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Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! Kritik an Vermittlungsportalen wie Airbnb

Die Plattformen digitaler Wohnungsvermittler sind ein Schwerpunkt der ITB, die heute in Berlin eröffnet. Offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus Börse (ITB) ist  die Mongolei. Foto: dpaDie Plattformen digitaler Wohnungsvermittler sind ein Schwerpunkt der ITB, die heute in Berlin eröffnet. Offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus Börse (ITB) ist die Mongolei. Foto: dpa

wam Osnabrück. Immer mehr Verbraucher buchen ihre Urlaubsunterkunft über digitale Vermittlungsportale für private Wohnungen. Dem Hotel- und Gaststättenverband ist das ein Dorn im Auge: „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn durch Anbieter wie Airbnb und Co. hinter Zehntausenden privaten Wohnungstüren unregulierte Märkte entstehen, die zulasten von Anwohnern, Mietern und Steuerzahlern gehen“, warnt Dehoga-Präsident Ernst Fischer die Konkurrenz.

Auf der einen Seite toleriere die Politik rechtsfreie Räume, auf der anderen Seite aber würden die mittelständischen Betriebe, die Arbeitsplätze schafften, immer weiter reguliert und mit neuer Bürokratie überzogen, kritisiert Fischer im Gespräch mit unserer Redaktion. „Dieser Wertungswiderspruch muss schleunigst behoben werden.“ Dehoga-Pressesprecher Christopher Lück ergänzt: „Wir fordern: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!“

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dagegen lehnt ein generelles Verbot oder eine einheitliche Regelung für alle Städte und Gemeinden entschieden ab. Die Sharing Economy sei ein Tren d, der sich durch Verbote nicht aufhalten lasse, betont er gegenüber unserer Redaktion. In den modernen Tauschbörsen sieht Landsberg eine positive Ergänzung zu den etablierten Übernachtungsmöglichkeiten. „Sie sind vor allem für Städte und Gemeinden vorteilhaft, die ansonsten wenig Übernachtungskapazitäten oder eine gering ausgeprägte touristische Infrastruktur haben“, so der Chef des DStGB. Die Politik müsse diese Entwicklung zwar begleiten und gegebenenfalls durch gesetzliche Regelungen den Rahmen neu definieren, sagte Landsberg. „Dabei muss es aber unbedingt Spielraum für örtlich angepasste Lösungen geben!“ (Weiterlesen: Wie unser Reporter auf Reisen private Unterkünfte nutzt)

Die Frage, ob zu Beispiel Zweckentfremdungsverbote eingeführt werden sollten, die Kurzzeitvermietungen verbieten, könne nur vor dem Hintergrund der besonderen Verhältnisse vor Ort entschieden werden, betonte Landsberg

Die Vermittlungsportale gelten als Gewinner der Reisesaison 2014. Jährlich verzeichnen sie mittlerweilerund 87 Millionen gebuchte Übernachtungen. Der Hotellerie gehen damit rund ein Viertel der jährlich 370 Millionen Übernachtungen in Deutschland verloren. (Weiterlesen: Rechtsexperte warnt vor Risiken der Sharing Economy)


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