Gilt nicht für alle Urlaubsgebiete Roaming: EU schafft Gebühren ab

Von Detlef Drewes

Einen Kostenzähler im Kopf braucht es demnächst nicht mehr. Foto: dpaEinen Kostenzähler im Kopf braucht es demnächst nicht mehr. Foto: dpa

Brüssel. Fast zehn Jahre hat der Kampf gegen die Roaminggebühren gedauert. Nun steht fest: Am 15. Juni 2017 fallen die Aufschläge für Telefonate, Kurznachrichten und Internet-Surfen. Aber wird deshalb wirklich alles billiger? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet das Aus für die Roaming-Zuschläge für mich konkret? Ab dem 15. Juni 2017 entfallen die Zuschläge für ankommende und abgehende Telefonate innerhalb der EU. Davon betroffen sind auch Kurznachrichten (SMS), Bild-Nachrichten (MMS) und das Surfen im Internet. Allerdings sollte man zur Vorsicht dazu sagen: Diese Regelung gilt natürlich innerhalb der EU. Wer also nach Mallorca reist, wird günstiger davonkommen. An der türkischen Riviera gelten weiter höhere Gebühren.

Wie teuer sind Telefonate denn dann? Die Provider berechnen dann die gleichen Gebühren wie im Inland. Wer zum Beispiel ein Minutenpaket gebucht hat, kann dies im europäischen Ausland genauso abtelefonieren oder für das Surfen im Internet nutzen wie zu Hause. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Man wollte verhindern, dass sich jemand im Ausland eine preiswerte SIM-Karte kauft und damit dann innerhalb der eigenen Grenzen möglicherweise besonders billig unterwegs ist. Bei diesem sogenannten „permanenten Roaming“ sind Zuschläge weiter erlaubt. Ab wann dieses ständige Roaming beginnt, muss noch vereinbart werden.

Und bis dahin bleibt es bei den jetzigen Aufschlägen? Nein. Die EU-Institutionen haben sich auf einen Zwischenschritt verständigt: Am 30. April 2016 sinken die Roaming Aufschläge noch einmal auf fünf Cent pro Minute (derzeit 19 Cent für abgehende und fünf Cent für eingehende Anrufe). Die Obergrenze für SMS sinkt von heute sechs auf dann zwei Cent. Und beim Internet-Surfen darf ein Megabyte Daten nur noch mit maximal fünf Cent (derzeit 20 Cent) zu Buche schlagen. Zu allen Preisen muss die nationale Mehrwertsteuer hinzugerechnet werden.

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Gibt es denn nicht auch andere Möglichkeiten, noch preiswerter aus dem Ausland zu telefonieren? Man kann die Kosten tatsächlich noch weiter drücken, was vor allem im nicht-europäischen Ausland interessant sein dürfte. So sind Telefongespräche beispielsweise über Anbieter wie Whatsapp oder Skype möglich. Dabei entstehen – abgesehen von der Internet-Verbindung – überhaupt keine zusätzlichen Kosten und auch keine Roaming-Aufschläge. Das ist aber nur mit Smartphones möglich, auf denen die entsprechenden Apps installiert sind. Außerdem muss auch der Empfänger die entsprechende Software installiert haben und online sein.

Wie soll ich mich bis dahin im Urlaub verhalten, damit mir die Kosten nicht aus dem Ruder laufen? Nahezu alle Telekommunikationsanbieter haben inzwischen Gebührenpakete für das Ausland im Angebot. Da sollte man sich zunächst einmal kundig machen, um vor allem hohe Kosten für die Internet-Nutzung im Griff zu behalten. Ansonsten gilt: Im Ausland möglichst nur WLAN-Netze nutzen und die Roaming-Funktion des Mobiltelefons in den „Einstellungen“ abschalten. So verhindert man vor allem, dass Apps im Hintergrund ständig Daten saugen.