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Unzufriedenheit im Studium Was müssen Studenten beim Studiengangwechsel beachten?

Von Christopher Bredow

Alles viel zu theoretisch? Wem sein Studiengang nicht gefällt, sollte einen Studiengangwechsel in Betracht ziehen. Die ZSB Osnabrück sagt, was Studenten dabei beachten müssen. Foto: dpaAlles viel zu theoretisch? Wem sein Studiengang nicht gefällt, sollte einen Studiengangwechsel in Betracht ziehen. Die ZSB Osnabrück sagt, was Studenten dabei beachten müssen. Foto: dpa

Osnabrück. Den richtigen Studiengang findet nicht jeder Student direkt beim ersten Versuch. Wer nach kurzer Zeit merkt, dass das angefangene Studium nicht den Erwartungen entspricht, zieht einen Studiengangwechsel in Betracht. Marco Mora von der Zentralen Studienberatung Osnabrück (ZSB) sagt, was bei einem Studiengangwechsel beachtet werden muss.

Gründe, das angefangene Studium abzubrechen und sich einem neuen Fach hinzugeben, gebe es laut Studienberater Mora viele. „Ein Wechsel macht vor allem immer dann Sinn, wenn man merkt, dass man den Anforderungen des gewählten Studienfaches nicht gewachsen ist.“ Auch wenn der Studiengang nicht den eigenen Erwartungen entspricht oder die späteren Berufsperspektiven nicht die sind, die man sich anfangs erhofft hatte, sei ein Wechsel sinnvoll. (Weiterlesen: Angst vor Prüfungen? Die psb Osnabrück gibt Tipps gegen Prüfungsangst.)

Im Prinzip könne laut Mora jeder Studierende zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Studiums das Fach wechseln. Wenn allerdings schnell feststeht, dass das angefangene Studium nicht den Vorstellungen entspricht, sollten Studenten frühzeitig wechseln, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Kurz vor Studienende könne es jedoch sinnvoll sein, das Studium abzuschließen, damit die jahrelange Arbeit nicht umsonst war.

Normale Beschränkungen und Fristen bei der Bewerbung auf ein anderes Studienfach

Bevor sich Studenten für einen Studiengangwechsel entscheiden, sollten sie sich gut informieren. „Wichtig ist, wann das neue Studienfach beginnt.“ Häufig beginnen Studiengänge nur zum Wintersemester und nur wenige zum Sommersemester. Für die Bewerbung auf das neue Studienfach gelten dann dieselben Beschränkungen und Fristen, wie bei einer normalen Bewerbung auch. Daher ist auf die bekannten Zulassungshürden wie NC oder Wartesemester zu achten. Bewerbungsschluss für ein Studium im Sommersemester ist oft der 15. Januar, für das Wintersemester der 15. Juli. Selbiges gelte auch, wenn die Universität oder Hochschule gewechselt werde. „Auf formaler Ebene spielt das keine Rolle“, sagt Mora. Wenn das Fach am neuen Studienort beibehalten werden soll, müsse man aber auf die mitunter unterschiedlichen Anforderungen achten. (Weiterlesen: Der Osnabrücker Rat bringt Studentenwohnheim auf den Weg.)

In einigen Fällen bestehe zudem die Möglichkeit, sich für das neue Studienfach bereits erbrachte Leistungen anrechnen zu lassen und direkt in ein höheres Fachsemester einzusteigen, sofern diese mit dem neuen Studiengang kompatibel sind. „Dafür sollte man sich zeitnah an die entsprechende Fachstudienberatung des jeweiligen Faches wenden.“ Ein grundsätzlicher Anspruch auf die Anerkennung bestimmer Leistungen bestehe allerdings nicht. (Weiterlesen: So soll es laut Präsident Lücke an der Uni Osnabrück 2015 weitergehen.)

Erster Studiengangwechsel ist für BAföG-Leistungen unproblematisch

Nicht nur der Verlust bereits erbrachter Leistungen kann eine Konsequenz eines Wechsels sein. Wichtig ist auch das Thema BAföG: „Der erste Fachwechsel ist gemäß den geltenden Regelungen zwar unproblematisch, spätestens beim zweiten Mal muss der Wechselwunsch jedoch stichhaltig begründet werden, um weiterhin Leistungen zu erhalten“, sagt der Osnabrücker Studienberater. Vor einem Studiengangwechsel sollten sich Studenten daher bei einem BAföG-Mitarbeiter über die Modalitäten informieren. (Weiterlesen: Uni Osnabrück erlaubt Smartwatches.)

Ein Studiengangwechsel im eigenen Lebenslauf muss aus Sicht der Studienberatung Osnabrück auch gar kein negatives Bild erzeugen. „Für einen potentiellen Arbeitgeber kommt es vor allem auf die Gründe für einen Abbruch an und ob sich die Studierenden schließlich auf ein Gebiet festgelegt und darin einen guten Abschluss geschafft haben“, sagt Mora. Wertvoll sei zudem auch während des Studiums gesammelte praktische Erfahrung. Ein Studiengangwechsel kann also unter vielen Gesichtspunkten eine sinnvolle Entscheidung sein.


Auf der Internetseite der Zentralen Studienberatung Osnabrück (ZSB) gibt es umfassende Informationen und Kontakdaten zum Thema Studiengangwechsel.