Vater, Mutter, Kind: Elternkolumne 1000 Euro für einen Kinderwagen? Bei euch piept’s wohl!

Ein Kinderwagen der älteren Generation, der jetzt nur noch den Storch anlocken soll. Doch was tun, wenn er das Baby tatsächlich dort oben abliefert? Foto: Imago/Harald LangeEin Kinderwagen der älteren Generation, der jetzt nur noch den Storch anlocken soll. Doch was tun, wenn er das Baby tatsächlich dort oben abliefert? Foto: Imago/Harald Lange

Osnabrück. Was braucht ein Kind (Liebe), was nicht (einen überteuerten Kinderwagen) — und was kann man gut gebraucht organisieren? In der Elternkolumne steht eine Liste, auf die sich sparsame wie mittelsparsame Eltern gut einigen können.

In der letzten Woche hat unser Kollege Daniel Benedict seine Vater-Mutter-Kind-Kolumne mit der Frage beendet: Meine Freundin hat zum Kindergeburtstag einen High-End-Luftballon gekauft – für 15 Euro. Seid Ihr Euch immer einig darüber, welche Anschaffungen sinnvoll sind? Dies ist die Antwort von Corinna Berghahn:

Lieber Daniel,

mitnichten. Während ich schon vor der Geburt auf gebrauchte Kleidung Möbel und ganz wenig Spielzeug plädierte – und das immer noch tue, ist mein Mann derjenige, der unserem Kind allen möglichen „Quatsch“ (so meine Meinung) beziehungsweise „gute Sachen“ (so die seine und die des Kindes) kauft. Langsam sehe ich das nicht mehr so verbissen. Er ist so, ich bin anders, und zusammen sind wir ein gutes Team.

Was auch ganz gut ist, denn so profitiert das Kind von uns beiden. Statt zu streiten, haben wir uns auf einige Dinge geeinigt, bei denen Geld ausgegeben werden sollte – oder eben nicht:

Bei diesen Dingen dürfen Eltern sparsam sein:

- Kinderklamotten: Besonders anfangs lohnt es sich nicht, immer wieder neue Sache zu kaufen. Zum einen ist es dem Kind vollkommen egal, ob es zu seinem Geschlecht passende Farben trägt und ob seine Kleidung besonders neu ist. Hauptsache, sie passt. Zudem sind gebrachte Klamotten gesünder, weil viele der gefährlichen Farbstoffe durch das Waschen schon ausgewaschen wurden. Teuer wird es sowieso noch, nämlich dann, wenn das Kind einen eigenen Geschmack entwickelt und unbedingt Chucks haben muss… (Weiterlesen: Baby-Erstausstattung: Was ist wirklich notwendig?)

- Kinderwagen: Auch wenn es Eltern gibt, die gerne mit dem Hab und Gut des Kindes angeben: Es muss kein Bugaboo sein, auch günstigere Marken sind genauso sicher, gesund und rückenschonend fürs Kind. Zudem kann man diverse Wagen auch gebraucht kaufen. Außerdem: Über 1000 Euro für einen Kinderwagen? Bei euch piept’s wohl!

- Spielzeug: Weniger ist mehr. Klar wollen Kinder alles haben. Haben sie es dann, wollen sie noch mehr haben – oder spielen plötzlich mit einem Pappkarton und Pet-Flaschen. Zuviel Krams verdirbt die Phantasie und den Charakter (Ein Elternspruch, den ich als Kind gehasst hätte, heute aber vollkommen richtig finde). (Weiterlesen: Was ist gutes und schlechtes Spielzeug für Kinder?)

- Jede Art von Plastik-Quatsch, die an Kinderprodukten klebt: das Kind verliert den knallbunten Billig-Mist spätestens nach fünf Minuten, er liegt dann überall rum und landet eh im Müll. Wo er auch hingehört.

Bei diesen Dingen dürfen Eltern nicht sparen:

- Kindersitze: Es gibt bei eBay alles zu Ersteigern. Trotzdem: Kindersitze fürs Auto sollten immer den neusten Sicherheitsverordnungen entsprechen. Lieber hier mehr zahlen, als fatale Verletzungen beim Kind zu riskieren.

- Matratze: das Bettgestell kann von Kind zu Kind wandern, eine Matratze sollte jedes Kind neu bekommen.

- Gutes Essen: Auch das Kind ist, was es isst.

- Erlebnisse: Die müssen nicht teuer sein. Aber alle zusammen im Wald/ Park/ auf dem Spielplatz schafft Erinnerungen.

- Zeit: Selbst im stressigen Alltag lieber weniger aufs Smartphone schielen, und stattdessen das Kind einmal ordentlich durchkitzeln.

Deine Corinna

P.S.: Ich bin mit vielen Tieren aufgewachsen — und habe es geliebt. Allerdings hatten meine Eltern einen Garten, daher kann ich aktuelle Wünsche meines Kindes abschmettern. Erlaubt ihr eurem Kind ein Tier, wenn es ganz doll betteln würde? Oder redet ihr euch dann lieber raus?


Vater, Mutter, Kind: Über die Elternkolumne

Im deutschen Kinderzimmer herrscht Verunsicherung. Eltern aus unserer Redaktion schaffen Abhilfe! Corinna Berghahn ist seit mehr als drei Jahren Mutter, Daniel Benedict vor zwei Jahren Vater geworden. Im wöchentlichen Wechsel widerlegen sie hier Mythen und Legenden der Elternschaft.

Dies sind unsere lustigsten Texte:

Mit Kindern in der Deutschen Bahn: Es könnte so schön sein!

Regretting Motherhood? Non, je ne regrette rien!

Zum Muttertag in Versen: Ein Gedicht für alle Mütter. (Auch Deine!)

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