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Ostern 2017 Warum bringt der Hase die Geschenke zu Ostern?

Von epd

Zu Ostern bringt uns der Hase die Geschenke. Aber warum gibt es ausgerechnet den Osterhasen? Foto: dpaZu Ostern bringt uns der Hase die Geschenke. Aber warum gibt es ausgerechnet den Osterhasen? Foto: dpa

Bonn. Ostern 2017: Warum bringt der Osterhase die Geschenke? Wie kommt es, dass uns ein Hase Eier bringt? Und warum werden diese gefärbt oder mit viel Geschick verziert? Judith Schmidt weiß darauf die Antworten. Sie arbeitet am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Fachfrau sagt: Das Osterei hat eine lange Geschichte. Im 12. Jahrhundert weihte die katholische Kirche die Eier, die die Hühner während der Fastenzeit gelegt hatten. In der Fastenzeit durften die Menschen keine Eier essen. Daher sammelten sie sich an. Damit die geweihten Eier von den ungeweihten Eiern unterschieden werden konnten, wurden sie gefärbt. Nach dem Winter legten die Hühner immer besonders viele Eier. So kam es, dass zu Ostern reichlich davon da waren. (Weiterlesen: Was wird an Ostern eigentlich gefeiert?)

Ostereier sind ein Zeichen für neues Leben

Die Eier haben bis heute eine besondere Bedeutung für uns. Sie sind ein Zeichen für neues Leben und für die Auferstehung von Jesus Christus von den Toten. Es waren protestantische Familien, die dann im 16. und 17. Jahrhundert begannen, die Eier zu verstecken. Judith Schmidt weiß auch, wie es dazu kommen konnte. Sie sagt: „Damit versuchten die Familien, deren katholische Herkunft zu verschleiern. Denn im protestantischen Glauben ist weder das Fasten noch die Eierweihe vorgesehen.“ (Weiterlesen: Was bedeutet der Code auf dem Ei?)

Fuchs, Rabe, Kuckuck? Der Osterhase beschenkt die Kinder

Um erklären zu können, wo die Eier her waren, dachten sich die Familien den Hasen aus. In manchen Regionen waren es auch der Fuchs, der Rabe oder der Kuckuck, die die Eier brachten. Im Gegensatz zum Hasen aber setzten sie sich nicht durch. Der Osterhase tauchte schließlich in Kinderbüchern und in Familienzeitschriften auf. Er wurde immer menschlicher. Und er belohnte Kinder nicht nur, wenn sie brav waren. Er zeigte auch, dass Fleiß, Pünktlichkeit und Ordnung gute Eigenschaften sind. Judith Schmidt sagt: „Der Osterhase hatte vor allem erzieherische Hintergründe.“ Kinder lernten mit ihm, was gut und böse ist. Waren sie brav und nahmen bestimmte Werte an, so bekamen sie im Gegenzug Geschenke. (Weiterlesen: Was unterscheidet Hasen und Kaninchen?)

Ostern ist zum Familienfest geworden

Ostern ist im Laufe der Zeit von einem religiösen Fest auch zu einem Familienfest geworden. Noch heute bauen Kinder Nester aus Moos, in die der Osterhase seine Eier legen kann. Außerdem gibt es viele Bräuche rund ums Ei. So kennen viele Familien das Eiertitschen und Eierrollen. Beim Eiertitschen stoßen die Spieler hartgekochte Eier aneinander. Derjenige, dessen Ei kaputt geht, hat verloren. Beim Eierrollen oder Eierschibbeln lassen Kinder und Erwachsene die Eier einen Abhang hinunter kullern. Das Ziel des Spiels ist es, ein anderes Ei zu treffen. Wer das Ei eines Mitspielers trifft, darf es mit nach Hause nehmen. (Weiterlesen: Geschenke-Tipps für Kinder zu Ostern.)


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