben,hieß es. „Das zeigt, dass sich die Deutschen von Schlagzeilen zur Finanzkrise in Griechenland nicht irritieren lassen und das Land als Urlaubsziel weiterhin sehr schätzen“,so der DRV.

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Das griechische Tourismusministerium habe außerdem noch vor wenigen Tagen bestätigt, dass die Versorgungslage im Land und auf den Inseln trotz Finanzkrise gewährleistet sei, heißt es weiter. Das beträfe sowohl die Versorgung mit Kraftstoff als auch mit allen für den geregelten Tagesablauf der Gäste notwendigen Produkte und Dienstleistungen. Das Ministerium habe ebenfalls darauf hingewiesen, dass Griechenlandbesucher, die Transaktionen oder Abhebungen an Geldautomaten mit ausländischen EC- oder Kreditkarten vornehmen möchten, nicht von der Kapitalverkehrskontrolle, die von der griechischen Regierung erlassen worden sei, betroffen seien.

Bezüglich der Reisekasse rät der DRV Urlaubern, sich nicht auf ein einziges Zahlungsmittel zu verlassen, sondern neben EC- und Kreditkarte auch ausreichend Barmittel mitzunehmen. Wieviel Bargeld im Einzelfall benötigt werde, sei abhängig davon, welche Reiseleistungen der Kunde gebucht beziehungsweise bereits im Vorfeld bezahlt habe.

Veranstaltergäste, die eine Pauschal- oder Bausteinreise gebucht hätten, benötigten Barmittel lediglich für etwaige Nebenkosten wie Souvenirs, zusätzliche Restaurantbesuche oder den Snack zwischendurch, da sie in der Regel die Kosten für ihr Reisen, das heißt für den Flug, das Hotel, den Mietwagen und die Verpflegung im Voraus bezahlt hätten, so der Verband. Touristische Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers seien vom Veranstalter im Vorfeld eingekauft und vertraglich abgesichert.