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16.05.2015, 06:13 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOLUMNE

Mein Kind hat Hüftschnupfen! Und der tut sehr weh

Von Corinna Berghahn


Da Schlimmste am kranken Kind ist, dass es ihm schlecht geht und man selbst nur trösten kann. Foto: ColourboxDa Schlimmste am kranken Kind ist, dass es ihm schlecht geht und man selbst nur trösten kann. Foto: Colourbox

Osnabrück. Eltern lernen immer dazu. Besonders beim Kinderarzt. Denn es gibt nicht nur die „normalen“ Kinderkrankheiten, sondern auch exotische Dinge wie einen Hüftschnupfen. Was das ist, steht in dieser Elternkolumne.

In der vergangenen Woche hat Daniel Benedict unsere Kolumnistin gefragt: Was ist denn der verrückteste Erreger, den ihr bislang eingefangen habt? Dies ist die Antwort:

Lieber Daniel,

ich arbeite zwar nicht im Tropeninstitut in Hamburg – also da, wo viele von exotischen Krankheiten niedergeworfene Menschen behandelt werden. Dank Kind lerne ich trotzdem immer mehr Krankheiten kennen, von denen ich noch nie gehört hatte. Damals als Nicht-Mama im Tal der Ahnungslosen.

Jetzt weiß ich beispielsweise, was ein Hüftschnupfen ist. Ich kannte Hüfte, ich kannte Schnupfen. Was ich nicht wusste war, dass man beide Worte verbinden kann und etwas tatsächlich Existierendes dabei herauskommt. Wie der Hüftschnupfen, der mein kleines Kind quälte und nicht mehr lustig springen ließ, geschweige denn laufen. Stattdessen humpelte es wie Heidis Freundin Clara, als diese wieder mühsam laufen lernte.

Es begann so: Morgens klagt das Kind noch im Bett über Beinschmerzen. Ganz dolle. Wir dachten erst, es wollte nicht aufstehen. Bis wir merkten: Es kann nicht einmal stehen. Es fiel einfach um, weil das Bein so weh tat. Dicke Tränen beim Kind, versteckte bei uns und ganz schnell beim Arzt angerufen. Natürlich hatten wir sofort Horrorgedanken: Hat das Kind etwas verstaucht oder gebrochen? Oder gar eine Knochenentzündung? Glücklicherweise war nicht mehr genug Zeit, die Symptome zu googeln, denn das bringt bekanntlich die fatalsten Diagnosen.

Beim Arzt dann Entwarnung: Die starke Erkältung des Kindes sorgte für einen Hüftschnupfen, im Fachjargon Coxitis fugax genannt. Das ist eine seltene Begleiterscheinung von viralen Atemwegs-Infekten bei Kindern zwischen drei und zehn Jahren, die zu starken Schmerzen eines Beines führt. Und wie ein Schnupfen geht sie auch wieder. Doch das Kind litt und war daher schlecht gelaunt. Wir litten mit – auch unter der schlechten Laune.

Ein anderes mir unbekanntes Krankheitsbild war: Kinder-Asthma. Unser Kind hatte mit einem Jahr Keuchhusten – trotz Impfung. Das war nicht schön. Zurückgeblieben ist ein bellender Husten mit leichter Atemnot, der immer wieder auftritt, wenn es stark erkältet ist. Ein Kind das unter Atemnot leidet, ist kein glücklich machender Anblick für Eltern. Das Gute ist jedoch, dass sich diese Art Asthma im Laufe der Jahre „rauswächst“.

Trotzdem: Kinderkrankheiten sind soviel mehr als Masern und Windpocken. Selbst die sind schon unangenehm genug. Ich bin eh dafür, dass Kinder nicht krank werden sollten, sondern die Eltern. Die können dem Arzt genau sagen, wo es wehtut, ihre Bettruhe mit Binge-Watching verbringen oder wenigstens den Kindern die Schmerzen nehmen. Denn das eigentlich Schlimmste am kranken Kind ist, dass es ihm schlecht geht und man selbst nur trösten kann, bis es besser wird…

Deine Corinna

P.S.: Googelt ihr komische Symptome eures Kindes? Obwohl sowas immer Angst machen kann?

Vater, Mutter, Kind: Über die Elternkolumne

Im deutschen Kinderzimmer herrscht Verunsicherung. Eltern aus unserer Redaktion schaffen Abhilfe! Corinna Berghahn ist seit dreieinhalb Jahren Mutter, Daniel Benedict vor fst zwei Jahren Vater geworden. Im wöchentlichen Wechsel widerlegen sie hier Mythen und Legenden der Elternschaft. Dies sind unsere lustigsten Texte:

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