Apple Watch Alternativen Statt Apple Watch: Welche Smartwatch für iPhone und iOS?

Von Mark Otten


Osnabrück. Die Apple Watch soll den Computeruhren zum Durchbruch verhelfen. Dabei sind bei weitem nicht alle Apple-Nutzer vom neuen Gerät überzeugt. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen zur Apple Watch – die jedoch kaum ohne Abstriche davonkommen.

Pebble Time (Steel)

Die rechteckige Pebble Time ist die dritte Generation des Smartwatch-Herstellers Pebble. Für die Entwicklung der Pebble Time hat die Unterstützergemeinschaft auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter vor Kurzem rund 20 Millionen Dollar gegeben – ein Rekordwert. Die Pebble Time soll für 199 Dollar im Mai in den USA erscheinen, die Edelstahlvariante Pebble Time Steel für 299 Dollar im Juli. Der Bildschirm der Pebble Time ist nicht so hochauflösend wie der der Apple Watch. Auch auf einen Touchscreen verzichtet Pebble im Gegensatz zu Apple. Pebble-Nutzer bedienen die Computeruhr mit drei Tasten und über ein Mikrofon. Durch diese Maßnahmen hält der Akku der Pebble Time äußert lange. Während die Apple Watch 18 Stunden durchhalten soll, schafft die Pebble Time bis zu sieben Tage, die Pebble Time Steel sogar bis zu zehn Tage. Beide Modelle sind bis zu 30 Meter wasserdicht. Weiterer Vorteil gegenüber der Apple Watch: Pebble Time unterstützt iOS, Android, und mit Apps von Drittherstellern, auch Windows Phone und Blackberry.  (Lesen Sie hier den Kommentar: Warum die Apple Watch ein Erfolg wird.)

Alcatel Onetouch Watch

Die runde Alcatel Onetouch Watch verspricht viel Leistung für wenig Geld. Für rund 150 Euro erhalten Nutzer ab Ende Mai eine Mischung aus Smartwatch und Fitnesstracker. Eingehende Nachrichten und Anrufe zeigt die Alcatel Onetouch Watch am Handgelenk an, Pulsmesser, Schrittzähler und Bewegungssensoren zeichnen sportliche Aktivitäten auf. Der Akku soll laut Hersteller zwischen zwei und fünf Tagen halten. Die Alcatel Onetouch Watch ähnelt optisch stark der beliebten Motorola-Smartwatch Moto 360. Im Vergleich zur Moto 360 arbeitet die Alcatel Onetouch Watch neben Android aber auch mit Apples iOS zusammen.  

Withings Activité (Pop)

Die runde Withings Activité ist eigentlich keine echte Smartwatch, sondern eher ein sehr schickes Fitnessarmband: Klassisches Armbanduhr-Design, analoge Zeiger und Ziffernblatt, hochwertige Verarbeitung aus Edelstahl und Saphirglas, bis zu 50 Meter wasserdicht und eine Akkulaufzeit von rund acht Monaten lassen aufhorchen. Dafür zeigt die Uhr keine Benachrichtigungen an. Apps installieren, E-Mails und SMS lesen, bei Twitter oder im Wetterbericht stöbern – all das geht mit der Withings Activité nicht. Sie bietet aber einen Vibrationswecker und verschiedene Sensoren, die Läufe, Schwimmeinheiten oder den Schlafrhythmus aufzeichnen. Die gesammelten Daten werden automatisch mit der Withings iPhone-App synchronisiert, ausgewertet und optisch nett aufbereitet. Im Webshop kostet die in der Schweiz gefertigte Withings Activité samt Armand aus Kalbsleder 390 Euro. Wer mit „Made in China“ und Silikonarmband leben kann, bekommt die ansonsten nahezu identische Withings Activité Pop für 150 Euro.  (Lesen Sie hier: Baut BMW das Apple Car?)

Wellograph

Die Wellograph wirkt wie eine digitale Variante der Withings Activité. Der Hersteller bezeichnet die Wellograph als „Wellness-Uhr“. Der rechteckige Fitnesstracker im Uhrengewandt zeichnet Puls, Schritte und Bewegungen auf. Die Daten werden über die Apps für iOS, Android und Windows Phone synchronisiert und aufbereitet. Eingehende Benachrichtigungen zeigt das Gerät nicht an. Der Akku hält bis zu sieben Tage durch – auch dank des Schwarz-Weiß-Bildschirms, das unter Saphirglas liegt, und dem Verzicht auf einen Touchscreen. Mit zwei Knöpfen bedienen Nutzer die Wellograph, die samt Lederarmband für 325 Dollar plus Einfuhrgebühren aus den USA zu haben ist.

Meta M1

Die rechteckige Meta M1 richtet sich mit ihrer Optik an den traditonellen Uhrenkäufer, denn sie sieht aus wie eine Armbanduhr. Das überrascht nicht, immerhin haben ehemalige Fossil-Mitarbeiter Meta gegründet. Der Akku der Meta M1 hält trotz dauerhaft eingeschaltetem Bildschirm bis zu sieben Tage durch. Woher dieser gute Wert kommt, ist offensichtlich: Statt Farbbildschirm gibt es ein recht pixeliges Schwarz-Weiß-Display, das nachts wegen der schwachen Hintergrundbeleuchtung kaum lesbar ist. Statt Touch-Steuerung bedienen Nutzer die Meta M1 über gleich sechs Tasten an den Gehäuserändern. Einstellungen nehmen Anwender über die Meta App auf ihrem iPhone vor. Nachrichten, E-Mails oder Kalendereinträge meldet die Meta M1 dank Bluetooth-Kopplung zum iPhone. Die Preise für die Meta M1 liegen zwischen 99 und 250 Euro. Allerdings sind die Uhren im offiziellen Webshop momentan ausverkauft. Im Oktober soll es Nachschub geben.  (Lesen Sie hier: Apple Watch vor dem Start zusammenstellen.)

Martian Smartwatches

Der US-Hersteller Martian vermischt klassische, analoge Armbanduhren mit einer digitalen Zeile, die eingehende Benachrichtigungen anzeigt. Außerdem macht eine Status-LED auf ungelesene Nachrichten aufmerksam. Der Hersteller bietet runde und rechteckige Uhren an. Die Bedienung erfolgt über zwei Knöpfe an der Seite und bei teureren Modellen über Sprachsteuerung. Einen Touchscreen gibt es nicht. Das Einsteigermodel Martian Notifier ist im US-Webstore für 129 Dollar zuzüglich Versandkosten zu haben. Die Modelle mit Sprachsteuerung liegen zwischen 249 und 299 Dollar. Ein Lederarmband kostet 30 Euro Aufpreis.

Fazit: Apple Watch als Messlatte

iPhone-Nutzer haben es beim Thema Smartwatch nicht leicht. Im Vergleich zu Android ist die Auswahl an iOS-kompatiblen Geräten überschaubar. Teilweise sind sie beim Funktionsumfang deutlich begrenzt, sodass sie eher als Fitnessarmbänder gelten. Dafür bieten die Apple Watch Alternativen in der Regel tadellose Verarbeitung mit hochwertigen Materialien wie Edelstahl, Saphirglas, Lederarmbändern und tagelanger Akkulaufzeit. Das Zusammenspiel mit dem iPhone gelingt aber keiner Alternative so gut wie der Apple Watch – und dieser Umstand hat seinen Preis. Das Einstiegsmodel Apple Watch Sport kostet mit Aluminiumgehäuse ab 399 Euro. Wer Edelstahl, Saphirglas und Lederarmband möchte, muss mindestens 749 Euro zahlen.

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