20. März 2015 im Zeichen des Glücks Tag des Glücks – Wer ist wo am glücklichsten?

Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Osnabrück. Der 20. März ist seit einigen Jahren der Internationale Tag des Glücks. Wer rief ihn ins Leben, wo sind die Menschen am glücklichsten, und macht Geld glücklich?

Am vergangenen Freitag mag womöglich der eine oder andere abergläubische Mensch Angst vor drohendem Pech gehabt haben: Es war der 13.! Eine Woche später, am 20. März, ist der Internationale Tag des Glücks.

Wer rief den Tag des Glücks ins Leben? Die Vereinten Nationen beschlossen diesen Tag im Juni 2012. In der Resolution ist festgehalten, das Streben nach Glück sei ein grundlegendes, menschliches Ziel. (Die gesamte Formulierung der Resolution finden Sie in der Zur-Sache-Box unterhalb dieses Artikels.) Bereits 1776 hatten die USA das Recht eines jeden Menschen, nach Glück zu streben, in der Unabhängigkeitserklärung festgeschrieben.

In welchem Land der Erde leben die glücklichsten Menschen? In Skandinavien sind die Menschen besonders glücklich – das zumindest besagt der UN-„World Happiness Report 2013“. Demnach sind die Dänen die glücklichsten Menschen der 156 ausgewerteten Länder, gefolgt von Norwegen, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden, Kanada, Finnland, Österreich, Island und Australien. Deutschland liegt in der Tabelle auf dem 26. Platz – nach Frankreich und vor Katar. Ein Jahr zuvor lag Deutschland noch auf dem 30. Platz. Am wenigsten glücklich sind die Menschen in Togo, Benin, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi und Ruanda.

Kriterien für den Report waren unter anderem Lebensstandard, Gesundheit, Bildung, Zeiteinteilung und kulturelle Vielfalt. (Hier finden Sie den gesamten Report als PDF zum Herunterladen.)

"Glückskarte" der Welt


Quelle: UN; Karte: Google/Sanders

In welchem Bundesland leben die glücklichsten Menschen? In Deutschland leben die glücklichsten Menschen eindeutig im Norden. Der Glücksatlas 2014 zeigt, in Schleswig-Holstein sind die Menschen besonders zufrieden, es folgen die Hamburger und Niedersachsen. Die Ostdeutschen sind dem Glücksatlas zufolge die unzufriedensten Menschen in Deutschland: Die neuen Bundesländer belegen geschlossen die letzten Plätze. Aber Achtung: Dieses Ranking bezieht sich lediglich auf die Lebenszufriedenheit. Bei Aspekten wie Einkommen, Wohnsituation und Arbeit ergebn sich teilweise andere Bilder.

In welcher Stadt leben die glücklichsten Menschen? „Ich komm zum Glück aus Osnabrück“ – 2003 lebten dem „Stern“ zufolge die glücklichsten Menschen in Osnabrück. Neun Jahre später landete Nachbar Münster bei der bundesweiten Umfrage „Wohlfühlfaktoren am Wohnort“ auf dem ersten Platz. 80 Prozent der Münsteraner gaben 2012 an, sich sehr wohl in ihrer Stadt zu fühlen – was aber wenig über den Glückszustand der Bürger aussagen dürfte. Osnabrück landete jedenfalls mit 73 Prozent auf dem vierten Platz – hinter Leipzig (75) und Hamburg (74). Am Ende der Liste standen Bielefeld (60, aber die Stadt gibt es ja eh nicht), Wiesbaden, Frankfurt und Köln (jeweils 59). Kriterien waren viel Grün und Natur, Ruhe, eine zentrale Lage, gute Verkehrsbedingungen, Einkaufsmöglichkeiten und ein kulturelles Angebot. (Weiterlesen: Osnabrück auf Platz vier in bundesweiter Umfrage)

Eine  GfK-Studie für das Online-Portal Immonet kürte 2013 Leipzig als Stadt mit dem höchsten Wohlfühlfaktor wegen seiner Grünflächen, des Stadtimages, seiner Kinder- und Seniorenfreundlichkeit sowie der guten Infrastruktur. Die Plätze zwei und drei belegten Köln (Nähe zu Freunden/Familien, Cafés und Restaurants) und München (Grünflächen, hohe Sicherheit, wenige soziale Probleme).

Macht Geld glücklich? Vergleicht man die „Glückspunkte“ des World Happiness Reports mit den durchschnittlichen Einkommen ausgewählter Länder, kann die Antwort nur lauten: ja! So sind dem Report zufolge die Menschen in Ländern wie Dänemark und Norwegen mit hohen Einkommen wesentlich glücklicher als Menschen in Ländern wie Griechenland und Italien, wo die Einkommen weitaus geringer sind. Sehr aussagekräftig ist der Vergleich aber nicht, da die Einkommen und „Glückspunkte“ erst in Relation zu den Lebenshaltungskosten gesetzt werden müssen.

Darüber hinaus sagt der Report aus, dass Geld und Besitz nicht zwangsläufig glücklich machen – ansonsten wäre Deutschland wohl nicht auf dem 26. Platz.

Ein hohes Einkommen könne aber dafür sorgen, zumindest ein wenig zufriedener zu werden, sagt der Osnabrücker Volkswirtschaftler Johannes Hirata. Wichtiger seien aber Aspekte wie Freunde und Familie. Viele wohlhabende Menschen neigten dazu, noch mehr Geld haben zu wollen. Sie arbeiteten mehr, statt die Freizeit zu genießen. Nicht wenige würden das auf dem Sterbebett bereuen, ist sicher Hirata sicher.

Und was ist überhaupt Glück? Der Duden beschreibt Glück als ein „Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände“ oder auch eine „günstige Fügung des Schicksals“. Eine weitere Definition bezeichnet das Glück als „angenehme und freudige Gemütsverfassung“ oder als einen „Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“. Letztlich müsse jeder für sich selbst festlegen, was Glück bedeute, meint der Osnabrücker Psychologe und Psychotherapeut Jürgen Bendszus. „Es geht um dauerhafte innere Freude. Dorthin zu gelangen, das ist Lebenskunst“, so Bendszus.


Der Internationale Tag des Glücks der UN:

Resolution 66/281, verabschiedet auf der 118. Plenarsitzung am 28. Juni 2012, ohne Abstimmung, auf der Grundlage des Resolutionsentwurfs A/66/L.48/Rev.1, vorgelegt vom Präsidenten der Generalversammlung. Die Generalversammlung, unter Hinweis auf ihre Resolution 65/309 vom 19. Juli 2011, in der die Mitgliedstaaten gebeten werden, zusätzliche Maße zu entwickeln, die die Bedeutung des Strebens nach Glück und Wohlbefinden bei der Entwicklung besser erfassen, damit sie sich in ihrer nationalen Politik davon leiten lassen, in dem Bewusstsein, dass das Streben nach Glück ein grundlegendes menschliches Ziel ist, anerkennend, wie bedeutsam Glück und Wohlbefinden als universelle Ziele und Bestrebungen im Leben der Menschen in aller Welt sind und wie wichtig ihre Anerkennung im Rahmen der Zielsetzungen der öffentlichen Politik ist, sowie in Anerkennung der Notwendigkeit eines inklusiveren, gerechteren und ausgewogeneren Konzepts für Wirtschaftswachstum, das die nachhaltige Entwicklung, die Armutsbeseitigung, das Glück und das Wohlbefinden aller Völker fördert,

1. beschließt, den 20. März zum Internationalen Tag des Glücks zu erklären;

2. bittet alle Mitgliedstaaten, die Organisationen des Systems der Vereinten Nationen und sonstigen internationalen und regionalen Organisationen sowie die Zivilgesellschaft, einschließlich nicht staatlicher Organisationen und Privatpersonen, den Internationalen Tag des Glücks in angemessener Weise, so auch durch Bildungsarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen, zu begehen;

3. ersucht den Generalsekretär, diese Resolution allen Mitgliedstaaten, den Organisationen des Systems der Vereinten Nationen und den Organisationen der Zivilgesellschaft zur Kenntnis zu bringen, damit sie sie angemessen beachten. (Quelle: UN)

Hier die Resolution im Original als PDF zum Herunterladen.

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