Zurechtfinden im Zahlensalat Wie werden in Deutschland die Autobahnen nummeriert?

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Die Nummerierung scheint oft willkürlich, doch es gibt ein System.Foto: Michael BaarDie Nummerierung scheint oft willkürlich, doch es gibt ein System.Foto: Michael Baar

Osnabrück. A1, A7, A30: Nach welchen Kriterien werden in Deutschland eigentlich die Autobahnen nummeriert? Die Bezeichnungen werden nicht willkürlich vergeben – seit 1975 gibt es ein System dafür.

Alltäglich hören wir derartige Nachrichten im Radio : Fünf Kilometer Stau auf der A2, stockender Verkehr auf der A30. Gar nicht leicht, da den Überblick zu behalten, schließlich verfügt Deutschland mit einer Gesamtlänge von mehr als 12000 Kilometern über das viertlängste Autobahnnetz der Welt. Die Nummerierung der Fernstraßen erscheint des Öfteren willkürlich – warum gibt es zum Beispiel eine A995 bei München, wenn das Fernstraßennetz in Deutschland insgesamt „nur“ aus rund 120 Autobahnen besteht? Doch hinter dem Zahlensalat steckt durchaus ein System. (Weiterlesen: Marmelade oder Konfitüre: Was ist der Unterschied?)

Seit dem 1. Januar 1975 existiert das bis heute gültige Nummerierungssystem. Damit werden die Autobahnen mit ein-, zwei- oder dreistelligen Zahlen gekennzeichnet. Autobahnen, die einstellig nummeriert sind, durchziehen das Land großräumig oder grenzüberschreitend – sie sind dementsprechend sehr lang und von überregionaler Bedeutung. So ist beispielsweise die A7, die von Schleswig-Holstein bis ins südlichste Bayern führt, mit einer Gesamtstrecke von fast 1000 Kilometern die längste Bundesautobahn in Deutschland. Darüber hinaus sind auch die einstelligen Autobahnen nochmals nach einem bestimmten Muster unterteilt: Strecken, die von Westen nach Osten (oder umgekehrt) führen, werden mit einer geraden Zahl versehen, Nord-Süd-Autobahnen dagegen mit einer ungeraden Nummer. (Weiterlesen: Vorurteile und Klischees können Leistung schmälern)

Gebieten zugeordnet

Die A1 ist unter den einstelligen Autobahnen diejenige, die am weitesten in den Westen führt (Saarbrücken), die A9 ist die östlichste. Die A2 (Oberhausen bis Dreieck Werder) ist die nördlichste, die A8 (Perl bis Bad Reichenhall) die südlichste unter den einstelligen Autobahnen.

Im Gegensatz zu den grenzüberschreitenden Fernstraßen sind die zweistelligen Autobahnen „nur“ von übergeordneter regionaler Bedeutung. Sie werden einzelnen Gebieten zugeordnet. Zum Beispiel liegen die Autobahnen mit 30er-Nummer im südlichen Niedersachsen, die A10 bis A19 verlaufen dagegen um Berlin. Kleine Merkhilfe: Die jeweilige Nummerierung orientiert sich an den Postleitzahlen der Gebiete, durch die sie führen. (Weiterlesen: Warum läuft die Nase, wenn man etwas Scharfes ist?)

Ableger anderer Fernstraßen

Schließlich fehlen noch die dreistelligen Autobahnen, angefangen mit der A100 (Stadtring Berlin) bis zur A995 (Südzubringer München/Giesinger Autobahn). Wie diese Bezeichnungen bereits erahnen lassen, sind dies eher regionale Autobahnen, die zwei größere Autobahnen verbinden oder als Zubringerautobahnen dienen. Auch hierbei orientiert sich die erste Ziffer an dem jeweiligen Gebiet, durch das sie führen. Beispiel: Die 300er-Autobahnen sind im südlichen Niedersachsen zu finden, analog zu den A-30er-Nummern. Häufig sind diese Autobahnen auch Ableger anderer Fernstraßen – auch daran orientiert sich die Kennzeichnung. So ist beispielsweise die A395 die fünfte Abzweigung der A95.

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