Fatsenzeit ab Aschermittwoch Woher kommt der Brauch des Fastens?

Von dpa

Was bedeutet die Fastenzeit und wie wird das 40-tägige Verzichten heute genutzt? Fragen und Antworten zum Aschermittwoch 2019. Foto: dpaWas bedeutet die Fastenzeit und wie wird das 40-tägige Verzichten heute genutzt? Fragen und Antworten zum Aschermittwoch 2019. Foto: dpa

Berlin. Warum fasten Christen ab Aschermittwoch? Woher kommt der Brauch des Fastens überhaupt? Und warum sollen es ausgerechnet 40 Tage Fastenzeit sein? Hier gibt es Fragen und Antworten zum Aschermittwoch.

Fasten ist eines der ältesten Naturheilverfahren. Der befristete Verzicht auf feste Nahrung soll Körper und Seele reinigen und einen Zustand innerer Ruhe herbeiführen – die „Gnade des Einfachen“, nannte es der Philosoph Martin Heidegger.

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Woher kommt das Fasten?

Fasten ist fester Bestandteil aller Weltreligionen, der Verzicht soll Raum für Gebet und Meditation schaffen. Mohammed zum Beispiel fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde. Moses fastete, bevor er Gottes Wort empfing. Jesus zog sich zum Fasten für 40 Tage in die Wüste zurück, um sein öffentliches Wirken vorzubereiten. Christen sahen darin lange ein probates Mittel, um den Himmel milde zu stimmen. Für Muslime ist Fasten eine im Koran verankerte Pflicht.

Warum beginnt die Fastenzeit für Christen am Aschermittwoch?

Die Fastenzeit gilt als Vorbereitung auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Die Evangelische Kirche ruft jedes Jahr zur Aktion „7 Wochen ohne“ auf. Von Aschermittwoch bis Karsamstag sollen Gläubige etwa Fleisch, Alkohol, Zigaretten oder Süßigkeiten entsagen. Die katholische Kirche fordert, sich gerade in der Fastenzeit gegen Not und Ungerechtigkeit einzusetzen. Die Regeln werden längst nicht mehr so streng ausgelegt wie früher.

Warum soll gerade 40 Tage lang verzichtet werden?

Das Konzil von Nicäa legte den Oster-Termin im Jahr 325 auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fest und schrieb ein vorangehendes 40-tägiges Fasten vor – die Zeit, die Jesus in der Wüste verbrachte. Eigentlich vergehen von Aschermittwoch bis Ostern mehr als 40 Tage – doch werden Sonntage nicht mitgerechnet. Die Zahl 40 kommt in der Bibel häufiger vor.

Welche Rolle spielt das Fasten heute?

Auch bei nicht-religiösen Menschen ist die Tradition längst zum Trend geworden: In Klöstern oder beim Fastenwandern können sich gestresste Großstädter eine Auszeit nehmen. Heilfasten in speziellen Kliniken und unter ärztlicher Aufsicht soll Krankheiten vorbeugen, statt fester Nahrung stehen Tee, Saft oder Gemüsebrühe auf dem Speiseplan. Viele begreifen das Fasten als Start in ein bewussteres Leben. 


Was ist der Aschermittwoch?

Der Aschermittwoch ist der erste Tag der 40-tägigen Fastenzeit bis Ostern (die Sonntage werden nicht mitgerechnet). 40 Tage deshalb, weil in der Bibel steht, dass Jesus solange in der Wüste gefastet hat. In der Aschermittwochsmesse bekommen katholische Gläubige ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Das soll sie an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern: Asche zu Asche, Staub zu Staub.

Nach dem sündigen Karneval sollen sich die Menschen bewusst machen, dass sie im Prinzip jederzeit tot umfallen können und sich dann vor Gott verantworten müssen. Die Karnevalisten treffen sich an Aschermittwoch zum Fischessen. Fisch war früher vielerorts eine typische Fastenspeise, weil er billig zu haben war.

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