Giftige Frühblüher Osterglocken und Tulpen können für Kinder gefährlich sein


Osnabrück. Sie gelten als Sinnbild für Ostern: Sattgelbe Osterglocken schmücken jetzt viele Wohnungen und Gärten. Doch Eltern sollten mit der Narzissenart vorsichtig umgehen. „Alle Pflanzenteile und sogar das Blumenwasser aus der Vase sind giftig. Das kann bei Kindern schwere Vergiftungen hervorrufen“, warnt die R+V Versicherung. Auch bei anderen Frühblühern sei Vorsicht geboten.

Wenn kleine Kinder die Zwiebeln, die Blätter oder die Blüten der Osterglocken in den Mund stecken oder das Blumenwasser trinken, könne das zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führen. „Auch Lähmungen mit anschließendem Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen sind möglich“, so Ostendorf. Er rät Eltern, eine Vase mit Osterglocken immer so hinzustellen, dass Kinder sie nicht erreichen können. Das gelte auch für andere typische Frühlingsblumen wie Tulpen.

Hier geht es zur Website des Giftinformationszentrums Nord.

Narzissen enthalten unter anderem das Alkaloid Lycorin. Auch andere Giftstoffe wie Haemanthamin, Kalziumoxalate und ein nicht näher erforschter Bitterstoff sind in dem Frühblüher enthalten. Die Giftstoffe kommen in allen Teilen der Pflanze vor. Besonders stark ist die Konzentration aber in der Blumenzwiebel, die gelegentlich mit der gewöhnlichen Küchenzwiebel verwechselt wird. Auch bei Hautkontakt können Narzissen in seltenen Fällen giftig sein und die sogenannte Narzissendermatitis auslösen. Bei einer Narzissen-Vergiftung sollte der Betroffene als erste Maßnahme sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen und sofort einen Arzt aufsuchen

Die Tulpenzwiebel enthält das Gift Tulipanin. Dieser Stoff kann vor allem bei Kindern und Tieren Vergiftungen auslösen. Besonders gefährlich ist Tulipanin für Nagetiere, Katzen und Hund. Aufgepasst also, wenn diese Tiere eine eingepflanzte Tulpenzwiebel ausgraben und fressen. Die Gefahr für den Menschen ist dagegen wohl eher gering. Es sei denn, ein Kind würde eine Tulpenzwiebel in den Mund nehmen. Das könnte allerdings passieren. Denn Tulpenzwiebeln sehen Speisezwiebeln durchaus ähnlich. Auch Hautirritationen können nach der Berührung von Tulpen auftreten.

Noch sind auch Schneeglöckchen oder schon die ersten Maiglöckchen zu sehen. Doch auch diese zarten Pflanzen sind nicht ungefährlich: Die Zwiebel des Schneeglöckchens enthält das Alkaloid Amaryllidaceae. Andere Pflanzenteile sind mit Tazettin, Galanthamin und Lycorin belastet. Da Schneeglöckchen giftig sind, kann es nach dem Verzehr zu körperlichen Beschwerden kommen, warnen Experten. Dabei werde besonders der Verdauungsapparat in Mitleidenschaft gezogen. Es komme zu vermehrtem Speichelfluss, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Auch Schweißausbrüche, Benommenheit und Kreislaufstörungen seien beobachtet worden. Ist die Vergiftung stark, können zudem Lähmungserscheinungen auftreten.

Auch für Tiere sind Schneeglöckchen giftig. Dies gilt insbesondere für Kleintiere wie Hunde und Katzen und Nagetiere. Sie reagieren mit ähnlichen Symptomen auf die Frühblüher wie Menschen.

Die in dem Frühblüher Maiglöckchen enthaltenen Stoffe steigern die Schlagkraft des Herzens und senken die Herzfrequenz. Aufgrund dieser Eigenschaften werden die Wirkstoffe des Maiglöckchens in Medikamenten gegen Herzleiden eingesetzt. Besonders hoch ist die Konzentration in den Beeren. Ab einem Verzehr von fünf Beeren wird eine Giftentfernung in der Klinik empfohlen, warnt die Giftzentrale Bonn auf ihrer Internetseite. Auch das Blumenwasser von Maiglöckchen sei giftig. Als Schnittblumen für Haushalte mit Kindern und Tieren seien Maiglöckchen deshalb ungeeignet.

Gefährdet sind auch Tiere: Das gilt besonders für Nutztiere- also etwa Schweine und Ziegen- die in unmittelbarer Nähe von Maiglöckchen grasen. Aber auch Kleintiere wie Hunde und Katzen, Vögel und Pferde können sich eine Vergiftung durch den Frühblüher zuziehen.

Auch Primeln sollten von Kleinkindern oder Haustieren im Haus ferngehalten werden, raten Experten. Diverse Arten – darunter die Becherprimel – können starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Der Kontakt mit dem grün-gelblichen Sekret der Blume führt oftmals zu schweren Hautreizungen. Dann spricht man von einer Primeldermatitis. Der besonders hohe Primin-Anteil kann zu starken Schwellungen, Juckreiz, Blasenbildung und Schmerzen an den betroffenen Stellen führen. Fressen Haustiere wie Katzen und Hunde von den Pflanzenteilen der Becherprimel, sind starke Reizungen und Entzündungen im Maul oft die Folge.

Den sehr giftigen Seidelbast, der sich mit roten Blüten schmückt, .sollten Eltern mit kleinen Kindern am besten ganz aus dem Garten verbannen, meinen die Experten.


Wenn Kinder Teile von Osterglocken oder anderen Giftpflanzen verschluckt haben, sollten sich die Eltern sofort an eine Giftnotrufzentrale wenden oder einen Notarzt anrufen. Die Giftnotrufnummern in Deutschland

- Berlin: (0 30) 1 92 40

- Bonn: (02 28) 1 92 40

- Erfurt: (03 61) 730 730

- Freiburg: (07 61) 1 92 40

- Göttingen: (05 51) 1 92 40

- Homburg/Saar: (0 68 41) 1 92 40

- Mainz: (0 61 31) 1 92 40

- München: (0 89) 1 92 40

- Nürnberg: (09 11) 398 24 51

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